Praktikum in Neuseeland

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"Neuseeland funktioniert nicht per email"

... sagt der GLS Partner in Wellington, Werner Nowitzki. Werner platziert Praktikanten für GLS in Wellington. Er ist 2002 nach Neuseeland ausgewandert, kooperiert dort unter anderem mit dem Goethe Institut und betreibt eine Künstleragentur.

 

 

Worin unterschiedet sich die Berufswelt in Neuseeland und Deutschland?

In Neuseeland, so hat ein Praktikant mal gesagt, kann es geschehen, dass man monatelang eng mit Jim zusammenarbeitet und dann stellt man plötzlich fest, dass Jim der Besitzer der Firma ist bzw. der Boss. Hier spielt formale Ausbildung und das Auftreten in Schlips und Kragen oft nicht eine so entscheidende Rolle wie in Deutschland. Wenn man’s „bringt“ und seinen Job, für den man bezahlt wird, meistert, dann ist das die Hauptsache. Neuseeland ist ein sehr junges und kreatives land. Hier kann man sehr wohl noch vom Tellerwäscher zum erfolgreichen Unternehmer aufsteigen, wenn man die richtige Idee und Einstellung hat.

Worauf sollten Praktikanten achten, wenn sie in Neuseeland arbeiten?

Die Hauptsache ist, so zeigt die Erfahrung, dass man ehrlich und aufrichtig ist und zupackt, da wo es gerade notwendig ist. Auch, wenn es nicht unbedingt zum engeren Arbeitsbereich gehört, zu ungewöhnlichen Zeiten gefordert ist oder man sich die Hände schmutzig macht. Das „Dafür bin ich aber nicht zuständig“ – Denken kommt hier gar nicht gut an. Dagegen ist jemand, der unaufgefordert anpackt, nicht sinnlos anderen stundenlang die Ohren vollklagt und obendrein noch Humor hat und Spaß abkann, ein gefragter Mitarbeiter.

Wie finden Sie die Praktikumsplätze für Bewerber aus Deutschland?

Neuseeland funktioniert nicht per Email oder Briefkontakt, und ohne persönlichen Kontakt läuft hier fast gar nichts. Damit meine ich ausdrücklich nicht etwa Beziehungen und Klüngelei, sondern das persönliche Vorstellen und Face-to-Face – Gespräche. Im Laufe der Jahre wächst auf diese Weise eine Vertrauensbasis, auf deren Grundlage sich langfristige, erfolgreiche Beziehungen entwickeln. Praktikanten für alle Seiten erfolgreich zu platzieren ist Vertrauenssache und muss vor Ort geregelt werden.

Sie haben schon sehr viele Praktikanten in Neuseeland platziert. Was waren aus Ihrer Sicht die besten Platzierungen?

Fast alle Platzierungen waren sehr gut, aber manche waren besser als nur sehr gut. Damit meine ich, dass der Erfolg eines Praktikums immer von Menschen abhängig ist. Und immer, wenn die Chemie stimmt, dann stimmt auch der Praktikumsplatz. Ich kenne viele Praktikanten, die auch nach Jahren noch Kontakt halten zu den Betreuern im Praktikum und zu mir. In einigen Fällen kehrten Praktikanten nach dem Studienabschluss wieder und haben eine Arbeitsstelle bei ihrer alten Firma angenommen.

Wie unterstützen Sie die Praktikanten vor Ort?

Sagen wir mal so: Ich bin da. Und ich verstehe Deutsch und kenne Neuseeland und die Menschen hier. Ansonsten kommt es ganz auf den Einzelfall an. Ich würde es so formulieren wollen: Ich bin der erste Ansprechpartner vor Ort, wenn’s mal irgendwo hakt. Und gemeinsam arbeiten wir dann an der Lösung für das aufgetretene Problem.

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