Dominikanische Republik

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Dr. Hölzer, GLS Partnerin in der Dominikanischen Republik

Dr. Tanja Hölzer ist Managing Director der Sprachschule in Sosua, Dominikanische Republik. Sie leitet die Sprachschule seit 12 Jahren: "Ich habe ursprünglich Geschichte, Politik und Germanistik studiert, danach eine Ausbildung zum PR-Berater gemacht. Kommunikation hat mich schon immer faszinierend. Und ich habe hier meinen Traumjob gefunden."

Tanja, wann ist die beste Reisezeit für die Dominikanische Republik?

Das ganze Jahr hindurch, denn wir haben eigentlich nur zwei Jahreszeiten: Frühling und Sommer. Die Temperaturen liegen im Jahresmittel bei 27 Grad.
Was Flüge angeht, so hat das Land neun internationale Flughäfen und damit eine sehr gute Anbindung. Der Internationale Flughafen Las Americas Santo Domingo SDQ und der Internationale Flughafen Puerto Plata POP bei Sosua liegen unseren beiden Schulen jeweils am nächsten. Günstigste Flüge ab Deutschland findet man vor allem im Mai/Juni sowie zwischen September und November.

Klar, dass die Dominikanische Republik ideal ist für einen Strandurlaub - aber als Lerndestination?

Genau diesem Klischee der „Dom Rep“ möchten wir entgegenarbeiten, denn es wird dem Land wirklich nicht gerecht. Das Land hat sehr viel mehr zu bieten als Sonne, Strand und Meer und steht anderen Reiseländern in der Vielfalt seines Angebots in nichts nach. Die meisten unserer Studenten sind überrascht zu erfahren, dass die Dominikanische Republik so groß ist wie die Schweiz, neben den berühmten kilometerlangen Sandstränden auch den höchsten Berg der Karibik mit über 3.000 Meter Höhe und die älteste Stadt der Neuen Welt zu bieten hat, es im Land vier verschiedene Klimazonen gibt und die beiden Staaten Dominikanische Republik und Haiti, die sich die Insel Hispaniola teilen, eine historisch außergewöhnliche Entwicklung nahmen: Hier trifft spanischer auf französischen Kolonialismus, sehr arm auf sehr reich, Moderne auf Tradition.

Die von dir geleitete Sprachschule hat eine "Schwesterschule" in Santo Domingo. Worin unterscheiden sich die beiden Schulen?

Unser Hauptbüro ist hier in Sosua, und von hier aus leiten wir beide Schulen, wobei die Schule in Santo Domingo natürlich ihr eigenes Team vor Ort hat. Wir stehen täglich in engem Kontakt miteinander, und was für Kursteilnehmer vielleicht interessant ist - sie können problemlos zwischen den beiden Schulen wechselnt. Was die Schulen unterscheidet, ist natürlich ihre Umgebung:

- auf der einen Seite Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik und älteste Kolonialstadt Amerikas, eine typisch karibische Millionenmetropole, Regierungssitz und kulturelles sowie wirtschaftliches Zentrum des Landes

- auf der anderen Seite Sosua, ein kleiner Küstenort in einer typisch ländlichen, aber aufgrund seiner touristischen Entwicklung auch international geprägten Gegend des Landes mit vielen Stränden und Wassersportmöglichkeiten.

Gibt es ein bestimmtes Klientel, das eher die Schule in Sosua bucht und eines, das die Schule in Santo Domingo bevorzugt?

Nein, das kann man nicht sagen. Wir haben an beiden Sprachschulen Studenten aller Altersstufen und Nationalitäten, denn an beiden Schulen wird nach demselben Programm unterrichtet.

Die Entscheidung, welche Schule gebucht wird, hängt eher von den individuellen Interessen der Studenten ab: Nach Santo Domingo kommen tendenziell eher jene Studenten, die das Leben in einer Großstadt spannend finden. Alle großen Museen, das Nationaltheater, die Universitäten und unzählige Galerien befinden sich in Santo Domingo. Dem historischen Gesicht der Stadt begegnet man vor allem in der Zona Colonial, der aufwendig restaurierten Altstadt, die 1990 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Dort zeugen unzählige Sehenswürdigkeiten aus kolonialer Zeit davon, dass Santo Domingo die älteste von Europäern errichtete Stadt in der Neuen Welt ist.

Sosua buchen vor allem jene, die Natur mögen und gerne am Meer sind. Sie wollen ihren Sprachaufenthalt mit anderen Freizeitaktivitäten kombinieren, zum Beispiel tauchen oder surfen, oder möchten die landschaftliche Vielfalt der Dominikanischen Republik erkunden. Durch seine zentrale Lage an der Nordküste zwischen dem Höhenzug der Cordillera Septentrional und dem Atlantischen Ozean ist Sosua der ideale Ausgangspunkt für Naturliebhaber und Sportfans.

Aus welchen Ländern kommen die TeilnehmerInnen?

Etwa 40 Prozent unserer Kursteilnehmer kommen aus deutschsprachigen Ländern, weitere 40% aus Kanada und USA. Die weiteren 20% kommen aus der ganzen Welt: Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Italien und Polen, anderen karibischen Ländern wie Martinique und Guadeloupe, aus Skandinavien, Russland, der Ukraine sowie Australien, Japan und Brasilien.

Viele GLS Kunden beantragen Bildungsurlaub. Gibt es bei euch die Möglichkeit, nicht nur allgemeinsprachliches Spanisch, sondern auch Spanisch für den Beruf zu buchen?

