1. State High Schools USA

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Vorname:
Johanna
Alter:
17
aus:
Berlin
war:
2005 für ein Semester in Charleston, South Carolina, USA
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl

Hier der Bericht von Johanna:

Mein Name ist Johanna, ich war ein “Foreign Exchange Student” von August 2004 bis Januar 2005 in Charleston, South Carolina und habe dort eine tolle Zeit verbracht. Neue Erfahrungen zu sammeln, eine Fremdsprache flüssig sprechen zu können, über eine andere Kultur und Menschen zu lernen, ist das, was mich reizte einen Austausch zu machen.

Ich bin seit Januar zurück in Berlin und habe mich wieder gut eingelebt. Der Abschied fiel sehr schwer und ich habe Freunde und Gastfamilie anfangs sehr vermisst. Es gibt viel zu erzählen und ich werde versuchen meine Erlebnisse ein wenig zusammenzufassen.

Vorbereitungen

Bei GLS Seminaren wurde ich auf den zukuenftigen Aufenhalt in den USA gut vorbereitet. Ich hatte viele Fragen und eine gute Vorbereitung war mir sehr wichtig. Ich hatte Termine am Konsulat, bekam mein Visum ausgestellt und habe den SLEP Test gemacht. Viele Passfotos mussten gemacht und Anmeldeformulare ausgefuellt werden. Die Vorfreude wurde groesser und groesser als mir schließlich meine Gastfamilie in South Carolina mitgeteilt wurde.

Flug

Ich flog ueber Amsterdam und Philadelphia nach Charleston. Auf dem Flughafen in Amsterdam fand ein kurzes Interview statt mit allen Einreisenden in die USA. Die Sicherheitsvorkehrungen waren sehr streng und alles wurde kontrolliert. Es musste ein Formular im Flugzeug ausgefuellt werden, in dem ich bestaetigte, dass ich kein Essen, Drogen usw. mit in die Staaten fuehre. Der Flug verging schnell und ich war wahnsinnig aufgeregt auf die neue Umgebung und Menschen.

Gastfamilie und “Curfews”

Als ich in Charleston ankam, war es 40 Grad heiß. Es war so interessant alles Neue zu entdecken und ich habe einen kleinen Kulturschock gut verarbeitet. An den Zeitunterschied habe ich mich schnell gewoehnt.

Ich habe in diesen 5 Monaten mit der Familie Patrick, 3 Hunden und Denis, einem Austauschschüler aus der Ukraine, in der King Street in Downtown Charleston gelebt. Unser Haus lag sehr zentral und an der Promenade. Mein Gastvater Charles ist Anwalt, meine Gastmutter Celeste Aerztin in der Medical University of Charleston und Charlie, mein Gastbruder, ein “Senior” (12. Klasse) der Academic Magnet High School.

Meine Gasteltern haben mit Denis und mir kurz nach der Ankunft die Hausregeln besprochen. Wir hatten eine “Curfew” und mussten unter der Woche um neun und am Wochenende um 12 zu Hause sein. Wenn man sich abends mit Freunden getroffen hat war das kein Problem, da alle gegen 12 zu Hause sein mussten. Denis und ich hatten eigene Zimmer und Badezimmer und mussten unsere Raeume selbstverstaendlich immer sauber halten. Morgens sind Charlie, Denis und ich zusammen in Charlie’s Auto zur Schule gefahren. Es gab keine andere Moeglichkeit als mit dem Auto zur Schule zu kommen. Entweder ließ man sich mitnehmen, hatte sein eigenes Auto oder nahm den Schulbus.

Andere Hausregeln waren, keine Telefonate mehr zu fuehren nach 10pm, unsere Freunde immer unseren Gasteltern vorzustellen und bei Vorbereitungen des Dinners zu helfen.

Academic Magnet High School

Die Schule fing um 8:15am an und ging bis 3:15pm. Ich durfte mir meine 8 Faecher selbst zusammenstellen. Meine Klassen waren Photography, Englisch, PE, French, Precalculus, Art, US History und Focus, wovon Englisch und US History fuer Austauschschueler Pflicht waren. Eine Schulstunde betrug eineinhalb Stunden, was einem ziemlich lang vorkam. Wir hatten taeglich 4 verschiedene Faecher. Die “Lunchtime” begann um 11:25am und ging bis 12:05.

Wir waren ca. 400 Schueler auf der Academic Magnet High School, davon 8 Austauschschueler aus Norwegen, Deutschland, Brasilien und der Ukraine. Jeder Lehrer hatte seinen eigenen Klassenraum. Das Schueler-Lehrer Verhältnis ist in den USA sehr freundschaftlich. Von den Schuelern und Lehrern wurden wir sehr herzlich aufgenommen. Die amerikanischen Schueler haben sich sehr interessiert an unserer Heimat gezeigt und viele Fragen gestellt. Alle sind sehr freundlich, tolerant und selbstbewusst. Fuer uns Austauschschueler war es zuerst trotzdem schwer Anschluss zu finden. Nach einigen Wochen aber kannte man schon einige Leute mit denen man sich in der Freizeit getroffen hat.

