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Vorname:
Daniel
Alter:
17
aus:
Herne
war:
2016 für ein Schuljahr in Villa Allende/Córdoba, Córdoba, Argentinien
Schultyp:
Staatliche Schule
Kontakt:
danysaw1@live.de

Hier der Bericht von Daniel:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Argntinien und Deutschland?

Was für mich die 3 größten Unterschiede zwischen Deutschland und Argentinien sind, ist für mich leicht zu sagen.

Zunächst einmal sind die Leute hier viel freundlicher als in Deutschland.

Besonders wenn man Austauschschüler ist. So kamen bei mir in der Schule die Schüler direkt zu mir, als ich in der Schule vorgestellt wurde und haben gesagt "Hier, der kann hier sitzen" und so. Außerdem wurde ich immer zu jeder Feier eingeladen und auch in die Discos wurde ich stets mitgenommen. Dies sogar auch in der ersten Zeit, wo ich noch fast kein Spanisch konnte. Später, als ich die Sprache gut konnte, habe ich dann auch gefragt, ob ich mitkommen könnte und dies war natürlich kein Problem, weil die immer sehr froh waren, wenn ich was mit denen mache (genau so wie ich) und ich meine Erfahrungen aus Deutschland mit ihnen teilen konnte.

Ich weil jetzt auch nicht sagen, dass die Leute in Deutschland unfreundlich sind und nie etwas mit einem Austauschschüler machen würden, aber es ist halt etwas anderes in meinem Heimatland.

Andererseits sind die Leute zu der Nettigkeit auch viel oberflächlicher.

So wenn sich Bekannte auf der Straße sehen, wird sich meist nur begrüßt und nach dem Wohlbefinden gefragt. Längere Gespräche kommen oft nicht zustande.

Ein zweiter großer Unterschied ist das Essen.

So wird in Deutschland meist Importware gegessen, aus den Nachbarländern. Dagegen essen die Leute hier meist nur das Gute aus der eigenen Ernte. So hat meine Familie immer viel Salat und Gemüse im Garten angebaut, um dies nicht kaufen zu müssen und um immer zu wissen, wie die Qualität des Essens ist.

Sonst isst man hier sehr viel Huhn und Fleisch. Fast jeden Tag gibt es Fleisch, also wäre dieses Land für einen Vegetarier nichts. Hier gibt es zwar auch Importwaren, aber das sind dann eher Waren aus den anderen Gebieten Argentiniens, da hier ein Gebiet fast wie ein Land in Europa ist und man daher schon von Auslandsprodukten reden kann, wenn sie aus einem anderen Gebiet kommen.

Der dritte und wahrscheinlich größte Unterschied für mich ist das Familienleben.

So sind die Kinder der Familie immer die Kinder, egal in welchem Alter sie sind. Auch kommt die Familie, anders als in Deutschland, stets zusammen um gemeinsam zu Abend zu essen oder einfach mal um gemeinsam etwas zu machen. In Deutschland ist dies ja anders. Da sieht man sich in der Familie, sobald die Kinder ausgezogen sind, nur selten und gemeinsame Aktivitäten sind fast ausgestorben.

Auch ist die Familie so über das Wohlbefinden des Kindes besorgt, dass die Eltern, wenn das Essen knapp wird, auf das Essen verzichten oder nur einen geringen Teil zu sich nehmen, damit das Kind gut versorgt wird.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Wenn ich an mein Auslandsjahr zurückdenke, denke ich als erstes daran, dass ich jetzt eine 2te Familie habe. Woran ich mich auch erinnere ist, dass ich jetzt sehr viele gute Freunde habe, wobei einige dabei jetzt auch zu meinen Besten gehören und ich diesen sehr vertraue.

Sonst denke ich einfach an eines meiner schönsten Jahre in meinem bisherigen Leben.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Also gefallen hat mir eigentlich alles. Aber sagen wir es mal so, was mir sehr gefallen hat und worüber ich sehr froh bin, ist eine 2te Familie zu haben. Ich hatte das Glück eine Familie „zu bekommen“, die sehr freundlich, liebend und herzlich war und mich als einen neuen Sohn angesehen hat. Also ich hätte nie gedacht, dass ich diese Familie so sehr in mein Herz schließen könnte. Eigentlich bin ich ja nur hergekommen, um Spanisch zu lernen, aber letztlich gehe ich hier weg mit neuen Freunden, Erfahrung und einer neuen Familie, die ich in mein Herz geschlossen habe. Das ist etwas, was mich sehr erstaunt hat und worüber ich sehr froh bin.

Außerdem hat mir sehr gefallen das ich hier nicht nur Freunde gefunden habe, sondern auch Freunde, die zu meinen Besten zählen, auch wenn ich nicht wie in Deutschland so viel Zeit gebraucht habe, um diese so sehr in mein Herz zu schließen.

