1. State High Schools USA

Fragen? Kommentare?

Erfahrungsberichte High School USA

Alle Erfahrungsberichte ansehen

Vorname:
Caroline
Alter:
18
aus:
Berlin
war:
2006 für ein Schuljahr in Beaverton/Tigard, Oregon, USA
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Kontakt:
srhs_carrie@yahoo.com

Hier der Bericht von Caroline:

Eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse

Am 25. August 2005 ging es für mich los, am Flughafen konnte ich immer noch nicht glauben, dass ich gerade meine Familie und Freunde für ein letztes Mal für die kommenden 10 Monate sehen werde.

Ich war total aufgedreht, aber das war zu 80% weil ich bei dem Vorbereitungsseminar in New York City für 5 Tage teilnahm, und deswegen erst mal sehr aufgeregt war. Als es ans einchecken ging habe ich meine Eltern, Verwandten und Freunde noch mal gedrückt und habe dann alles hinter mich gelassen.

In New York angefangen habe ich es noch immer nicht zu 100% verstanden was ich hier eigentlich mache, und so waren die 5 Tage mehr oder weniger wie ein normaler Urlaub, mit dem einzigem Unterschied das wir für ein paar Stunden am Tag Hinweise zum Leben bei der Gastfamilie bekommen haben.

Dann war es endlich so weit, ich und ein paar andere Schüler die in Oregon oder Washington platziert waren, landeten in Portland... Ich war sehr nervös, ich kannte zwar meine Familie von der Anmeldungsmappe die ich bekommen hatte, aber die Bilder waren auch schon ein paar Monate alt.

Ich hatte panische Angst meine Familie nicht zu erkennen, oder dass meine Familie vielleicht nicht kommen würde, aber ich habe mich getäuscht. Etwa 5 Minuten nach dem ich aus dem Flieger ausgestiegen bin, habe ich meine Gastfamilie in der Menge erspäht, es war auch nicht schwer, da sie einen Ballon mit meinem Namen drauf mit sich hatten. Wir haben uns alle gedrückt und ich wurde allen vorgestellt.

Nachdem ich meiner Familie versichert habe dass ich wirklich nicht Müde sei, haben sie vorgeschlagen gleich die Sehenswürdigkeiten in Portland und die Umgebung anzusehen. Ich war überrascht, denn bis auf den 11-jährigen Bruder haben mich meine Gasteltern sowie meine Gastschwester sofort so behandelt als gehöre ich zur Familie. Wir haben über alles Mögliche geredet. Auch darüber wie viel Angst ich hatte, das mein Englisch nicht gut sei, aber meine Familie beruhigte mich da gleich.

Trotz meiner guten Englischkenntnisse musste ich am Anfang (für die ersten 1 bis 2 Monate) immer meinen Gesprächspartner darum bitten, entweder langsamer zu sprechen, oder es mir aufzuschreiben. Da der Akzent der Amerikaner sich doch sehr vom Oxford Englisch unterscheidet, und sie auch viele andere Wörter benutzen.

Zur Sicherheit habe ich mir ein Englisch Wörterbuch mitgebracht, aber da habe ich mit meiner Gastfamilie gleich die Regel abgesprochen, dass ich nur im äußersten Notfall nachschlage. Wenn ich etwas nicht verstehe, werden sie mir alles umschreiben bis ich es verstehe. Und ich muss sagen, dass hat auch sehr gut geklappt, und ich habe des öfteren gesagt bekommen, dass ich einen unglaublich großen Wortschatz habe.

