High School Kanada

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Austauschjahr in den Rocky Mountains

Dr. Tom Ristimaki arbeitet beim International Student Program im Schulbezirk Rocky Mountains; er ist dort verantwortlich für Austauschschüler aus aller Welt (Profil des Schulbezirks). Tom hat, als er 16 war, selbst ein Austauschjahr gemacht - in Japan.

Tom, du bist im Leitungsteam des Austauschprogramms - bekommen Austauschschüler dich auch zu Gesicht?

Ja, natürlich - ich leite die 2-tägige Einführung für alle neuen Austauschschüler, die zu Anfang ihres Aufenthaltes hier stattfindet. Und ich organisiere ja auch die Unternehmungen, die einmal im Monat stattfinden - für alle Austauschschüler, die hier im Schulbezirk zur Schule gehen. Diese Unternehmungen finden schulübergreifend statt, und es machen auch kanadische Schüler mit. Zu den Unternehmungen gehören Aktivitäten wie z.B. Floß oder Kanufahren, Ausflüge mit Hundeschlitten, Trips in benachbarte Städte oder Nationalparks.

Zu tun habe ich mit den Austauschschülern eigentlich die ganze Zeit, denn ich "monitore" ihr Wohlergehen. Wir geben an alle Austauschschüler einmal im Monat einen Fragebogen raus, in dem wir sie bitten, ihre Erfahrungen zu beschreiben, so dass wir sehen, ob sie glücklich sind oder ob es Probleme gibt. Diese Fragebögen gehen alle über meinen Tisch, und sollte ein Austauschschüler Hilfe brauchen, kümmere ich mich zusammen mit den Homestay Coordinators sofort darum.

Dein eigenes Austauschjahr in Japan - wie hat sich das ausgewirkt auf dich und dein Leben?

Ich war 16, und in dem Alter plötzlich umgeben zu sein von einer ganz anderen Sprache und Kultur, hat mein Weltbild erschüttert und mich viel gelehrt über mich selbst. Ich bin dadurch offener geworden, selbstbewusster und auch flexibler. 

Aber in Japan zu leben, hat auch meine Sichtweisen und Prioritäten geändert, und das wiederum hat mein weiteres Leben beeinflusst. Weil ich nach der so ganz anderen Kultur in Japan auch die eigene besser kennen lernen wollte, habe ich nach dem Austauschjahr 2 Jahre volunteer work in Kanada gemacht. Dann habe ich an der Universität vergleichende Kulturwissenschaften studiert und schließlich in Linguistik promoviert - mit besonderem Fokus auf Spracherwerb und Lernen durch Erfahrung und durch die Übername von Verantwortung (experiential education and empowerment)

Wirkt sich dieser Hintergrund auf die Arbeit mit Austauschschülern aus?

Ja, natürlich, denn er hilft mir, mich in der Lage der Austauschschüler zu versetzen, und durch das Studium habe ich ein gelernt, wie ich sie am besten unterstützen kann. Außerdem mag ich es, mit Leuten aus anderen Kulturen zu arbeiten. Mich interessiert, wie sie die Welt wahrnehmen, ich mag die Vielheit und die Verschiedenheit der Perspektiven, und ich mag es auch, wenn ich dazulerne, was die kleinen Unterschiede im Alltag in verschiedenen Kulturen angeht. Es macht mir einfach Spaß, Austauschschüler dabei zu unterstützen, sich hier in Kanada nicht nur einzuleben, sondern auch wohl zu fühlen.

Was zeichnet "deinen" Schulbezirk, den Rocky Mountain School District, aus?

Die communities in unserem Schulbezirk sind alles schöne kleine ski towns in den Bergen. Es ist ruhig und friedlich hier, ganz anders als in einer Großstadt, und wir verbringen alle sehr viel Zeit draußen an der frischen Luft. Wasser und Luft sind rein, die Schulen und Häuser sind umgeben von Wäldern und wildlife. Die Leute, die hier leben, sind freundlich, aktiv und aufgeschlossen, sie leben gern hier und freuen sich, anderen ihre Heimat zeigen zu können.

Wie lange nimmt der Rocky Mountain Schulbezirk schon Austauschschüler auf?

Seit über 25 Jahren. Und weil wir viel Erfahrung mit international students haben, bieten wir eine Reihe besonderer High School Kurse an, um ihnen all das, was unsere Gegend so toll macht, näherzubringen - Kurse wie Reiten, Outdoor Education oder Ski Patrol.

Wenn jemand in den Rocky Mountains Schulbezirk möchte, wie genau läuft das ab?

Eigentlich sehr unkompliziert: Er oder sie bewirbt sich bei einer Austauschorganisation in seinem/ihren Heimatland, die mit uns kooperiert. Ich persönlich sehe mir alle Bewerbungen an, um sicherstellen zu können, dass wir die Wünsche und Erwartungen erfüllen können. Wenn das der Fall ist und wenn dann noch alle Detailfragen wie z.B. die einer adäquaten Versicherung geklärt sind, steht einem Schulaufenthalt hier in den Rockies nichts im Weg.

 

 

 

 

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