Praktikum in Indien

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Praktikumsvermittlung in Indien

Flora (links) ist die GLS Partnerin in Indien. Die gebürtige Berlinerin lebt seit 6 Jahren in Indien und hat ihren MA in Soziologie in Neu Delhi gemacht. Heute arbeitet sie für den GLS Partner in Indien, eine international agierende Praktikumsvermittlung mit Sitz in Neu Delhi. 

Kann man sich Praktika in Indien auch selbst suchen?

Ja, aber ganz unkompliziert ist das nicht: Mein Chef Peter Braun, der wie ich aus Deutschland kommt, hat in seiner Studienzeit 3 Praktika in Indien absolviert und dabei schnell gemerkt, dass man sich oft um alles selbst kümmern muss und viel Eigeninitiative gefragt ist.

In Indien ist es nicht immer leicht, an Informationen über mögliche Praktika zu kommen. Viele der Organisationen schreiben offene Plätze erst gar nicht aus, Webseiten sind nicht immer auf dem neuesten Stand, und es gibt wenige Anlaufstellen, die einem eine ausführliche Beratung bzw. Betreuung anbieten können.

Kennt man das Konzept Praktikum in Indien überhaupt?

Das Konzept Praktikum wird in Indien immer verbreiteter. Gerade zu den Semesterferien suchen sich auch immer mehr indische Studenten einen Praktikumsplatz, um neben dem theorielastigem Studium auch praktische Erfahrungen zu sammeln. Und das war früher nicht so: In den letzten Jahren kommen mehr und mehr junge Leute aus der ganzen Welt nach Indien, um hier Berufserfahrung zu sammeln. Wer Indien Erfahrung in seinem Lebenslauf hat, sticht aus der Masse heraus. Und das Land bietet eine Vielfalt von Praktikumsmöglichkeiten in vielen Bereichen an.

Doch das Problem, oftmals keinen wirklichen Ansprechpartner vor Ort zu haben existiert bis heute. Deshalb haben wir uns zur Aufgabe gemacht, diese Lücke zu schließen und eine ganzheitliche kulturelle Betreuung in Indien anzubieten, die Praktikanten einen einfachen und schnellen Einstieg in das Land ermöglicht.

In welche Branchen haben Sie Kontakte für Praktika, und wie haben Sie diese hergestellt ?

Unsere Organisation hat in den vergangenen Jahren eigentlich zu allen Branchen, in denen junge Leute nach einem Praktikum suchen; Kontakte aufgebaut. Insbesondere im ökonomischen, sozialen, medialen, wissenschaftlichen, kulturellen und institutionellen Sektor verfügen wir über Partnerschaften zu renommierten Organisationen.

Sollte einmal eine Anfrage dabei sein, die uns vor eine neue Herausforderung stellt, dann ist es unserem Team durch unserer breites Netzwerk immer möglich, den entsprechenden Arbeitgeber zu identifizieren und ein Praktikum in diesem Bereich für unsere Kunden zu organisieren.

Was sind die größten Unterschiede im beruflichen Alltag im Vergleich zu Deutschland?

Vor dem beruflichen Alltag in Indien muss einem nicht Angst und Bange sein, da einem die Inder den Einstieg meistens sehr leicht machen. Vom ersten Arbeitstag an erfährt man eine sehr intensive Betreuung durch indische Kollegen, erhält Einladungen zu Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern, wird in seine Arbeit eingewiesen und erhält wichtige Tipps zum Leben in Indien.

Inder begreifen die Möglichkeit, mit jemandem aus einem anderen Land zusammen zu arbeiten, als eine Gelegenheit, Gedanken auszutauschen und voneinander zu lernen. Demenentsprechend groß ist auch die Neugier, die einem oftmals entgegen kommt, wenn man in Indien ein Praktikum absolviert.

Und die Betreuung durch Sie - wie sieht die aus?

In Indien haben wir eine 24 Stunden Telefonbereitschaft, bei der man sich immer melden kann. Wir kümmern uns um die Organisation des Praktikums, Unterkunft, Transport vom Flughafen und allem anderen, was zu einem Indien Aufenthalt gehört.

Durch den intensiven persönlichen Kontakt vor der Ankunft in Indien sind wir in der Lage, auf die individuellen Fragen unserer Kunden genau einzugehen. Einmal vor Ort stehen wir selbstverständlich für weitere Auskünfte zur Verfügung und dienen zusätzlich als Schnittstelle zwischen dem Arbeitgeber und Praktikanten.

Erinnern Sie sich noch an Ihre allerersten Eindrücke von Indien?

Meine ersten Eindrücke des Landes waren, wie sicher bei den meisten Menschen, die nach Indien kommen, absolut überwältigend. Sobald man den Flughafen verlässt, tritt man in eine komplett andere Welt, in der nichts mehr so ist, wie man es von vorher kannte. Indien ist ein Land mit unglaublich vielen Reizen und Eindrücken, die einen ganz schön ins Staunen versetzen können.