Da mich die Familie ja auch als ein Sohn ansieht, habe ich von ihnen schon die Zustimmung bekommen, dass ich stets, wenn ich möchte, wiederkommen kann und dann auch hier weiterwohnen darf. So habe ich mir auch vorgenommen nach dem Abi die gesamten Sommerferien hier zu verbringen und in meiner Studiumszeit ebenfalls ein Semester hier zu leben.

Was auch einfach toll war, ist, dass man einfach mal mit anderen Leuten ins Gespräch kommt.

So sitzt man einfach im Bus und auf einmal redet man mit der Frau die neben einem sitzt. Diese erzählt einem dann was von der Familie und dem Leben und man erzählt, dass man ein Auslandsjahr macht und dass man aus Deutschland kommt. Diese Offenheit hat mich sehr fasziniert. Am Ende des Gesprächs verabschiedet man sich dann und vielleicht sogar mit einem Küsschen auf die Wange (typische Begrüßung und Verabschiedung in Argentinien).

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Ein Schultag war bei mir eigentlich immer gleich gestrickt. So habe ich mich immer zu meinen Freunden in die letzte Reihe gesetzt und habe mich die ganze Stunde mit denen unterhalten, was meinem Spanisch natürlich sehr weitergeholfen hat, aber meinen Noten nicht :D:D.

Also die Schule war eine Nachmittagsschule und ging am Montag von 13:15 bis 18:20. Am Dienstag hatte ich Doppelunterricht. Vormittags und nachmittags. So hatte ich am Dienstag von 8:25 bis 11:25 und dann von 13:15 bis 19 Uhr. Am Mittwoch hatte ich morgens Sport und dann nachmittags Unterricht. Meine Zeiten dort waren 10:45 bis 12:45 und dann 13:15 bis 19 Uhr. Der Donnerstag war ein Ausspanntag. Demnach hatte ich da nur von 13:15 bis 17:35 und am Freitag wieder ein Doppelunterrichtstag von 9:15 bis 11:25 und dann 13:15 bis 17:35.

In den Pausen habe ich mich immer mit meinen Freunden getroffen und dann haben wir geredet was wir gestern gemacht haben, heute noch machen werden oder was fürs Wochenende geplant ist. Außerdem habe ich in den Pausen mit meinen Freunden und Freundinnen aus den anderen Klassen geredet.

Wegen diesen Zeiten konnten wir leider fast nie etwas in der Woche machen, aber dafür haben wir immer was an den Wochenenden gemacht.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Mein Leben in der Gastfamilie war ein sehr schönes und herzliches.

Ich habe viel mit meiner Familie gemacht. Zum Beispiel sind wir einige Male in den Sierras gefahren um uns einfach mal so richtig vom Wochenstress auszuruhen.

Sonst haben wir immer zusammen zu Abend gegessen und dabei über unsere am Tag passierten Erlebnisse geredet.

Dabei kamen schon mal sehr witzige und längere Gespräche raus, an die man sich noch lange erinnern wird.

Ansonsten gingen wir oft ins Kino oder einfach mal in der Stadt einkaufen und dann nach den erledigten Einkäufen haben wir uns mal ein schönes Eis gegönnt.

Gekocht haben wir natürlich auch viel zusammen und deshalb habe ich eine Menge neuer Rezepte kennen gelernt, die ich jetzt auch in Deutschland meinen Eltern zeige und beibringe.

Meine Gastfamilie hat mir auch gezeigt, wie man zum Beispiel aus wenig viel machen kann. So hatten sie nicht immer so das meiste an Essen, aber trotzdem haben wir immer was Schönes zubereitet bekommen.

Abends saßen wir dann gemütlich vorm Fernsehen und haben uns das Abendprogramm angesehen und dabei dann Popcorn oder Nachos gegessen.

Abends nach dem gemütlichen Beisammensein haben wir uns vorm zu Bett gehen verabschiedet und dann ging es nächsten Tag wieder so los wie zuvor, mit einem sehr schönen.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Durch meine Schulzeiten hatte ich leider keine Zeit etwas mit meinen Freunden in der Woche zu machen, aber dagegen habe ich mit ihnen sehr viel an den Wochenenden gemacht. Aber was wir nach der Schule immer gemacht haben ist, dass wir immer kickern waren und das fast jeden Tag für eine oder anderthalb Stunden. Das hat immer sehr viel Spaß gemacht.

An den Wochenenden haben wir uns oftmals zum Fußball spielen getroffen oder wieder zum Kickern. Sonst trafen wir uns manchmal bei jemand zu Hause und dann sind wir in den Pool gesprungen. An den Wochenendabenden gingen wir meist aus und trafen uns dafür bei jemandem zu Hause und dann ging es in die Disco oder zu jemand anderes nach Hause für eine Hausparty. Die Partys waren meist von 2-6 und dann gingen die Leute die gemeinsam in einem Barrio wohnten zusammen los, um nicht so viel für das Taxi bezahlen zu müssen, da man den Preis dann durch Mehrere teilen konnte.

 

 

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