"Wie sieht die Betreuung in Argentinien aus?"

Eine Frage an Anika, bei GLS in Berlin zuständig u.a. für den Argentinien Austausch. Anika hat im letzten Jahr 6 Monate als "Austausch-Kollegin" bei den GLS Partnern in Argentinien gearbeitet.

 

 

 

 

"Was genau hast du in Argentinien gemacht?"

Ich war in Rosario und habe im Büro des GLS Partners dort gearbeitet, wo ich zuständig war für die Betreuung der internationalen Schüler. Zu meinem Job gehörte u.a., die Austauschschüler am Flughafen in Buenos Aires zu treffen, außerdem habe ich eine der Orientierungsveranstaltungen organisiert. (Mehr zu den Orientierungsveranstaltungen). 

Hast du dich nur um GLS Austauschschüler gekümmert?

Nein, die Austauschschüler kamen nicht nur aus Deutschland, sondern aus aller Welt. Viele kamen aus Europa, aber auch aus den USA, Brasilien und sogar aus Australien waren einige da. Der GLS Partner in Argentinien betreut jährlich rund 50 Austauschschüler, und da es kein Massenprogramm ist, ist die Betreuung dadurch natürlich auch recht individuell und persönlich.

Wie sieht die Betreuung von Austauschschülern generell aus?

Austauschschüler können ja überall in Argentinien zur Schule gehen, und es gibt landesweit ca. 20 lokale Betreuer, die dann in den jeweiligen Orten Ansprechpartner für die in ihrem Bezirk platzierten Austauschschüler sind. Koordiniert wird die Platzierung an Schulen und in Gastfamilien aber zentral, von Rosario aus, wo auch ich gearbeitet habe. Meine Chefin dort war ursprünglich Psychologin, aber sie leitet das Büro jetzt schon seit vielen Jahren und hat drei Mitarbeiterinnen. Diese stehen in dauerndem Kontakt sowohl mit den Austauschorganisationen im Ausland wie auch mit den lokalen Betreuern vor Ort.

Wer sind die lokalen Betreuer und was genau tun sie?

Die lokalen Betreuer sind meist Lehrerinnen oder Studenten, die im näheren Umfeld der Austauschschüler wohnen. Einmal im Monat führt der jeweilige Betreuer ein persönliches Gespräch mit dem Schüler und mit der Gastfamilie, um die schulische und persönliche Entwicklung in Argentinien zu begleiten. Die Berichte über diese Treffen erhalten auch die Eltern zu Hause per E-Mail. Diese Betreuer sind natürlich auch sonst jederzeit für ihre Schüler ansprechbar.

Wie funktioniert die Schulsuche für Austauschschüler?

Es gibt einen Stamm an Schulen, die auch in der Vergangenheit schon Austauschschüler aufgenommen haben. Aber es werden auch immer wieder neue Schulen "aquiriert", dadurch, dass man in staatliche und private Schulen geht und dort das internationale Austauschprogramm vorstellt - in der Hoffnung, dass die Lehrer bereit sind, sich auf Austauschschüler einzulassen.

Wie werden die Gastfamilien ausgesucht?

In der Regel ist es so, dass die GLS Partner in Argentinien Schüler und Schüerinnen derjenigen Schulen ansprechen, an denen sie Austauschschüler platzieren, und sie fragen, ob sie bzw. ihre Familie nicht einen Austauschschüler aufnehmen möchten. Das Gute daran ist, dass die Austauschschüler dann gleich Gastgeschwister haben, die an dieselbe Schule gehen. Das klappt nicht immer, aber in 90 % der Fälle ist es so.

Die Gastfamilien werden dann von den Betreuern besucht. Unter anderem erhält der Betreuer einen Einblick in die Wohnverhältnisse der Familien und Referenzen der Gasteltern werden geprüft. Alle Familien müssen ein Profil über sich erstellen, und anhand dieses Profils suchen die GLS Partner in Argentinien dann den Gastschüler oder die Gastschülerin aus, die zu der jeweiligen Familie passt.

Platzierungen in der Pampa - gibt es die auch?

Die Pampa ist ja ein eher negativ behafteter Begriff, aber die Pampa gehört auch zu der Region Patagonien und in dieser Region liegt z.B San Carlos de Bariloche. Das ist eine kleine Stadt direkt an den Anden, ein sehr beliebtes Skigebiet in Argentinien und ausgezeichnet für einen Schulaufenthalt. Mit anderen Worten – ja, es werden auch Schüler in der Pampa platziert, aber das bedeutet keineswegs, dass man irgendwo auf weiter Steppe vereinsamt…

Können Austauschschüler auch reisen?

Die Partner in Argentinien bieten jedes Jahr Reisen für die Austauschschüler an, die diese vor Ort buchen können. Unter anderem geht es zu den Iguazú Wasserfällen im Norden, es gibt einen Wochenendausflug nach Buenos Aires, eine mehrtägige Reise in den Süden nach Ushuaia oder in den Nordwesten des Landes nach Salta, Tucuman und Jujuy. Diese Reisen finden hauptsächlich in Schulferien statt und sind absolut empfehlenswert!

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