1. State High Schools USA

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Erfahrungsberichte High School USA

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Vorname:
Maja
Alter:
16
aus:
Lorch
war:
2011 für ein Semester in Gilbert-Phoenix, Arizona, USA
Schultyp:
Staatliche Schule

Hier der Bericht von Maja:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Der größte Unterschied für mich war das Schulsystem in den USA. Ich war an einer öffentlichen "Highschool" mit mehr als 3000 Schülern und einem riesigem Campus, an meiner Schule gab es wirklich alles, vom Baseball-Feld bis zum Schwimmbad .Es gab auch zahlreiche Programme, Mottotage, Vereine und Veranstaltungen. Am Anfang ist es nicht einfach sich in so einem großen Gelände zurecht zufinden. Denn in den USA ist es nicht so, dass die Lehrer zu den Schülern kommen und ihren Unterricht machen, sondern jeder Schüler hat seinen individuell gestalteten Unterichtsplan und muss zwischen den Räumen der Lehrer wechseln. Jeder Lehrer gestaltet seinen Raum selbst. Ich hatte zum Beispiel eine Leherin, die Hunde geliebt hat. Deswegen war ihr ganzer Raum voll mit Postern und Fotos von Hunden tapeziert. Sehr gut gefallen hat mir die "Lunch-hour", an meiner Schule gab es acht verschiedene Essensbereiche und man konnte sich jeden Tag etwas anderes zum Essen aussuchen. Es gab eine asiatische Küche, mexikanische Küche, eine Salatbar, eine Burgerbar, eine Subbar, eine mit Milchprodukten und eine für Cookies und Getränke. Am besten geschmeckt hat das mexikanische Essen und die Cookies sind sehr gut, man kann die mit unseren deutschen Keksen gar nicht vergleichen.

Jeder der "Freshmans" (9.Klasse) hat 8 Stunden Schule (jeweils 55 min) und hat immer 6 Stunden Unterricht plus eine Lunchhour. Als ich neu auf die Schule gekommen bin hat mich ein Tutor, der extra für die Austauschschüler da war, die Fächer wählen lassen. Ich hatte Maths 3-4, Spanish 1, Lab Biology, English 1, Dance Beginners und American History. Der Unterricht war sehr entspannt und recht einfach. Die Hausaufgaben wurden nur auf Vollständigkeit geprüft und mündliche Noten gab es nicht. Es ist also nicht schwer ein Musterschüler zu sein, man sollte sich nur ein wenig benehmen. Wenn man bis Ende des Schuljahres bleibt, muss man die Finals schreiben, diese sind dann doch ein wenig anspruchsvoller als all die anderen Exams, Quizzes und Tests. Man bekommt aber vorher ein Heft zum auswendig lernen. Die Finals machen 20 % der Note aus und ziehen einen selbst wenn man eine "F" schreibt nicht sehr runter.

In jedem Fach hat man andere Mitschüler, da jeder etwas anderes gewählt hat. Ich finde dies sehr spannend und aufregend, da man umso mehr Leute kennen lernt. Die Jugendlichen dort sehen ihre Schule auch eher als Community-Center an als als langweiligen Unterricht. Wenn man dort jemanden fragt, warum sie in die Schule gehen, dann sagen alle: um meine Freunde zu treffen.

Nach dem regulären Unterricht, der bei mir von 7:30 bis 14:30 geht, finden noch viele "After School Activities" statt. Da gibt es wirklich eine riesige Auswahl von Harry Potter Leseclub bis hin zum Schwimm- und Tauchteam. Ich bin in eine Tanzgruppe gegangen und hatte jeden Tag Training, vor Auftritten hatten wir manchmal sogar 5 Stunden pro Tag Training. Ich habe aber in dieser Gruppe viel gelernt von Ballett über Jazz bis hin zu Hip-Hop. Die Mädels in meiner Tanzgruppe waren auch meine Clique mit der ich meine Lunch-Hour meistens verbrachte.

