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Gastfamilien in Frankreich - Fragen an ...

... Géraldine Milon Lero: Sie ist Englisch- und Französisch-Lehrerin in Arcachon. Als coordinatrice locale des GLS Partners an der Atlantikküste in Frankreich wählt sie u.a. auch die Gastfamilien aus. Sie trifft sich dort bei den Gastfamilien alle 8 Wochen mit "ihren" Austauschschülern, um zu sehen, ob es ihnen gut geht.

Stimmt es, dass es in Frankreich schwierig ist, Gastfamilien zu finden, die einen Vegetarier aufnehmen?

Es ist richtig, dass es generell schwieriger ist, Vegetarier zu platzieren. Aber die französischen Familien denken auch um und ich versuche ihnen immer zu vermitteln, dass es kein großes Problem ist, wenn die Schüler kein Fleisch essen.

Warum entscheidet sich eine französische Gastfamilie, eine(n) junge(n) Deutsche aufzunehmen?

Oft ist der Grund hierfür, dass die Kinder der Gastfamilie Deutsch lernen und sowohl die Sprache als auch die deutsche Kultur in einem lebendigen Umfeld kennen lernen und verbessern wollen.

Prozentual gesehen: Wie viele Gastfamilien haben in etwa eigene Kinder, die noch zu Hause leben?

Ich schätze, dass ca. 80% der Gastfamilien jemanden aufnehmen, um ihren eigenen Kindern den Austausch mit fremden Kulturen zu ermöglichen.

Was muss ein Austauschschüler aus Sicht der Gastfamilie mitbringen?

Die Gastfamilie erwartet einen gegenseitigen Austausch, dass jeder etwas in kultureller, geographischer, linguistischer und gastronomischer Hinsicht einbringt.

Was sind die häufigsten Probleme mit Austauschschülern?

Anfangs bereitet sicher das Sprachniveau die größten Schwierigkeiten. Aber auch die Integration in die Gastfamilie ist nicht unproblematisch, da von den Schülern eine hohe Anpassungsfähigkeit erwartet wird.

Französische Eltern gelten in Deutschland als sehr streng. Ist das Ihrer Erfahrung nach ein Problem im Zusammenleben zwischen deutschen Schülern und französischen Gastfamilien?

In meiner Familie haben wir eine junge Deutsche aufgenommen, die uns genau das Gegenteil gesagt hat, nämlich dass ihre Eltern viel strenger seien als wir. Sie hatte in Frankreich sogar ein größeres Freiheitsgefühl. Die französischen Gasteltern erwarten vor allem, dass die Jugendlichen am Familienleben teilnehmen, sich mit ihnen austauschen und sich nicht in ihrem Zimmer einschließen.

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