Ja, das ist möglich. Wir bieten Business Spanish sowohl im Einzelunterricht als auch im Rahmen einer Kombination aus Gruppenkurs und Einzelunterricht, dem „Spanisch PLUS“, an. Dieser Intensivkurs eignet sich ideal für Kursteilnehmer, die gerne in der Gruppe Spanisch lernen und zusätzlich ihre individuellen Fähigkeiten im Einzelunterricht gezielt ausbauen möchten, sei es um ein spezifisches Vokabular für den Beruf zu erarbeiten, sich auf Bewerbungsgespräche oder Einstellungsprüfungen vorzubereiten oder um seine Konversationsfähigkeit zu steigern. Auch berufsspezifische Trainings werden von uns durchgeführt, z.B. Spanisch für Mediziner, für Lehrer oder für Freiwillige Helfer, die hier oder im Nachbarland Haiti arbeiten.

Ihr habt in Sosua vor kurzem schicke neue Apartments mit ins Programm aufgenommen. Warum?

Wir haben ja unsere eigenen Studios hier in der Schule, die wirklich schön sind, vom Standard her aber eher einfach. Und die neuen Apartmrents haben wir deshalb dazugemietet, weil vor allem in der Gruppe der 40- bis 65-jährigen der Wunsch nach entspanntem Luxus in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Und diesen Luxus wollen wir ihnen bieten können.

Die neuen Unterkünfte befinden sich in einer wunderschönen Apartmentanlage direkt am Meer, in einer ruhigen kleinen Bucht gelegen, nur 15 Gehminuten entfernt von Schule und Stadtzentrum. Die Apartments sind großzügig geschnitten, geräumig und mit dem modernsten Wohnkomfort eingerichtet.

Wie sicher ist die Dominikanische Republik? Du wohnst jetzt seit neun Jahren dort, wie empfindest du als Frau die Sicherheitslage?

Die Dominikanische Republik ist eine stabile Demokratie und gilt im Vergleich zu anderen zentralamerikanischen Staaten als eines der sichersten Reiseländer. Ich reise regelmäßig im Land, ob aus beruflichen oder privaten Gründen, und erlebe die Menschen stets als ausgesprochen hilfsbereit. Man sollte sich wie überall an die gängigen Regeln beim Reisen halten: keine Wertsachen oder teuren Schmuck offen mit sich herumtragen, nur kleine Mengen Bargeld mit sich führen, nachts einsame, unbeleuchtete Gegenden bzw. bestimmte Stadtgebiete in Großstädten meiden.

Würdest du Teilnehmern empfehlen, ein Auto zu mieten, oder kann man sich auch gut mit Bussen von A nach B bewegen?

Beides ist möglich, wobei ich öffentliche Verkehrsmittel empfehle. Es ist eine tolle Möglichkeit, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und sein Spanisch gleich an Ort und Stelle zu trainieren. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und freuen sich immer über ein nettes Schwätzchen. Außerdem ist das öffentliche Verkehrsnetz sehr gut ausgebaut und günstig: Zwischen den Ortschaften kostet eine Fahrt mit dem „guagua“ oder „carro publico“ nur wenige Peso, und selbst die vierstündige Fahrt von Sosua nach Santo Domingo mit modernen Überlandbussen kostet aktuell umgerechnet nur ca. EUR 7.50

Was können TeiolnehmerInnen nach dem Kurs so alles unternehmen?

An beiden Instituten haben wir Studentenbetreuer, die mit den Kursteilnehmern gemeinsam was unternehmen, vom Schnuppertanzkurs über gemeinsame Kochabende bis zu Ausflügen in die schönsten Regionen des Landes.

In Sosua können sie nach dem Unterricht die Provinzhauptstadt Puerto Plata besuchen und mit der einzigen Seilbahn der Karibik auf den Isabel de Torres hochfahren. Oder sie gehen mit uns auf Dschungeltrekking, genießen frischen Fisch in einem typisch dominikanischen Restaurant, erleben einen typisch dominikanischen Sonntag mit viel Musik und Tanz im nächst gelegenen Rancho tipico.

Wer tauchen lernen möchte, hat in Sosua 19 verschiedene Tauchplätze direkt vor der Tür zur Auswahl. Die Surfer, Kite- und Windsurfer kommen im nahe gelegenen Cabarete voll auf ihre Kosten. Daneben organisiert unsere Studentenbetreuung regelmäßig gemeinsame Abendessen, Grillfeste oder dominikanisch Kochen bei uns an der Schule.

Santo Domingo liegt zwar auch direkt am Meer, der nächste Strand ist aber etwa eine halbe Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt. Wer will, kann nach dem Unterricht eines der zahlreichen Museen oder die Kunstgalerien der Stadt besuchen oder nimmt an einer der geführten Altstadtbesichtigungen teil. Sonntags abends gehen wir gerne mit den Studenten in die Altstadt zu den „Ruinas de San Francisco“. Dort trifft man sich zum Reden, Essen, Tanzen und Feiern, es gibt oft Live-Musik. Wer im Juli da ist, sollte sich auf keinen Fall das große Merengue-Musikfestival entgehen lassen. Musik gehört hier einfach zum Leben dazu, und wer will, kann an beiden Schulen gleich auch noch einen Tanzkurs zu seinem Spanischprogramm dazubuchen.

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