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"Die Leute hier sind supernett" ...

Sprachkurs in Rio

... so Andrea, 37, über Rio. Seit März lebt sie aus beruflichen Gründen in Brasilien. Um sich auf ihre Arbeit vorzubereiten, hat sie einen 3–wöchigen Sprachkurs an der Sprachschule in Rio de Janeiro gemacht.

Andrea, was war dein erster Eindruck von Rio?

Rio ist eine fantastische Stadt. Die Leute sind super nett. Hier hat man alles: Strand, Berge, tolles Essen und ein großes Freizeitangebot für den Tag und für die Nacht.

Wie sah der erste Tag deines Sprachkurses aus?

An der Schule herrscht eine herzliche Atmosphäre. Wir wurden alle persönlich von der Schulleiterin Veronica begrüßt. Sie hat uns zunächst eine ausführliche Einführung zur Schule und zum Leben in Brasilien allgemein gegeben. Alle Studenten die schon Portugiesisch Kenntnisse hatten, mussten erst einmal einen Einstufungstest absolvieren. Ich war selber Anfängerin, deshalb stand für mich gleich fest, dass ich in die Anfängerklasse komme. Danach sind wir alle zusammen in ein typisches Brasilianisches Restaurant im Stadtteil „Centro“ gegangen. So habe ich gleich die anderen Teilnehmer aus der Schule kennengelernt und erste Kontakte geknüpft.

Wie fandest du den Unterricht?

Fast alle Lehrer an der Schule sind Carioca, das sind die „echten“ Einwohner von Rio – wie die Berliner in Berlin. Die Carioca haben alle unterschiedliche Akzente, je nachdem aus welchem Stadtteil sie kommen. Zuerst habe ich mich ein wenig darüber gewundert, dass wir jeden Tag einen anderen Lehrer hatten, doch haben sich die Lehrer so gut aufeinander abgestimmt, dass der Unterricht trotzdem gut durchorganisiert war. Das Unterrichtkonzept besteht darin, dass die Studenten durch die unterschiedlichen Lehrer auch die verschiedensten Akzente hören und lernen zu verstehen. Der Unterricht ist aufeinander aufgebaut, so dass auch die Hausaufgaben vom Vortag immer kontrolliert werden. Jeder Lehrer weiß, was die Klasse die Woche über gelernt hat.

Wie viele Studenten waren in deiner Klasse, und aus welchen Ländern kamen sie?

Ich war im April, in der Nebensaison, an der Schule. Dadurch waren wir nur 2-3 Studenten pro Klasse. In der Hauptsaison, im europäischen Sommer, zum Karneval und zu Weihnachten, sind durchschnittlich 4-5 Studenten im Kurs. Meine Klassenkameraden kamen aus Skandinavien und aus den USA. An der Schule waren noch Schweizer, Franzosen, Australier und Kanadier. Rundum ein guter Nationalitätenmix.

Wo und wie hast du gewohnt?

Da ich selber in Rio lebe, hatte ich eine eigene Unterkunft. Meine Klassenkameraden haben größtenteils in Gastfamilien gewohnt und waren super zufrieden. Ein dänischer Mitschüler aus meiner Klasse zum Beispiel hat bei einer älteren Dame gelebt, die ganz toll gekocht hat. Er war dort zusammen mit einem amerikanischen Studenten untergebracht. Ich würde jedem die Privatunterkunft empfehlen. Die Carioca sind sehr gastfreundlich und auch wenn Ihr portugiesisch so rudimentär ist wie meins, freuen sie sich immer wenn man versucht mit ihnen portugiesisch zu sprechen.

Hast du an den Freizeitangeboten der Sprachschule teilgenommen?

Ja. Ein paar Ausflüge habe ich mitgemacht. Wir waren beim Cristo – die berühmte Statue auf dem Berg Corcovado -, wir sind mit der Seilbahn auf den „Pão de Açúcar“ gefahren – hier hat man eine geniale Aussicht auf Rio – und wir waren im Botanischen Garten.

Apropos Sicherheit: Fühlst du dich sicher in Rio? Was sollte man beachten?

Die Sprachschule befindet sich im „Centro“, dem Businessviertel von Rio. Hier ist es tagsüber super sicher. Abends sollte man das Viertel meiden, denn dann ist es hier wie ausgestorben. Man sollte dann nur in größeren Gruppen unterwegs sein. Toll für Abends ist die „Zona Sul“ mit den Stadtteilen „Leblon“, „Ipanema“ und „Copacabana“.

Grundsätzlich gilt aber, dass man keinen Schmuck und keine Wertsachen sichtbar am Körper tragen sollte. Ich habe mir zum Beispiel ein ganz billiges Handy gekauft und lasse mein I-Phone lieber zu Hause. Auch sollte man nicht zu viel Bargeld dabei haben und falls man überfallen wird, sollte man immer alles, was man dabei hat, dem Dieb geben. Abends sollte man für den Nachhauseweg lieber ein Taxi nehmen, tagsüber kann man problemlos mit dem Bus fahren.

Man hört immer: Rio ist ein teures Pflaster. Stimmt das?

Ja, definitiv. Speziell die Touristengegenden um die „Zona Sul“ sind sehr teuer – hier ist alles 3 – mal so teuer wie in Berlin. Ich habe an der „Copacabana“ das teuerste Sandwich meines Lebens gegessen – 20€ hat es gekostet. Aber es geht auch günstiger. Empfehlen kann ich zum Beispiel die „Quilo“ Restaurants. Das sind Selbstbedienungsrestaurants im Buffetstyle, bei denen man sich die Teller so voll hauen kann wie man will. An der Kasse wird der Teller dann gewogen und man bezahlt pro „Quilo“. Diese Restaurants gibt es im „Centro“, fürs Mittagessen, aber auch in der „Zona Sul“. Wenn Sie sich selbst verpflegen, dann sollten Sie in den Supermärkten außerhalb der „Zona Sul“ einkaufen gehen. Dort sind die Lebensmittel sehr viel günstiger.

Hast du sonst noch Tipps für Rio-Reisende?

Mich begeistert hier besonders das tolle Essen. Alles schmeckt hier einfach köstlich, besonders das frische Obst. Auch am Strand kann man problemlos die Köstlichkeiten von den fliegenden Händlern genießen. Nur sollte man die Finger von den Gambas lassen. Diese werden oftmals aus nicht so sauberen Gewässern gefischt. Auch das Leitungswasser kann man nicht trinken. Einen Ausgehtipp habe ich noch: „Lapa“ ist das Sambaviertel Rios. Hier sollte man jedoch nur in Gruppen hingehen. Ich kann jedem nur einen Besuch in Rio empfehlen. Die relaxte Lebensweise der Brasilianer ist ansteckend.

Zur Beschreibung der Sprachschule und der Sprachkurse in Rio

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