Praktikum in Japan

Fragen? Kommentare?

Alexander, GLS Partner in Fukuoka

Alexander koordiniert die Platzierung europäischer Praktikanten in Fukuoka. Praktikumsort in Japan ist immer Fukuoka (Google map - einen vorgängigen Sprachkurs können Sie wahlweise dort oder in Tokio absolvieren). Alexander lebt seit 1999 in Japan. In Fukuoka betreibt er eine international etablierte Sprachschule. Wenn Sie vor Beginn Ihres Praktikums einen Japanischkurskurs absolvieren, können Sie das an seiner Sprachschule tun.

Wie wieviel PraktikantInnen pro Jahr platzieren Sie in Fukuoka?

Wir vermitteln jeden Monat zwischen 7 und 10 PraktikantInnen einen Praktikumsplatz in Fukuoka, Tendenz steigend.

Was ist sprachlich das Mindestniveau für ein Praktikum?

Minimum ist Stufe 3 des Japanischen Faehigkeitstestes (JLPT), also nach dem Europäischen Referenzrahmen das Niveau A2. Damit ist es möglich, in den meisten Bereichen zu arbeiten.

Wie bewerkstelligen Sie die Platzierung von Praktikanten in japanischen Firmen?

Wir kontaktieren Firmen, von denen wir denken, dass Sie an Praktikanten interessiert sind und sprechen mit Ihnen. Wir beantworten alle Fragen von den Firmen und überzeugen Sie, just diesen Praktikanten bzw. diese Praktikantin aufzunehmen. Manchmal ist das harte Überzeugungsarbeit, weil nicht wenige Firmen skeptisch sind, was die Arbeitseinstellung von Ausländern angeht.

Zwischenmenschliche Beziehungen und Vertrauen sind in Japan sehr wichtig Da wir in unserer anderen Schule Deutsch und Englischkurse anbieten, haben wir direkten Kontakt zu Japanern, die einflussreich sind und die uns, weil wir eine gute Arbeit machen, vertrauen. Somit haben wir die Möglichkeit, Stellen bzw. Praktika in verschiedenen Feldern anzubieten.

Worin unterscheide sich die Firmenkultur in Japan von der in Deutschland?

In Japan arbeitet man vor allem länger, am Wochenende und nachts. Man versucht vor allem nützlich zu sein. Anfragen von Kunden werden immer sofort beantwortet. Der Service ist viel besser als in vielen europäischen Ländern. Es wird Perfektion angestrebt und alles ständig verbessert.

Können Sie die 5 auffälligsten Unterschiede nennen zur Arbeitswelt in Deutschland?

  1. Längere Arbeitszeiten und scheinbar unnütze Arbeiten
  2. Höflichkeitsfloskeln sind wesentlich wichtiger
  3. Missbilligung wird nicht ausgesprochen, sondern erfolgt durch Ignorieren und Arbeitsentzug
  4. Bei Fragen fragt man Kollegen und nicht den Boss.
  5. Man lebt, um zu arbeiten und arbeitet nicht, um zu leben.

 

Kulturschock: erleben Sie den bei Praktikanten aus Europa?

Ja, manchmal - als anstrengend empfunden wird die viele Arbeit, und ungewohnt ist für viele auch, dass sie weniger Privatspähre haben, weil indiskrete Fragen unter Kollegen durchaus üblich sind.

Kulturschock andersrum: was gefallt/missfallt japanischen Firmen an ihren deutschen Praktikanten?

Japanischen Firmen gefällt, dass das Arbeitsethos in Deutschland ähnlich ausgeprägt ist wie in Japan. Was gar nicht gefällt, sind Arroganz und Besserwisserei. Auch sollte man sich nie herausreden oder Schuld bei anderen suchen.

Gibt es Tips, die Sie Bewerbern geben wurden ?

Bewerber sollten vor allem offen sein, aber sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. Sie sollten mit einem klaren Ziel nach Japan kommen und am Anfang sehr zurueckhalten sein, um den Japanern Zeit zu geben, sich auf sie einzustellen. Sie sollten sich ständig überlegen, wie sie der Firma nützen und was sie für die Kollegen tun können.

Warum machen Sie beides, Sprachschule und Praktikumsvermittlung?

Als ich selbst Japanisch gelernt habe, habe ich festgestellt, dass nur Japanisch lernen nicht genügt. Nur wenn man mit Japanern zusammenarbeitet, lernt man das wahre Wesen der Japaner kennen. Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie wird gestritten, diskutiert und wann wird man wirklich gelobt? Japaner bieten gerade Auslaendern immer eine Show. Wenn man aber hinter die Kulissen sieht (Arbeit ist für Japaner etwas sehr sehr wichtiges), merkt man/frau, dass nicht alles Gold ist was glaenzt. 

Wie gesagt, nur Japanisch und Kultur ist einfach zu wenig. Deshalb wollte ich eine Schule, die nicht nur Sprachkurse anbietet, sondern mit der Praktikumsvermittlung auch einen Blick hinter die Kulissen erlaubt. Was die Japanischkurs an unserer Schule angeht, ist es so: Wir unterrichten Japanisch mit der Direktmethode, also zu 99% wird Japanisch auf Japanisch unterrichtet. Der Student spricht im Unterricht mehr als 70% und der Lehrer weniger als 30%.

Was gefällt Ihnen persönlich in Fukuoka?

  1. Die Lebenshaltungskosten sind sehr moderat.
  2. Das Wetter ist immer sehr mild, nur im Sommer ein wenig zu heiß.
  3. Berge, Meer und Inseln sind vom Zentrum in 30 Minuten zu erreichen.
  4. Fukuoka ist sicher: auch Frauen können nachts um 3 allein nach Hause gehen, und Fahrräder braucht man eigentlich nicht anschließen.
  5. Das Essen ist frisch und gesund.

Zurück zur Übersicht: Auslandspraktikum in Japan

Druckversion dieser Seite