Praktikum in Ecuador

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Patrizia Hernandez in Quito

... ist Ihre Ansprechpartnerin vor Ort, wenn Sie ein Praktikum in Ecuador machen. Seit 1999 platziert sie PraktikantInnen v.a. aus Nordamerika und Europa in Ecuador. Zu ihrer Agentur gehört auch eine Sprachschule, um PraktikantInnen ggf. vorbereiten zu können (mehr zur Sprachschule).

Wo in Ecuador vermitteln Sie Praktika?

In ganz Ecuador, hier in Quito, aber auch auf den Galapagos Inseln oder an der Küste. An der Küste vermitteln wir Praktikanten zum Beispiel nach Puerto Lopez und Santa Elena, in den Anden in die Städte Ibarra und Ambato und im Amazonas nach Tena und Puyo.

Wie sieht es mit Praktika auf den Galapagos Inseln aus?

Die Galapagos Inseln sind sehr beliebt als Praktikumsort, besonders bei denen, die sich für Umwelt- und Naturschutz interessieren. Viele Tierschutzprojekte werden heutzutage vom Nationalpark beaufsichtigt, und es ist ein wenig schwieriger, Praktikanten dort unterzubringen. Wir arbeiten aber mit ein paar Umweltschutz- und Ökotourismus-Projekten auf San Cristobal und Isabela zusammen. 

Wie bereiten Sie Praktikanten auf Ihr Praktikum vor?

Durch eine Orientierungsveranstaltung hier in Quito, die alle durchlaufen, egal wo in Ecuador sie ihr Praktikum dann absolvieren. Diese Orientierung findet meist am Samstag statt, und am Sonntag reisen die, die ihr Praktikum nicht hier in Quito machen, weiter an ihren Praktikumsort. Wir besprechen während der Orientierung, wie die Teilnehmer dorthin kommen und helfen auch dabei, das richtige Ticket zu kaufen.

Wir sprechen auf dieser Veranstaltung über ganz viele Dinge: über Sicherheit, die Praktikumsstelle, Traditionen in Ecuador und die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch wenn wir wissen, dass sich die meisten Teilnehmer schon zu Hause gut informiert haben, ist es uns schon wichtig, das alles noch einmal zusammen durchzugehen. Wir beantworten natürlich auch alle Fragen, die aufkommen, und geben den Teilnehmern Tipps für Wochenende-Ausflüge. Manchmal müssen wir auch das Visum registrieren und dabei helfen wir den Praktikanten.

Empfehlen Sie einen Sprachkurs vor Beginn des Praktikums?

Auf jeden Fall, denn auch wenn man schon Spanisch spricht, erleichtert ein Kurs zu Beginn den Einstieg hier in Ecuador ganz ungemein. Deshalb gehört zu meiner Agentur auch eine Sprachschule. 

Viele der Teilnehmer sind Gruppen, die Unis in den USA zu uns schicken. Wenn jemand ein Praktikum macht, integrieren wir ihn oder sie allerdings nicht in eine Gruppe, sondern organisieren Einzelunterricht. Denn nur so können sich die Lehrer ganz auf Bedürfnisse und Wünsche des jeweiligen Praktikanten einstellen und müssen keine Rücksicht auf die Lerngeschwindigkeit der anderen nehmen.

Bitte beschreiben Sie Ihre Sprachschule.

Siee ist ungefähr 15 Minuten vom Stadtzentrum in Quito entfernt, wo die ganzen Cafes und Bars sind. Sie liegt im Erdgeschoss eines dreistöckigen Hauses, mit 2 Büroräumen und den Schulräumen: ein größeres Klassenzimmer, sieben kleinere Unterrichtsräume und einem kleinen Gemeinschaftsraum zum Kaffeetrinken. Draußen gibt es eine kleine Sonnenterasse für die Pausen, manchmal stellen die Lehrer auch einen Tisch und Stühle raus, um dort in der Sonne Unterricht zu halten.

Ist es schwer, das ecuadorianische Spanisch zu verstehen?

Nein. Es gibt übrigens in Ecuador neben Spanisch noch 24 andere Sprachen, davon ist Quichua die am weitesten verbreitete Sprachvariante. Quichua ist dem Spanischen aber nicht so ähnlich, es gibt nur ungefähr 60 Wörter, die entlehnt sind. Aber das Spanisch hier in Ecuador ist wirklich sehr leicht zu verstehen (besonders im Hochland), weil die Menschen hier sehr klar und ohne Akzent sprechen. Wenn jemand schon ein paar Grundkenntnisse hat, ist es ein Kinderspiel, die Ecuadorianer zu verstehen.

Ist es Ihrer Erfahrung nach leicht für Praktikanten, Leute kennen zu lernen?

Wenn Sie vorher einen Sprachkurs machen, auf jeden Fall. Bei allen, die ihr Praktikum in Quito machen, sorgen wir dafür, dass sich die Praktikanten untereinander treffen und zusammen etwas am Wochenende unternehmen können.

Es ist aber auch wirklich total einfach, andere Reisende in den Cafés kennenzulernen oder sich einer Reisegruppe anzuschließen. Die Praktikanten können ihre Gastfamilie auch dabei begleiten, wenn die ihre Familien besuchen, oder sie freunden sich mit ihren Kollegen an und unternehmen gemeinsam etwas. Das Wichtigste ist, offen zu sein und einfach drauf los zu sprechen, Lateinamerikaner lieben es zu reden und man trifft immer neue, interessante Menschen.

Quito liegt 2800 Meter über dem Meeresspiegel. Haben Europäer es schwer, sich an den riesigen Höhenunterschied zu gewöhnen?

Das einzige, was vielleicht zu bemerken ist, ist Kurzatmigkeit beim Treppen- oder Bergsteigen. Wir raten allen, es in den ersten ein, zwei Wochen erst einmal ruhig anzugehen und nicht gleich Ausflüge in noch höhere Gegenden zu machen. Der Cotopaxi Nationalpark oder der Quilotoa See sind zwar wunderschön, aber man muss dorthin wandern und das sollte man eher am Ende des Aufenthaltes machen.

Stichwort Sicherheit: wie sieht es damit aus?

Ich würde sagen, dass es schon sicher ist, in Ecuador zu reisen. Natürlich gibt es immer Gegenden, die man als Ausländer meiden sollte, oder die sogar die Ecuadorianer nicht ohne guten Grund besuchen. In solche Gegenden vermitteln wir auch gar keine Praktikanten, zum Beispiel nach Manta an der Küste oder in den Süden von Quito, da gibt es schon viel Armut.

Wir raten den Praktikanten immer, uns oder ihre Gastfamilie zu fragen, wenn sie nicht genau wissen, ob es eine gute Idee ist, einen bestimmten Ort zu besuchen. Grundsätzlich sagen wir ihnen, dass sie sich „street smart“ verhalten sollen. Ich erkläre ihnen, dass es für sie vielleicht keine große Sache ist, ein Smartphone mit sich rumzutragen, aber hier ist es mehrere Monatsgehälter wert! Man muss sich einfach klarmachen, dass Kameras und Handy hier viel mehr wert sind als zu Hause und beim Reisen bedenken, solche Dinge nicht offen bei sich zu haben. Wir besprechen das auch ganz ausführlich in der Orientierung. Mein Mann kommt aus Schweden und ist jetzt 7 Jahre hier, er wurde noch nie ausgeraubt, es hängt also wirklich davon ab, wie man sich verhält, dann ist es hier nicht gefährlicher als in Berlin, New York, London oder Stockholm.

Zur Introseite: Praktika in Ecuador

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