Wenige Tage nach dem ich angekommen bin, war mein 18. Geburtstag und die Schule hat zwei Tage später angefangen. Es war ein wenig seltsam meinen „Volljährigkeits-Geburtstag“ ohne meine Eltern und meine Freunde zu feiern, und meine Gastfamilie kannte ich ja auch erst seit knapp einer Woche, aber meine Gastfamilie bemühte sich sehr mir einen wunderschönen Geburtstag zu machen. Meine Gastschwester Katie hat ihre beiden besten Freunde eingeladen, und wir sind dann alle zusammen in die Berge zum Sommerrodeln gefahren. Katie, ihre Freundinnen und ich verstanden uns auf Anhieb sehr gut, somit war es ein noch höherer Spaßfaktor! Am Abend sind wir in Restaurant essen gegangen, als Überraschung kam am Ende des Dinners ein großer Eisbecher mit Kerzen eingesteckt. Das Licht wurde gedämmt und alle Gäste sangen Happy Birthday. Das schönste aber war, das Kyle mein Gastbruder langsam angefangen hatte vertrauen zu mir zu fassen, so wir konnten auch Sachen alleine unternehmen.

2 Tage später folgte der eigentlich große Event, der erste Schultag. Ich war furchtbar nervös, aber Katie, meine Gastschwester, nahm mich an der Hand und stellte mich allen vor, und hat mit mir den Stundenplan abgeholt... Sie hat mir gleich eine Kopie Ihres Stundenplanes gemacht, so falls ich Probleme hatte, konnte ich sie finden. Der erste Schultag hatte eine menge Eindrücke, einfach zu viel um sie hier alle zu erwähnen, nur eine Sache es war ganz anders als ich es mir Vorstellte!!!

Im Oktober kam dann das nächste große Event: HOMECOMING, dieser ist ein Ball, and dem sich alle Schüler ganz fein herausputzen, und dann sich für 3 Stunden in der Schule treffen um Spaß zu haben und zu tanzen. Homecoming war eine menge Spass, und es war das erste mal für mich das ich ein richtiges Dress anhatte!

Dann bald danach kam Weihnachten, eine Zeit um der viele Austauschüler ihre größte Heimweh Phase haben, aber auch hier wiederum hatte ich Glück, meine Familie ist mir mittlerweile so an mein herz gewachsen, dass ich so gut wie gar kein Heimweh hatte...

Dann war es auch schon Halbzeit, 5 Monate waren rum und ich konnte es nicht fassen! An diesen Tagen war ich sehr traurig, da ich Oregon schon komplett in mein Herz geschlossen habe! Dann waren nur noch 2 große Events (eigentlich 3 wenn man meine Abreise mitzählt) auf die ich gespannt wartete, die dann schneller kamen als ich mir erwünscht habe, zum einem der PROM, und zum andern meine High School Graduation.

Der Prom ist der Abschlussball der Senior klasse, zu dem auch die Juniors erlaubt sind. Zu diesem Tanz, der mehr „fancy“ ist als der Homecoming habe ich mir auch ein wunderschönes langes Kleid in rot geholt. Zum Prom bin ich mit meinem Boyfriend gegangen, den ich im März angefangen habe zu „daten“. Er hat mich am frühen Abend zum Essen ausgeführt, und, ganz Gentleman, die Rechnung übernommen. Danach sind wir die 4 Stunden zum Prom gefahren, der in einem großem Haus in Portland stattfand... Nach dem der Tanz um 23 Uhr vorbei waren haben wir uns mit Freunden getroffen um den Abend zusammen ausklingen zu lassen.

Das nächste Ereignis war meine Graduation. Auf Grunde meines Alters und meiner Fähigkeiten wurde ich in die Seniorklasse eingestuft, und in meinem Jahr habe ich alle Anforderungen für ein High School Diploma bestanden, und somit war ich ein Teil der großen Graduation. Diese Graduation fand im Portland Community College statt... Ein Schüler nach dem anderen musste auf die Bühne um sein Diplom zu holen! Das war ein unbeschreibliches Gefühl!

Leider, wenige Wochen nach der Graduation kam das letzte aber auch traurigste Ereignis: mein Rückflug. Es fiel mir unglaublich schwer loszulassen, da ich alles und jeden ins Herz geschlossen habe. Aber ich habe mit jedem em@iladressen ausgetauscht, und bis jetzt schreibe ich mich noch mit meinen Freunden.

