Giorgia Biccelli, Mailand

Giorgia Biccelli ist die GLS Partnerin in Italien. Giorgia, gebürtige Mailänderin, hat u.a. in Deutschland studiert und ist Mitinhaberin einer großen Sprachschule am Corso Buenos Aires in Mailand.
GLS: Wie haben Sie die Organisatoren der Milan Fashion Week davon überzeugt, Praktikanten aus Deutschland aufzunehmen?
Georgia: Die Modebranche hier in Mailand scheint riesig, doch letztlich kennt jeder jeden. Das erste Mal waren es persönliche Kontakte, dank derer ich eine Praktikantin aus München habe vermitteln können, und als das sehr gut lief, hat sich das herumgesprochen. Seither steht man Empfehlungen von meiner Seite sehr offen gegenüber.
GLS: Das heißt aber auch, Sie „haften“ für die Qualität Ihrer Empfehlungen?
Georgia: Sicher, aber das war bisher kaum je ein Problem. Ein Grund dafür ist, dass wir Bewerber immer persönlich kennen lernen, bevor wir sie für einen bestimmten Praktikumsplatz vorschlagen. Denn in Mailand und Florenz geht dem Praktikum grundsätzlich ein Sprachkurs voraus. Der Sprachkurs in Mailand oder in Florenz dauert 4 Wochen, und so haben wir und auch die Bewerber genügend Zeit, uns über Wünsche und Möglichkeiten, das Praktikum betreffend, zu verständigen.
GLS: In was für Unternehmen vermitteln Sie?
Giorgia: Quer durch die Bank, da gibt es keine grundsätzlichen Einschränkungen. Kürzlich z.B. habe ich ein Praktikum vermittelt bei grazia neri, einer bekannten Fotoagentur, davor eins in einem Theater bei Florenz.
GLS: Von einer Praktikantin, die in Rom gearbeitet hat, haben wir folgende Rückmeldung bekommen: „Was die Arbeitsmoral angeht, so kann ich nur sagen, dass ich meinen Kollegen viel zu schnell bin - und ich beeile mich nicht.“
Giorgia: Rom ist nicht Mailand, und Sie werden nicht glauben, wie hart z.B. in der Modebranche gearbeitet wird. Geschuftet wird in dieser so glamourös wirkenden Branche oft auch samstags und sonntags. Letztlich, denke ich, ist es ein Lernprozess für beide Seiten: Während Praktikanten aus Deutschland manchmal etwas Ungeduld zeigen gegenüber einigen Aspekten der italienischen Arbeitswelt, sind die italienischen Unternehmen oft überrascht, wie akribisch – aus ihrer Sicht beinah pedantisch – ihre Praktikanten sein können.
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