Kanada: High School staatlich

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Vorname:
Jella
Alter:
17
aus:
Stadland
war:
2007 für ein Semester in Edmonton, Alberta, Kanada
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Victoria School of Performing and Visual Arts
Kontakt:
00menja(at)googlemail.com

Hier der Bericht von Jella:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Auf jeden Fall die Menschen! Die Kanadier sind ganz anders als die Deutschen. Sie haben Vor-und Nachteile. Sie sind viel offener und von Natur aus freundlicher als die Deutschen, gehen viel eher auf Menschen ein, hören ihnen zu und helfen ihnen. Dadurch war es an meiner Schule auch kein so großes Problem, Freunde zu finden. Klar, "aller Anfang ist schwer", aber da ich weiß und damals auch schon wusste, dass ich recht schüchtern bin, war ich überrascht, wie schnell man Kontakt gefunden hat.

Ein anderer großer Unterschied war natürlich das Wetter. Im Winter (für mich also Januar) Temperaturen von bis zu minus 25°C. Ganz schön kalt, wenn man normalerweise nur so minus 5°C gewöhnt ist. Aber ich konnte das erstaunlich gut aushalten - man gewöhnt sich eben schnell dran.

Ein weiterer Unterschied war das große und vielfältige Angebot der Stadt. Es gab so viele Konzerte und Theateraufführungen... man konnte gar nicht zu allen hingehen. Es gab für mich in Edmonton ganz andere Möglichkeiten, ich konnte einfach vor die Haustür gehen und mit dem Bus zum mittlerweile zweitgrößten Einkaufszentrum der Welt fahren! Da ich in Deutschland eher ländlich wohne, hab ich das sehr genossen.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Dass es bis jetzt die beste Erfahrung in meinem Leben ist. Ich hab so viel gelernt, hab mich entwickelt - bin einfach selbstständiger geworden. Ich hab neue Freundschaften geschlossen, die hoffentlich auch in die Zukunft reichen werden. Ich hab eine ganz andere Perspektive von der Welt bekommen und mich trotzdem im Herzen nicht verändert.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Meine supernette Gastfamilie! Ich hätte keine bessere erwischen können. Sie waren einfach perfekt! Sie besteht aus Vater Ray, Mutter Gisela, Schwester Riana (16 Jahre), Bruder Oliver (11 Jahre) und Hund Rufus. Auch wenn mein Verhältnis zu Riana nicht so war, wie ich es mir gwünscht hätte, konnte ich mich echt nicht beschweren. Leider fiel der Abschied von ihnen damit umso schwerer, aber ich werde mir größte Mühe geben, den Kontakt aurecht zu erhalten. Und, wer weiß, vielleicht besuchen sie mich ja mal in Deutschland?!?!

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Meine Schule war richtig gut, viel besser als deutsche Schulen. Denn zuerst einmal kann jeder Schüler, die Fächer machen, die er gerne machen will. Also gibt es keine Pflichtfächer, wie in Deutschland. Außerdem hat man jeden Tag nur 4 Stunden à 82 Minuten. Meine Schule begann um 8:45 (sehr angenehme Zeit) und war zu Ende um 15:05. Man hat jeden Tag die gleichen Fächer, und das jede Woche und jeden Monat usw., jedoch gibt es auch die Möglichkeit Tag A und Tag B zu wählen. Tag A und B wechseln sich jeden Tag ab und nun kann man eben ein Fach nur an A Tagen nehmen und ein anderes nur an den B Tagen, sodass man theoretisch 8 unterschiedliche Fächer machen könnte, jedoch ist das nicht möglich, denn viele Fächer, wie Mathe, Social usw. hat man immer täglich. Ich hab keinen Gebrauch von A und B Tagen gemacht, denn ich war mit meinen Fächer sehr zufrieden.

In der ersten Stunden hatte ich immer Mathe bei einem Lehrer, der zwar in Kanada geboren wurde, aber eine lange Zeit in Deutschland gelebt hat. Somit haben wir anfangs viel deutsch gesprochen, was mir den Einstieg erleichtert hat. Der Matheunterricht war sehr vergleichbar mit dem deutschen Unterricht. Da mein Kurs auf einem leichten Level war, hatte ich keine Probleme mitzukommen und habe viel wiederholt, aber damit war ich sehr zufrieden.

