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Outdoor Education in New Zealand

An vielen High Schools in Neuseeland gehört Outdoor Education zum Lehrplan, als Schulfach wie Mathe oder Physik, das auch benotet wird. Bei Outdoor Ed geht es nicht nur um Sport, sondern auch darum, soziale Kompetenz zu trainieren, sogenannte soft skills wie self-confidence, team work und leadership. Mehr dazu im Interview mit Ian Reedy:

Was genau ist outdoor education?

Eine Frage an Ian Reedy: Er ist Geschäftsführer von ODENZ, einem Netzwerk neuseeländischer Schulen, die besonders hohe Standards anlegen, wenn es um das Fach Outdoor Education geht

Ian, was genau ist Outdoor Education?

Outdoor Education ist ein reguläres Schulfach in Neuseeland, es gehört zum offiziellen Curriculum neuseeländischer Schulen. Und insofern bekommen Schüler und Schülerinnen, die das Fach belegen, auch sogenannte units dafür, die sie anrechnen lassen können auf ihr abschließendes High School Zeugnis.

Wie sieht der Unterricht konkret aus?

Outdoor education umfasst Aktivitäten wie Kayaking, Klettern, Wandern, Segeln, Surfen und Skifahren. Die Schwerpunkte variieren je nachdem, in wie die Umgebung der Schule aussieht. Ich gebe ein Beispiel: Wenn das Thema Wandern ist, lernen Schüler/innen unter Anleitung ihrer Lehrer/innen, wie sie eine Route vernünftig planen, wie sie Risiken einschätzen (Wetter, Terrain), wie sie sich verpflegen und auch, wie sie die Aufgaben in ihrer Gruppe verteilen: wer kocht, wer führt, wer trägt was.

Gerade dieser letzte Aspekt ist kaum zu überschätzen: Outdoor Education leistet einen ganz wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit, denn es trainiert soft skills wie self-confidence, team work, leadership und personal organization.

Denn was die Schüler/innen vorher theoretisch gelernt haben, müssen sie anwenden, wenn sie dann tatsächlich aufbrechen zu ihrer Wanderung in die neuseeländische wilderness.

Und last but not least: durch die gemeinsamen Aktivitäten mit ihren neuseländischen Klassenkameraden ist outdoor education hervorragend, wenn es darum geht, dass Austauschschüler sich schnell integrieren.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Alle Schulen, die Outdoor Education anbieten, müssen nachweisen, dass sie die von der neuseeländischen Regierung aufgestellten Sicherheitsstandards erfüllen. Und hier kommt ODENZ ins Spiel. ODENZ ist der Dachverband von Schulen, die über diese Sicherheitsstandards noch hinausgehen. Sie erfüllen nicht nur die Richtlinien der Regierung, sondern darüber hinaus auch die deutlich strengeren von Outdoors New Zealand

Wo in Neuseeland findet man ODENZ Schulen?

Zum Netzwerk gehören aktuell 23 Schulen, und sie sind über ganz Neuseeland verstreut.Um die richtige für sich zu finden, ist es nötig, dass  Austauschschüler/innen ihre homework machen. Es ist einfach zu sagen, ich will nach Neuseeland, aber damit fangen die Fragen ja erst an, und die sollten Austauschschüler/innen sich wirklich stellen:

Was will ich? Will ich an die Küste oder in die Berge? Ich eine Kleinstadt oder lieber in eine größere Stadt? Will ich in die Nähe eines Nationalparks? Zu einer Gastfamilie mit Farm, wo ich auch ein Pferd habe, das ich reiten kann? Was an Sport ist mir wichtig? Es ist wirklich wichtig, dass man sich darüber klar wird, was die eigenen Wünsche sind. Nur dann gibt es eine Chance, sie auch zu erfüllen, und das schaffen wir dann auch oft.

Anmerkung von GLS: Wenn du eine ODENZ Schule suchst, achte auf den Zusatz ODENZ hinter dem Schulnamen bei den Schulprofilen, die du hier findest.

Habt ihr auch Schüler/innen aus Deutschland unter denen, die Outdoor Education belegen?

Ja, wir sind seit 2002 in Deutschlank aktiv, aber die Teilnehmer/innen kommen aus allen Ländern Europas, Asiens und auch aus Südamerika. Was Deutschland angeht, gibt es 3 Typen von Austauschschüler/innen:

a) Die G8 Kids, wie wir sie nennen. Sie sind jünger und kommen oft nur für 3 oder 6 Monate, was auf Outdoor Education bezogen eher ungünstig ist, denn die Zeit ist einfach zu kurz für eine wirkliche outdoor experience

b) Die Gap Year Kids, das sind Schüler/innen, die nach der deutschen 10. Klasse eine Auszeit nehmen und ein Jahr bleiben, meist von Juli bis Juni, und dann nach dieser Auszeit weitermachen mit Schule oder Ausbildung. Diese Schüler/innen profitieren oft am meisten, denn da sie das Jahr i.d.R. eh wiedeholen, sind sie entspannt genug, sich auf Fächer einzulassen, die es in Deutschland nicht gibt. Und das ist nicht nur ein Fach wie Outdoor Education, sondern auch z.B. Fächer wie Environmental Studies oder Hospitality.

c) Die Abitur Kids, das sind Schüler/innen, die ihren Schulabschluss in Neuseeland machen möchten und mindestens 18 Monate bleiben. Der neuseeändische Schulabschluss NCEA ist offiziell anerkannt als Abitur-Äquivalent, insofern ist das durchaus attraktiv für viele. Besonders für Realschüler/innen, die so nicht nur ihr Abitur bekommen, sondern das im Rahmen eines internationalen Schulaufenthaltes, der für alles, was sie später machen, nützlich und hilfreich ist. (Mehr zum Thema Abitur in Neuseeland)

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