Die 3 größten Unterschiede zwischen Deutschland und den USA

Der erste Unterschied ist der auch erste den ich wahrgenommen habe, die Mentalität der Leute ist in den USA (besonders in Oregon) ist einfach anders, soll heißen, sobald du nur ein wenig hilflos in der Gegend rumguckst kommen sofort Leute auf dich zu die dir ihre Hilfe anbieten, auch wenn du zum Beispiel nur auf einen Freund wartest oder so. Das gleiche Bild in Geschäften, jedes Geschäft hat eine Unmenge an Beschäftigten, so dass immer mindestens einer dich sieht und fragt ob er dir helfen kann, oder wenn du eine Frage hast, dauert es keine 20 Sekunden bis du einen Mitarbeiter gefunden hast, der dir bei allem hilft und dir jede Frage beantwortet. Auch sind Menschen viel höflicher, sie fragen immer „How are you“ und man muss auch immer zurück fragen, egal ob man ihre Frage beantwortet hat oder nicht.

Der zweite Unterschied ist, dass in den USA alles größer ist. Von den Autos bis hin zu den Milchflaschen. Das ist manchmal auch sehr frustrierend, besonders wenn man mal in einen Supermarkt geht und nur schnell was kaufen will. Es ist zwar, dank der Verkäufer, nicht schwer das zu finden was man haben will, aber dann gibt es ungefähr 20 mal die gleichen Produkte aber von einer andern Marke, und da kann es durchaus passieren das man 30 Minuten im Supermarkt steht, nur um sich für die richtige Buttersorte zu entschieden.

Der drittgrößte Unterschied besteht in der Bauweise der High Schools in den Vereinigten Staaten. Und zwar setzen Bauherren und Architekten alles daran die Schule sowie die Schulräume so groß und geräumig zu machen wie es geht, und das gleiche mit dem Football- und dem Baseballfeld. Es gibt an den meisten Schulen zwar nur ein Footballfeld, aber dazu dann mindestens 4 Base-/Softballfelder, und mindestens 2 ganz normale Grasfelder auf dem die Teams trainieren.

An was denke ich als erstes wenn ich an meinen Aufenthalt zurückdenke

Die ersten Gedanken die mir kommen sind meine Freunde, sofort danach meine Gastfamilie und meine Schule. Ich habe es genossen, den Tag über in der Schule sitzen, Hausaufgaben machen und lernen. Und am Abend wenn man alles erledigt hatte, rief man seine Freunde an, und man traf sich zu den täglichen Sportevents in unserer Schule, so wie Football, Fußball (Soccer), Basketball, Baseball und Cheerleading Competitions...

Beschreibung eines typischen Schultages

Als ich mir meinen Stundeplan mit der Hilfe meines Counselors zusammengestellt habe, habe ich Sport in der 0. Stunde gewählt (fängt 6.45 Uhr an), dann 1. Spanisch, 2. Physik, 3. Sport, 4. Health, und 5. Mathematik. An meiner Schule hat man nur 5 Stunden, außer man wählt freiwillig zur 0. zu kommen (was ich gemacht habe). Eine Klassenstunde hat 60 oder 70 Minuten gedauert (Montag, Mittwoch, Freitag 70 Minuten, Dienstag, Donnerstag 60 Minuten)

Ich bin also um 6 Uhr aufgestanden, habe mich fertig gemacht und bin dann 6.30 zur Schule gelaufen (welche sehr nah war). Nach der 0. und 1. Stunde hatte ich nur jeweils 5 Minuten um von dem einen Ende der Schule zur anderen, zu meiner nächsten Klasse zu kommen. Nach der 2. Stunde hat eine Hälfte der Schüler eine 35 Minütige Essenspause (nach der 3. die andere Hälfte, dadurch entstand eine Verschiebung der Stunden, die aber nach der 4. wieder in die gleiche Zeit kam). Nach der 3. und 4. Stunde wieder nur jeweils 5 Minuten. Nach der 5. Stunde war die Schule endlich aus, aber kaum einer ging nach Hause. Die Sportler mussten gleich nach dem Schulschluss zum Training, und viele Schüler, so wie ich, sind geblieben um Hausaufgaben zu machen, und wenn nötig Lehrer um Hilfe zu fragen... Bei mir ist es mehr als einmal vorgekommen das ich von 14.30 Uhr bis ungefähr 20 Uhr in der Schule war, und mir meine Lehrer geholfen haben den Stoff zu verstehen.

