1. State High Schools USA

Fragen? Kommentare?

Erfahrungsberichte High School USA

Alle Erfahrungsberichte ansehen

Vorname:
Christina
Alter:
17
aus:
Delmenhorst
war:
2008 für ein Semester in Lakeport, Kalifornien, USA
Schultyp:
Staatliche Schule
Kontakt:
christinarabe@gmx.de

Hier der Bericht von Christina:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Man merkt ziemlich schnell, dass es sehr viele Unterschiede zwischen den USA und Deutschland gibt.

Zum Einen sind die Essgewohnheiten sehr verschieden. Es werden auch ganz andere Sachen gegessen, manche sind gut und manche sind gewoehnungsbeduerftig. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, alles auszuprobieren! By the way: Im Restaurant wird manchmal eine Kugel Butter auf das French Toast gelegt. Wie schon gesagt, es ist Butter und keine Eiscreme!!! Ja, haette ich das vorher gewusst....;-)

Die Schule ist wirklich ganz anders. Man hat jeden Tag die gleichen Faecher und es werden auch so tolle angeboten wie Photography, Drama oder Ceramics, um nur einige zu nennen. In manchen Faechern darf man die Tests sogar mit nach Hause nehmen, ins Buch gucken, mit einem Klassenkameraden besprechen oder ihn am naechsten Tag weiterschreiben.

Ich denke, dass die Amerikaner viel religioeser sind. Viele Jugendliche gehen auch einmal die Woche oder zweimal im Monat zur Youth Group und ich kann wirklich empfehlen, dort hin zu gehen, auch wenn man Kirche in Deutschland "voll langweilig" findet. Die Leute sind da wirklich nett.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Ich denke als erstes an die guten Zeiten, die ich mit meinen Freunden erlebt habe.

Ich erinnere mich auch sehr gerne an die "heimlichen Ausfluege" mit meiner Gastoma zu "Baskin-Robbins". Da gibt es einfach super leckeres Eis und - glaubt mir! - ihr koennt euch gluecklich schaetzen, wenn das in eurer Naehe sein wird.

Manchmal draengen sich aber auch die peinlichen Erinnerungen (u.a. lustige Versprecher) in mein Gedaechnis. Aber das gehoert auch irgendwie dazu.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Mir hat es sehr gut gefallen, immer Englisch zu sprechen. Vor allem wenn man nach einiger Zeit feststellt, dass es einfacher und fluessiger wird, macht das einen auch richtig gluecklich!

Natuerlich haben mir die Ausfluege mit meiner Gastfamilie sehr gut gefallen. Die gingen nur immer viel zu schnell vorbei!

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Ich bin jeden Morgen um sieben aufgestanden und musste immer alleine fruehstuecken, weil meine Gasteltern noch geschlafen haben. An meiner High School konnte man aber auch ein Fruehstueck fuer einen Dollar kaufen. Das habe ich aber nur selten gemacht, weil ich lieber in die Library oder in einen anderen Raum gegangen bin, um mich mit meinen Freunden zu treffen oder noch mal schnell meine Hausaufgaben fertig zu stellen.....ach ja, dazu kein Kommentar...

Um halb neun ging es dann aber los: Englisch, Pre-Calculus, Chemistry und Drama. Es kam sehr gelegen, dass ich Drama aka "die-class-in-der-alles-Essbare-willkommen-ist" schon vor der Lunchbreak hatte. Ich konnte mich erst nach ein paar Monaten einigermassen daran gewoehnen, so "spaet" zu essen. Jedenfalls gab es dann aber auch alles! Eiscreme, Pizza, Hamburger, Chicken Nuggets, Tacos und Buritos. Salat und Obst auch. Waerend der Pause wurde auf dem Schulhof immer Musik gehoert und zwar aus Lautsprechern! Das fand ich wirklich super und da hat man auch nochmal etwas von dem "school spirit" mitbekommen.

