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Abiturkurse Französisch in Nizza

Französisch Abiturkurse in Nizza

Anja Denysiuk ist die Direktorin der Sprachschule in Nizza, die sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten Pascal seit über 20 Jahren führt. Wir haben sie nicht nur, aber besonders zu den Abiturkursen in Nizza befragt.

Sind die Französisch Abiturkurse nur für Abiturienten?

Nein - jedenfalls nicht exklusiv: die Abiturkurse eignen sich auch als Vorbereitung auf einen Leistungskurs Französisch. Grundsätzlich würde ich sagen, die Abiturkurse sind sinnvoll für Schüler und Schülerinnen in der Oberstufe, also in der 11. und 12. Klasse.

Gerade weil es sinnvoll ist, einen Vorbereitungskurs zu machen, auch wenn das Französisch Abitur noch ein Weilchen hin ist, laufen unsere Vorbereitungskurse auch in allen Ferien, Ostern, Sommer, Winter.

Kennen eure Lehrer die Anforderungen im deutschen Abitur?

Ja, aber der Abitur-Vorbereitungskurs ist nicht spezifisch auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Bundesländer ausgerichtet. Dies ist dadurch bedingt, dass der Kurs allen Nationalitäten offen ist. Die Teilnehmer kommen in der Regel aus Deutschland, Österreich und England - was ich als einen Vorteil sehe. Denn dann konzentriert man sich nicht so sehr auf letztlich bürokratische Leitlinien, sondern darauf, was wirklich wichtig ist, flüssiges und gutes Französisch.

Was genau ist der Inhalt der Abiturkurse?

Man muss sich das so vorstellen, dass am ersten Tag eine Art Briefing mit der Gruppe stattfindet. Die Gruppen sind klein, mit maximal 10 Teilnehmern. Der Lehrer "sammelt" Informationen zu den Themen, die die Teilnehmer in seiner Gruppe bearbeiten möchten - einen Schriftsteller z.B. wie Camus oder eine bestimmte historische Epoche - und stellt dann ganz speziell für diese Gruppe seinen Kurs zusammen, um so viele Themen wie möglich abzudecken.

Im Grunde brauchen die Teilnehmer eines Abiturkurses eh alle das Gleiche: Verbesserung des allgemeinen Sprachverstehens, mehr Selbständigkeit und Leichtigkeit. Die Frage ist für alle, WIE gehe ich an einen Text ran. Wer zum Abiturkurs nach Nizza kommt und hier dann zum 1. Mal das Werk "seines" Schriftstellers öffnet, hat irgendwas verpasst. Man sollte also schon wissen, was man möchte und braucht.

Der Abiturkurs hat 30 Wochenstunden, die Intensivkurse auch - was eigentlich ist der Unterschied?

Beim Intensivkurs ist der Nachmittagsunterricht auf die Verbesserung der mündlichen Sprachkenntnisse ausgerichtet. Beim Abiturkurs wird im Nachmittagsunterricht verstärkt auf Textanalysen und Résumés eingegangen.

Ein weiterer Unterschied: der Intensivkurs baut auf dem allgemeinsprachlichen Standardkurs auf, es geht also grundsätzlich um allgemeinsprachliches Französisch. Beim Abiturkurs ist es so, dass es immer um Abitur-relevante Themen geht, morgens und auch in den beiden Nachmittagslektionen.

Wenn aber zu dem Zeitpunkt, an dem jemand kommen möchte, gerade kein Starttermin für einen Abiturkurs ist, macht es durchaus Sinn, dann als quasi zweite Wahl einen Intensivkurs zu belegen. Es geht da zwar mehr um das Mündliche, aber man kann immer mit dem Lehrer oder der Lehrerin sprechen und sie darum bitten, einem zusätzliche schriftliche Hausarbeiten zu geben.

Wieviel Taschengeld sollten Teilnehmer mitbringen?

Es ist schwierig zu sagen wie viel Taschengeld man mitnehmen sollte, ich würde sagen, wenn jemand an den von uns angebotenen Aktivitäten teilnehmen möchte und abends auch mal weggehen will, sollte man mit ca. 100 Euro die Woche rechnen.

Die Aktivitäten, die wir für Kursteilnehmer organisieren, sind nicht im Preis inklusive, aber wir berechnen den Selbstkostenpreis, je nach Aktivität oder Ausflug zwischen 2 und 40 €. Die Kursteilnehmer können sich von Fall zu Fall aussuchen, woran sie teilnehmen möchten und woran nicht - es ist also kein Paketprogramm, in dem von vornherein jeder Tag verplant ist. Die Teilnehmer sind immerhin schon 16 oder älter.

Apropos Alter - gibt es spezielle Betreuung für alle unter 18?

Nein. Wir bieten zwar speziell im Sommer auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtete Aktivitäten an, und im Kurs sind alle unter der Aufsicht der Lehrer und Lehreinnen. Es gibt aber keine allround Betreuung und Überwachung der 16- und 17jährigen. Sie können wie gesagt selbst entscheiden, ob sie an einer Nachmittagsaktivität teilnehmen oder doch lieber an den Strand gehen. 

Zum Thema abends ausgehen: Die Eltern noch nicht volljähriger Teilnehmer müssen vor der Ankunft eine Ausgangserlaubnis ausfüllen, welche wir an unsere Gastfamilien weiterleiten. Darin wird von den Eltern bestimmt, wie lange ihre Söhne und Töchter abends ausgehen können.

Was für Aktivitäten bietet ihr an?

Wir bieten verschiedene Aktivitäten an, nachmittags und manchmal auch abends und dann am Wochenende Tagesausflüge, z.B. nach Cannes, Monaco, Eze oder St. Paul de Vence. Besuche von Museen und Theatern werden ebenfalls angeboten, sowie gemütliche Abende im Restaurant, Proben von Wein und Käse oder Salsa-Abende. Im Sommer sind Beachvolleyball und Wassersport sehr beliebt.

Was ist populärer, die Unterkuft bei einer Gastfamilie oder im Citéa?

Wer unter 18 ist, wohnt automatisch bei einer Gastfamilie, das Citéa ist nur buchbar für Schüler ab 18. Also erst ab 18 kann man frei wählen, wo bzw. wie man wohnen möchte hier in Nizza. Im Citéa wohnen nicht nur Sprachschüler, sondern auch Touristen, und ich würde diese Unterkunft empfehlen wenn jemand unabhängig sein möchte. Jedes Studio bei Citéa hat eine Küchenzeile und ein eigenes Bad.

Wie sieht das Leben in einer französischen Gastfamilie aus?

In Frankreich arbeiten viele Frauen und die Kinder sind tagsüber in der Schule. Der Kontakt findet hauptsächlich abends statt. Das Abendessen ist der Moment wo sich die ganze Familie trifft und "gequatscht" wird.

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