Ein großer Unterschied in den USA sind auch die Menschen in den USA. Sie denken über vieles anders und sind auch sehr viel individueller und oft auch offener als wir Deutschen. Jeder Schüler und Lehrer oder wer auch immer hat einen ganz eigenen Stil und kleidete sich anders und benahm sich anders als andere. Keiner hat sich über die Klamotten von anderen aufgeregt oder gelästert. Klar war es vielen sehr wichtig sich im Trend zu kleiden, aber es war allen egal, ob jemand einen Schlafanzug anhatte oder nicht. Es gab oft Schüler und Schülerinnen, die sich verrückt gekleidet haben, manche kamen in superschicken glänzenden Kleidern mit Pumps und manche in Schlafanzügen und sie hatten sogar einen Teddy und ein Kissen dabei.

Die Menschen dort sind offen, was ich persönlich bevorzuge. Sie sind vielleicht ein wenig oberflächlich und man weiss nie wirklich was sie wirklich von einem halten, aber "smaltalk " im Bus zu halten kann sehr interessant sein.

Noch ein Unterschied war das Klima für mich, da ich in Arizona war und dort Wüstenklima herrschte. Ab März wurde es richtig heiß. Es hatte im Juni manchmal bis zu 50 Grad. Es hat nur ein einziges Mal geregnet und dies war sehr lustig, denn alle Leute sind aus den Häusern gerannt und haben sich in den Regen gestellt und sich gefreut, obwohl es nicht mal richtiger Regen war, sondern nur ein Niesel-Regen. Die Hitze war jedoch erträglich, da kaum Luftfeuchtigkeit herrschte schwitzt man kaum und man gewöhnt sich eigentlich relativ schnell daran, außerdem hat jeder einen großen Pool im Garten.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Als erstes denke ich an meine Reise nach San Diego. San Diego war wirklich wunderschön und beeindruckend und ist meine absolute Lieblingstadt. Das Wetter im März liegt bei 25 Grad Celsius und man kann super im Meer surfen. Wir waren morgens Inline Skaten an der Promenade und haben dann Frühstücks-Burritos gegessen. Dann ab zum Strand und abends schön auf einem Steg essen gehen. Es gibt dort auch am Strand einen kleinen Fun-park, wo man Achterbahn fahren und viele andere Attraktionen machen kann, das war auch sehr witzig.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Besonders gut gefallen hat mir natürlich das Essen. Mein Lieblingsessen waren die Cookies, die man aus dem Cookie Dough, das es in jedem Target in 10 Liter Eimern zu kaufen gab, machen konnte. Da Arizona auch nahe zu Mexiko liegt, gab es viel mexikanisches, was auch super lecker schmeckt. Von Tacos bis zu Nachos mit Guacamole und Salsa und Burritos schmeckt alles super lecker und wirklich ganz anders als bei uns.

Auch gut gefallen haben mir die vielen öffentlichen Parks, wo viele Freitag und Samstag Abend hingehen um sich mit der Nachbarschaft zu treffen, zum Baseball oder zum skaten.

Auch erstaunlich war, dass alles sehr sauber ist. Man sieht keinen Müll, kein Graffiti und keine klebenden Kaugummis, das lag aber glaube ich an Phoenix, denn in Los Angeles sah das Alles wieder ganz anders aus.