Mein zweites Fach am Tag war Graphic Arts. Darunter versteh man einen PC-Kurs bei dem man am PC Animationen und Poster und so was erstellt. Zum Beispiel haben wir ein Filmposter für einen von uns ausgedachten Film gemacht oder auch einen Ball, der auf dem Boden prellt. Oder auch ein Stilleben mit Gläsern - alles am Computer. Ich glaube, das war mein Lieblingsfach. Zuerst als ich mich dafür entschieden hatte, wusste ich nicht recht, ob mir das gefallen wird, aber das war echt richtig gut. Leider gibt es ja so etwas in Deutschland nicht.

Mein drittes Fach war Drama, Theater. Das hat mir auch richtig Spaß gemacht. In den ersten Wochen haben wir Improvisation geübt. Dadurch, dass ich hier in Deutschland auch in einer kleinen Theatergruppe war, hatte ich schon viel Erfahrungen und hab mich schnell „eingespielt“. Aber es wurde nie langweilig, denn schon bald haben wir das Thema „Theatertheorie“. Nun durften wir in den Theatersaal der Schule und uns dort umschauen, und dann wurden natürlich auch ein bisschen englische Vokabeln gelernt. Als drittes und letztes Thema hatte wir „Personen“. Das war für mich schon eine Herausforderung. Wir mussten eine Person erstellen und alles aufschreiben, was uns zu ihr einfällt. Daraufhin mussten wir für die Person einen Monolog über ein Ereignis schreiben und den dann vorspielen. Das war nicht leicht, aber ich hab sehr viel Spaß gehabt. Vor allem weil mein Theaterkurs richtig gut war, jeder half jedem und niemand wurde irgendwie ausgegrenzt.

Meine letzte Stunde war Choral Music, also Musik. Aber dieses Fach kann man überhaupt nicht mit dem deutschen Musikunterricht vergleichen. Zuerst einmal muss man bedenken, dass alle Schüler die in meinem Kurs waren, wirklich Lust hatten zu singen und Musik zu machen und das machte sich schon bemerkbar. Wir waren einfach ein super Team. Wir hatten sogar einen Auftritt auf einer großen Bühne in Edmonton. Natürlich haben wir nicht nur gesungen, aber auch die Theorie war richtig interessant und es hat einfach Spaß gemacht. Das mir das so gut gefallen hat, lag vor allem an dem Musiklehrer, den wir hatten. Er war einfach der beste Musiklehrer den ich kenne. Total witzig und locker, dynamisch,... ach, es war einfach richtig gut!

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Ich lebte in Kanada in einer Gastfamilie. Aber ich kann eigentlich gar nicht so viel sagen, was nun ganz anders war, als zu Hause, also in Deutschland. Nun überlege ich mir "Ist es gut oder schlecht?" Denn eigentlich zeigt ja gerade das, dass ich mich wirklich wie zu Hause gefühlt hab. Natürlich gab es Kleinigkeiten die anders waren- aber eben auch nur Kleinigkeiten (morgens gab es immer Müsli, mittags Sandwich und abends warmes Essen). Aber im Großen und Ganzen war eigentlich alles "normal".

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Mit meiner Gastfamilie war ich Skifahren in Banff, Lake Luise. Das fand ich besonders spannend. Ich konnte zwar vorher schon Skifahren, aber das Skigebiet dort kann man natürlich nicht richtig, mit den deutschen „Skigebieten“ vergleichen. Und da wir bei Freunden übernachten haben, hab ich auch gleich Kontakt mit anderen Kanadiern gehabt. Das war super! Dann haben wir auch viel Tagesausflüge gemacht oder sind zu Festivals gegangen, wie z.B. eines der Ureinwohner. Ansonsten war ich noch 4 Tage in Vancouver, BC. Dort habe ich mich einfach umgeguckt um noch eine andere Stadt Kanadas kennen zu lernen. Ich wohnte in einer Herberge und habe dort viele nette Leute getroffen und natürlich auch viel unternommen. Für mich war es wichtig noch einen Ausflug in eine andere kanadische Stadt zu machen, damit ich mehr sehe, als "nur" Edmonton. Und da Vancover ja auch als eine schöne Stadt gilt, gings für mich auch da hin!

Die Freizeit in Kanada war für mich so ziemlich die gleiche, wie in Deutschland. Man geht ins Kino, geht shoppen usw.. Wenn ich mal nichts mit meinen Freunden unternommen habe, dann schaute ich mir unterschiedliche Theaterstücke oder Konzerte an, denn das kann man wirklich gut in Edmonton.

 

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