Ich war beeindruckt von der tollen Athmoshpaere und dem “School spirit”. Wir hatten “Pep Rallies” bei denen sich Schueler und Lehrer in der Aula zusammengefunden haben und Sportteams und anderes vorgestellt wurde.

Es gab viele Clubs, indenen man sich während der Lunch Time traf und ueber verschiedene Sachen diskutiert hat wie z.Bsp.“The Democrats”, “The Young Republicans”, “The French Club”, the “Science Club” usw. Nach der Schule wurde viel Sport angeboten wie Football, Volleyball, Tennis, Softball, Cheerleading, Crosscountry, Soccer und Basketball. Das Training fand 4 mal die Woche statt. Ich habe mit dem Volleyballteam trainiert, war im “French Club” und “Newspaper Staff”. Mit einer Austauschschuelerin aus Hannover habe ich einen Artikel ueber Deutschland geschrieben, der gut ankam.

Mündliche Beitraege im Unterricht zählen in Amerikanischen Schulen nicht. Wir haben sehr oft Tests und Arbeiten geschrieben, aus denen sich dann unsere Note ergeben hat. Am Ende eines Semesters wurden in jedem Fach wichtige “Exams” geschrieben.

Der Sportunterricht hat viel Spaß gemacht, wurde aber von den Schuelern auch ernster genommen, weil er disziplinierter durchgefuehrt wurde als bei uns.

Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber ich bin unheimlich gerne in die Schule gegangen.

Freizeit, Hitze, Flaggen, Eis im Getränk und Gastfreundlichkeit

“Community Service Projects” sind in den USA sehr verbreitet und machen viel Spaß. Es geht darum, agemeinnuetzige Arbeiten auszufuehren. Ich habe mich Samstags oft mit Freunden getroffen und z.B. Weihnachtskarten fuer alte Leute gebastelt oder geholfen, Müll am Strand zu sammeln.

Bis Anfang November sind wir oft am Strand gewesen, es waren noch 25 Grad. Bis Oktober hatten wir eine Moskitoplage und einige Tage schulfrei wegen einer Hurrikane Warnung.

Die Freizeitbeschaeftigungen der Amerikaner unterscheiden sich nicht sehr von denen der Deutschen. Wir waren auf Rock Konzerten, beim BBQ, am Pool, in der Mall, bei Footballspielen, am Strand, Essen, beim Bowlen, Poolbillard spielen, Shoppen, im Kino, auf Parties und Geburtstagen, im Theater, Kajaken usw.

In der Kirche bin ich einmal gewesen in diesem halben Jahr, als mein Gastbruder Charlie dort einen Auftritt hatte mit seinem Chor und Drumband. Die Religiosität war in meiner Gastfamilie nicht so ausgeprägt wie es in anderen Familien der Fall war. Kirchen gab es an jeder Kreuzung und die Mehrheit meiner Freunde ging regelmäßig in die Kirche.

Ich hatte meinen eigenen Computer mit Internetanschluss. Die Regel der Partnerorganisation gab 30 Minuten Internet die Woche vor. Meine Gasteltern haben mir nichts vorgeschrieben. Ich habe das Internet oft benutzt für Hausaufgaben, Emails usw. Es hat mich nicht daran gehindert, neue Kontakte zu schließen. Es gibt billige Vorwahlen von Deutschland in die USA und somit habe ich regelmäßig mit meiner Familie telefonieren können.

Meine Gastfamilie hat eine Menge mit mir unternommen und geboten. Neben Murtle Beach, Columbia, Greenville und Orlando, Disney World bin ich in Chicago gewesen und habe meinen Gastvater beim Marathon angefeuert. Ich war in North Charleston beim Davis Cup und habe den besten amerikanischen Tennisspieler Andi Roddick spielen sehen.

Heilig Abend mal anders zu feiern war auch eine tolle Erfahrung. Die Geschenke mal morgens auszupacken und den Weihnachtsbaum schon ab dem 1. Dezember geschmückt im Wohnzimmer stehen zu sehen.

Meine Kamera hatte ich selbstverstaendlich immer dabei. Mit fast 3500 Bildern war es nacher schwer eine Auswahl fuer ein Fotoalbum zu treffen.

Ich habe in diesen 5 Monaten unendlich viele Erfahrungen gesammelt und werde die Erlebnisse nie vergessen. Ich habe mich immer wohlgefuehlt, trotz einiger Male Heimweh am Anfang. Ich bin meiner Gastfamilie dankbar, für all das, was sie mir ermoeglicht haben und mich für ein halbes Jahr in ihre Familie aufgenommen haben. Ich danke meiner Mutter, die meinen Wunsch einen Austausch zu machen erfuellt hat und ich habe gemerkt, wie wichtig meine eigene Familie für mich ist. Mein Austausch war sehr bereichernd, ich habe Freundschaften fürs Leben geschlossen und wuerde jedem empfehlen, die Möglichkeit zu nutzen einen Austausch zu machen.

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