Auch erstaunlich finde ich, dass fast niemand raucht. Ich habe keinen einzigen rauchen sehen.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Wie schon gesagt: ein typischer Schultag began für mich so um 6 Uhr morgens. Da bin ich schnell in die Dusche, habe mich gerichtet, gefrühstückt und bin dann zum Bus gelaufen. Die Busse sehen übrigens so aus wie die bei den Simpsons. Dann in der Schule geht man dann zum ersten Unterrichtsfach, was bei mir Maths topics 3 to 4 war. Der Matheunterricht war sehr leicht, wir lernten über cosinus, tangens und sinus und das über mehrere Monate. Dann klingelte es und man geht zum nächsten Fach, man hatte immer genau 5 Minuten Zeit den Raum zu wechseln. Es gab auch eine minute-bell, wenn diese leutet hat man nur noch eine Minute Zeit und sollte dann rennen, denn der Campus war riesig. In second-hour hatte ich Spanish 1, dies war auch sehr niedriges Niveau, für die amerikanischen Schüler aber schwer. Wir lernten Vokabeln auswendig und hatten oft kulturelle Stunden, wo mexikanische Sänger kamen oder wir mexikanisch gekocht haben. Als 3. Fach hatte ich Lab-Biology, dies war doch sehr anspruchsvoll, da es viele Fremdwörter beinhaltete und es dann doch schwer war alles zu verstehen. Auch das Niveau war hoch, sie lernten über Gentechnik und viele Dinge auf Zellebene. Dann hatte ich Lunch -hour. Hier setzt man sich mit seinen Freunden in die Cafeteria und sucht sich eines der vielen Sachen zum Essen aus oder bringt selber etwas mit. Die Preise sind auch sehr Schüler gerecht. Danach hatte ich Dance. Das war mein Lieblingsfach. Ich lernte viele verschieden Tanzstile und wir lernten viele Choreographien und hatten regelmässig Auftritte. Von dem Geld, das wir durch die Auftritte verdient hatten, organisierten wir uns profesionelle Hip-Hop Choreographen, die uns schulten.

Nach Dance hatte ich English 1, dort lasen wir das Buch "to kill a mockingbird" und "Romeo und Juliet". Wir schauten auch zahlreiche Filme. Als letztes Fach belegte ich American History, 12 Klasse. Wir lernten viel über den Holocaust und die deutsche Geschichte, aber auch über die Präsidenten von Amerika. Auch hier schauten wir zahlreiche Filme an. Wenn ich kein Tanztraining hatte, dann bin ich um 14:30 mit dem Bus nach Hause gefahren und habe mit meiner Schwester etwas unternommen. Sie war auch 15 wie ich und hatte viele gleiche Interessen. Da meine Familie Pferde besaß, waren wir oft reiten, aber auch im Pool, shoppen oder haben uns mit Freunden getroffen. Dann gab es so um 18 Uhr Abend essen und dann gegen 10 Uhr sind wir ins Bett gegangen.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Es war vieles anders als zu Hause, denn ich habe 2 kleinere Geschwister und meine Mutter ist immer zu Hause. In den USA waren bis auf das letzte Kind schon alle aus dem Haus und die Eltern arbeiteten den ganzen Tag über. Die Mutter war Grundschullehrerin und der Vater entwickelte Security-Systeme und war auch oft mehrere Wochen auf Reisen. Meine Gastfamilie hatte eine riesige Familie und kümmerte sich auch sehr um das Familienverhältnis. Jeden Sonntag haben wir uns mit den Großeltern und Tanten und Onkeln getroffen, um zum Beispiel den Superbowl zu schauen. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich nicht so eine große und enge Familiengemeinschaft besitze.

Ein Unterschied war auch das ich eine gleichaltrige Schwester hatte. Wir haben wirklich alles zusammen gemacht und verstanden uns super. Wir waren wie echte Schwestern und verbrachten jede Minute gemeinsam.

Anders war auch, dass die Familie sehr sehr selten gekocht hat, meistens sind wir irgendwo hingefahren um zu essen.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Außerhalb der Schule am Wochenende oder in den Ferien haben wir sehr viele Reisen gemacht. Von Phoenix Downtown bis zu Scottsdale, nach Los Angeles ins Disneyland und California Adventures, San Diego oder Las Vegas. Wir sind auch in Wüstenparks gefahren und haben eine Pink-Jeep-Tor macht mit der man raus in die Wüste fährt.

Nachmittags oder Abends sind wir oft in die Centren gefahren zum Shoppen oder ins Kino. Einmal sind wir auch in ein Musical gegangen oder haben eine Open Air Show in Las Vegas angeschaut. Manchmal sind wir auch zu Sportcentren gefahren und haben Baseball gespielt. Wir waren oft Inline skaten, joggen oder Fahrrad fahren. Lustig war auch immer Jumpstreet, das ist eine große Halle voll mit tausend verschiedenen Trampolinen.

 

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