Die Mischung aus Tradition und Moderne, weltlichem und spirituellem Leben, wunderschönen Landschaften und der großen Gastfreundschaft der Inder lassen einen aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Natürlich sind auch die großen Gegensätze zwischen Reichtum und Armut eine sehr lehrreiche Erfahrung,  die einem sehr dabei hilft, das eigene Leben noch mehr schätzen zu lernen.

Was sind die größten kulturellen Unterschiede zum Westen?

Mit die größten kulturellen Unterschiede bestehen sicher in der tiefen Bedeutung der Religionen im Alltag, der unterschiedlichen Gesellschaftstruktur, den vielen Sprachen, die in Indien gesprochen werden, dem Rollenverständnis zwischen Mann und Frau, und der Tradition der Künste. Man sollte sich vor seiner Abreise nach Indien z.B. in unserem Internship Guide India oder in einem Reiseführer informieren, worauf man besonders achten sollte, um kulturelle Missverständnisse zu vermeiden.

Die Bedeutung der Familie ist eine ganz andere, als wir das von unseren westlichen Kulturen gewohnt sind und bestimmt den Alltag der Menschen in Indien. Das soziale Leben der Inder spielt sich oft innerhalb der Familie ab und weniger im öffentlichen Raum. Vieles mag einem doch sehr fremd vorkommen, wenn man das erste Mal einen Tempel oder einen Bazar betritt, doch es wird sich immer ein Inder finden, der einem bereitwillig eine kleine Einführung in diese neuen Welten gibt und gerne einen Plausch mit einem hält.

Apropos Familie: Sie arrangieren auch eine Unterkunft in Familien. Was für Familien sind das?

Wir bringen die Teilnehmer in Familien unter, in denen zumindest ein wenig Englisch gesprochen wird. Generell ist es aber natürlich immer hilfreich auch ein paar Brocken Hindi zu lernen. Das erleichtert den Alltag in vielen Situationen doch erheblich.

I.d.R. haben die Familien auch schon Erfahrungen mit internationalen Gästen. Zu beachten ist, dass man, wenn man in einer Familie wohnt, sich doch sehr an die indische Familienstruktur anpassen muss. Sehr oft wird es so sein, dass man spätestens bis 21 Uhr zu Hause sein muss und auch am Wochenende sehr in die Familienaktivitäten der Gastfamilie eingebunden wird. Wer selbstbestimmt und unabhängig entscheiden will, was er oder sie machen will, sollte daher lieber in eine WG ziehen.

Wenn man in einer WG wohnt, hat man den Vorteil gleich andere junge Leute kennenzulernen. Es ist nicht immer gegeben, dass man während des Praktikums Kollegen oder andere Praktikanten trifft, mit denen man sich auch am Wochenende trifft. Gerade in den Metropolen gibt es unheimlich viel Kulturprogramm, Bars und Clubs, und wenn man gleich Leute hat, mit denen man gemeinsam losziehen kann, ist das natürlich super. Außerdem hat man in einer WG die Freizeit zu kommen und zu gehen, wann man möchte, was in indischen Familien doch häufig schwieriger ist.

Wie sicher ist Neu Delhi?

Neu Delhi ist an sich eine sichere Stadt. Wie fast überall gilt es, mit gesundem Menschenverstand und offenen Augen durch die Stadt zu gehen. Spät nachts empfiehlt es sich, sich entweder in einer Gruppe oder per Funktaxi zu bewegen.

In Delhi kommt man wunderbar mit Autorikshaws von A nach B und auch das ausgebaute Metronetz macht das Herumkommen leichter. Autorikshaws kann man fast an jeder Straßenecke finden. Für eine 7km-Fahrt zahlt um umgerechnet ungefähr 1 Euro. Um eine Rikshawfahrt so stressfrei wie möglich zu gestalten ist es wichtig zu wissen, wo man hin will und man sollte sich am besten mit dem Fahrer darauf zu einigen, dass man mit dem Taxometer fährt. Wenn die ersten Hürden der Kommunikation und der Orientierung dann überwunden sind, wird die Rikshaw für viele das liebste Vorbewegungsmittel in Delhi.

 

Haben Sie besondere Tipps für die Vorbereitung eines Programms in Indien?

Freuen Sie sich auf das große Abenteuer Indien und planen Sie auch ein wenig Zeit ein, um dieses wunderschöne Land zu bereisen. Reden Sie mit Leuten, die bereits schon mal in Indien waren. Ansonsten empfehlen wir, sich so intensiv wie möglich über das Land zu informieren. Sachbücher zu verschiedensten Themen, Romane und Dokumentationen bieten einem die Chance schon vor der Abreise tief in das Land und seine Kultur einzutauchen.

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