Nach der Pause hatte ich dann Spanisch 1 (zu einfach...nicht empfehlenswert!), US History und Photography. Letzteres war einfach nur toll. Es hat viel Spass gemacht.

Nach der Schule hiess es dann bei Wind und Wetter nach Hause laufen (eine Meile oder fuenf gefuehlte) oder irgendjemanden nach einem ride fragen.

Man hoert ja immer, dass es ein grosses Sportangebot an den amerikanischen Schulen gibt. Das war auch bei mir so. Ungluecklicherweise war es aber ziemlich schwierig, in ein Team zu kommen, vor allem, wenn man vorher noch nie diesen Sport gemacht hat. Ich habe es dann mit Tennis versucht, was angeblich nicht so "competitive" sein sollte.

Zum Anfang haette ich es mir schwieriger vorgestellt, neue Leute kennen zu lernen. Man stellt sich ja mehr oder weniger in den einzelnen Klassen vor und dann wissen die meisten auch schon gleich, wer du bist und viele gehen dann auch von sich aus auf dich zu und fragen dich aus: "You are from Germany?!? Sweet...", "Do you speak German in Germany?" (das ist kein Witz...) oder sowas wie "Mein Opa war mal da....". Dann versuchen einige auch noch, ein paar Woerter auf Deutsch zu sagen.

Aber ziemlich schnell faengt es dann auch an, dass sie auch von dir erwarten, dass du auf sie zugehst und dich mit ihnen unterhaelst. Aber keine Angst! Jeder versteht einen, selbst wenn das mit dem Englisch sprechen noch nicht so gut klappt. Ach ja, die meisten finden den deutschen Akzent auch total "cute"....

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Da meine Gasteltern ziemlich beschaeftigt waren und ich keine Gastgeschwister hatte, kam das richtige Familienleben erst abends zustande. Wir sind dann oft in Restaurants oder ins Kino gegangen. Ich habe in diesen fuenf Monate so viele Filme gesehen wie ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen habe. Unglaublich....

Ganz anders und zum Anfang gewoehnungsbeduerftig war die Tatsache, dass ich immmer Bescheid sagen musste, wo ich bin oder hin moechte. Die Gasteltern waren da doch ziemlich besorgt und manchmal dachte ich, sie wuerden mir gar nichts zutrauen und mich fuer ein Kleinkind halten.

Zuhause habe ich ja nur eine Katze als Haustier und meine Gastfamilie duerfte sich wohl eher als Besitzer eines Streichelzoos bezeichnen. Es gab eine Ziege, Mini-Pferde, Hunde, Huehner und eine Katze. Da musste ich manchmal auch helfen, die Tiere zu fuettern und weil die Huehner oft ausgebrochen sind, musste man am naechsten Tag suchen, wo die die Eier gelegt haben. Das war aber ziemlich lustig...

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Da ich die meiste Zeit nicht im Tennis Team war, hatte ich nach der Schule ziemlich viel Zeit. Natuerlich musste ich auch viele Hausaufgaben machen, die auch nicht zu unterschaetzen sind. Meistens habe ich mich dann aber noch mit Freuden verabredet und dann war uns nie langweilig. Mit einer anderen ATS aus Brasilien haben wir zum Beispiel ziemlich oft Brigadeiros gemacht. Das kann man essen.

An den Wochenenden geht man dann auch manchmal ins Kino oder in die Mall. Bei mir war es leider der Fall, dass die naechste Mall zwei Stunden entfernt war. Dann hat man sich jedenfalls immer ganz besonders darauf gefreut. Man gewoehnt sich irgentwie nicht wirklich daran, dass viele davon reden, bei Wal-Mart oder K-Mart Kleidung zu kaufen.

Als es im Juni ziemlich warm wurde, sind wir oft im See schwimmen gegangen.

Leider kam es auch manchmal vor, dass man sich zu Hause alleine beschaeftigen muss, weil viele amerikanische Jugendliche arbeiten muessen.

 

Alle Erfahrungsberichte ansehen

Druckversion dieser Seite