Kanada: High School staatlich

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Vorname:
Milena
Alter:
17
aus:
Berlin
war:
2009 für ein Semester in Victoria, British Columbia, Kanada
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Claremont Secondary School
Kontakt:
milena.gross@gmx.de

Hier der Bericht von Milena:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Kanadier/innen sind unglaublich nette und gastfreundliche Menschen. Sie unterstützen dich, so gut sie können und geben dir hilfreiche Tipps. Besonders hervorzuheben ist außerdem ihre Höflichkeit. Ich glaube, ich habe noch niemals in meinem Leben so oft ein Danke oder Bitte gehört wie in Kanada. Das kanadische Schulleben hat sich auch sehr deutlich von dem deutschen unterschieden. In Kanada ist die Schule der „soziale Mittelpunkt“ eines Jugendlichen. Hier wird nicht nur gelernt, sondern auch zusammen Sport gemacht, Theater gespielt oder musiziert. Geplante Veranstaltungen wie ein Schulfest werden erfolgreich durchgeführt. Alles in allem führte zu einer Gemeinschaft mit toller Atmosphäre, sodass ich immer gerne in die Schule gegangen bin. Kanada ist ein riesiges und weites Land, sodass die meisten Wege mit dem Auto zurückgelegt werden müssen oder man sich auf eine längere Busreise einstellen muss. Da ich aus Berlin komme und ein gut strukturiertes öffentliches Verkehrsnetz gewohnt bin, war das doch eine kleine Umstellung. Ich habe am Stadtrand von Victoria gewohnt und die Busse fuhren auch eher unregelmäßig, so dass ich eine gute Stunde bis nach Downtown gebraucht habe. Aber meine Gasteltern waren gerne breit, mich mit dem Auto irgendwo hinzufahren.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Lauren, meine beste kanadische Freundin, kommt mir da in den Sinn. Sie ist ein total nettes Mädchen und wir haben uns super verstanden. Gab es irgendwelche Probleme oder Redebedarf, war sie zur Stelle. Wir haben viele lustige Sachen erlebt, die ich niemals vergessen werde.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Die freundliche und entspannte Atmosphäre und die Natur fand ich toll. Ich hab mich mit den Kandieren/innen (Gastfamilie, Freunde, Lehrer etc.) gut verstanden, an einen Streit kann ich mich nicht erinnern. Ich hab mich sehr schnell eingelebt und durchweg wohl gefühlt. Außerdem bin ich viel gereist und immer wieder auf nette und offene Menschen gestoßen. Dass die Natur in Kanada wunderschön und beeindruckend ist, kann ich nur bestätigen.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Die Schule begann glücklicherweise erst um 9:05h. Dann folgten zwei Unterrichtsstunden à 80min bis zur großen Lunchpause, der sich dann die nächsten zwei Unterrichtsstunden anschlossen. Freitags war der Unterricht kürzer und Donnerstag war Houseblock. Das bedeutet, dass man extra Zeit bekommt, um Hausaufgaben zu machen oder Unterstützung von einem Lehrer zu erhalten. Zu der Schule gehören zwei Turnhallen, ein Sportplatz, zwei Rasenplätze sowie Tennisplätze. Alle Räume waren mit gutem fachspezifischem Equipment ausgestattet. In der Bibliothek gab es Computer mit Internet-Anschluss. Eine Cafeteria mit gesundem Essen sowie Getränkeautomaten waren auch vorhanden. Die Schule bietet ein weites Fächer- und Sportangebot. Auf künstlerische Arbeitsgemeinschaften (Chor, Jazz- Band) wurde viel Wert gelegt. Besonders beeindruckt hat mich die positive Atmosphäre in der Schule. Man wird nie hören: Das hast du schlecht gemacht, sondern sie muntern einen immer wieder auf und sind geduldig.

Ich bin der Meinung, dass es nicht so schwer war, Freunde zu finden, wenn man offen war und sich bemüht hat auf andere Leute zuzugehen. Man sollte sich einfach trauen und sich über Fehler keine Gedanken machen. Das klappt auch so!

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Die ersten drei Monate hab ich in einer Familie mit drei Kindern verbracht. Außerdem lebten dort drei Hunde, eine Katze und ein Fisch. Ich hab mich mit allen problemlos verstanden und mich sehr gut in ihr Familienleben aufgenommen gefühlt. Mein Gastbruder hat mir viel von der Umgebung gezeigt oder wir haben Cookies gebacken. Mit meinen Gastschwestern war ich in der Mall shoppen. Abends haben wir oft zusammen DVDs geschaut. Auch durfte ich immer Freunde einladen oder sie haben mir angeboten, mich irgendwo hinzufahren. Meine Gastfamilie wollte mich als richtiges Familienmitglied in ihr Leben aufnehmen. Wenn ich Sachen für die Schule benötigt habe, z.B. für die Camping-Trips, haben sie mir immer die Ausrüstung besorgt.

Da ich ursprünglich nur drei Monate in Kanada bleiben wollte und meine Gastfamilie geplant hatte ihr Haus zu renovieren, musste ich für die zwei letzten Monate umziehen. Das fiel mir am Anfang natürlich schwer, aber meine zweite Familie hat mich super aufgenommen und ich hab mich schnell eingelebt. Weiterhin hatte ich auch noch Kontakt zu meiner ersten. Dieses Mal hatten meine Gasteltern einen 4-jährigen Sohn, um den ich mich auch manchmal gekümmert habe, und eine chinesische und koreanische Gastschwester lebten mit mir in dem Haus. Mit allen hatte ich ein super gutes Verhältnis und wir haben viel zusammen gemacht. Sei es, dass wir zusammen an den Strand gegangen sind, Downtown gefahren sind, Ausflüge gemacht haben, Fern geguckt oder gequatscht haben und allgemein viel Spaß gehabt haben. Oft habe ich meinen Gastvater in der Küche unterstützt, da er sich schwer an der Hand verletzt hatte.

Unterschiede gab es schon zu Berlin. Ich konnte von beiden Familien aus so ziemlich alles tun und lassen, was ich wollte. Ich hatte keine Ausgehzeiten oder feste Verpflichtungen. Wenn es etwas zu machen gab, dann hat man es eben schnell erledigt. Für mein Zimmer, meine Wäsche, das Bad und mein Lunch war ich selbst verantwortlich. Gegen sechs gab es ein gemeinsames Abendessen. In Deutschland hab ich nur einen 14-jährigen Bruder und Fische als Haustiere. Außerdem lebe ich mitten in einer Großstadt und nicht in einer Randsiedlung. Ich fand es toll, auch mit anderen internationalen Schülern zusammenzuwohnen, so dass ich auch viel über deren Kultur gelernt hab.

Rundum gesehen war mein Austausch eine wunderbare Erfahrung mit zwei tollen Gastfamilien, die mich in allen Belangen unterstützt haben.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Meine Freizeit konnte ich selbstständig gestalten. Ich hab mich mit Freunden getroffen, um Downtown (Shoppen oder kleine süße Cafes) zu gehen. Ich hab Kino-, DVD-, und Kochabende miterlebt. Wir sind in den See schwimmen gegangen oder haben Zeit am Ozean verbracht. Teilweise hab ich mir mein Frühstück und ein Buch mitgenommen und habe mich am Strand ausgeruht. Des weiteren habe ich auch kleinere Trips mit Freunden oder der Schule mitgemacht.

 

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