Unterschiede zwischen meiner deutschen Schule und der High-School

Die Schulsysteme sind ganz anders aufgebaut, während das deutsche Schulsystem den Schülern bis zur 12. Klasse vorgibt welche Klassen sie belegen müssen, gibt das amerikanische System ihren Schülern freie Wahl. Sie haben nur wenige Beschränkungen: 2 Sprachen (Englisch, und eine Fremdsprache), 1 Naturwissenschaftliches Fach (Biologie, Chemie oder Physik) und 2 Jahre Mathematik, da das Schuljahr in Trimester aufgeteilt ist, sind Klassen ebenfalls so aufgeteilt. Die Pflichtfächer sind nur 2 Trimester lang. Und Wahlfächer, von denen unglaublich viel angeboten sind, sind jeweils nur ein Trimester lang. Das hört sich doch schon mal ganz anders an als das deutsche System.

Dazu kommt noch die Länge der Unterrichtsstunden. In Deutschland sind Unterrichtsstunden nur 45 Minuten lang, In Amerika 60 – 70 Minuten. Dieses hat Vorteile sowie Nachteile. Vorteile sind, da man ja die Klassen für mindestens 3 Monate (ein Trimester) – 6 Monate (2 Trimester) jeden Tag hat, schafft man mehr Stoff durchzunehmen, als in Deutschland ein Jahr 2-3 mal die Woche für 45 Minuten. In Deutschland gibt es auch des öfteren Stundenausfall, was sehr ärgerlich für sowohl die Schule als auch die Schüler ist, da man sowieso schon sehr kurze Zeit auch noch verliert. In den USA fällt NIE eine Stunde aus! Es gibt immer einen Vertretungslehrer!

Die größten Unterschiede zwischen meiner Familie und der Gastfamilie

Meine Familie und meine Gastfamilie hätten nicht unterschiedlicher sein können. Das fing schon mit der Familienstruktur und den Wohnverhältnissen an: Ich, Einzelkind, lebe mit Mama, Stiefvater und einem Border Collie Mischling in einem 2 Zimmer Apartment im Zentrum von Berlin. Meine Gastfamilie: Ich, lebe mit meiner Gastschwester, meinem Gastbruder, meinem Gastvater, meiner Gastmama, einem Shizu-Hund und einem Setter-Golden-Retriever Mischling, und zwei Katzen in einem 2-stöckigem Haus in einer Kleinstadt mit sehr viel Grünflächen.

Dazu kommt noch, das meine Gastfamilie sehr gläubisch waren und immer zum Abendessen zusammen gebetet haben, was ich mit meiner Familie gar nicht habe. Außerdem ist die Zukunftsplanung sehr unterschiedlich, während meine Familie keine Probleme hat, eine Urlaubsreise zum Beispiel fast 10 Monate vor dem eigentlichen Abflug zu Planen, mochte meine Gastfamilie es noch nicht mal das Wochenende zu planen. Es könnte ja immer was spontanes passieren.

Was ich in meiner Freizeit gemacht habe

Am Anfang bin ich immer mit meiner Gastschwester zu Freunden gegangen, dort haben wir in deren Garten oder auf der Straße Twister, oder Dance Dance Revolution gespielt. Später, als ich meinen eigenen großen Freundeskreis hatte, waren wir entweder Fußball spielen, haben einfach nur auf den Grünflächen rumgehangen, sind zu den Sportevents gegangen, ins Kino gegangen, auf Konzerte von Bands gegangen in denen unsere Freunde drin waren, oder auch zur Mall, und oft auch zu Abendessen oder zu jemanden nach Hause.

Alle Erfahrungsberichte ansehen

Druckversion dieser Seite