Kanada: High School staatlich

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Vorname:
Norman
Alter:
17
aus:
Riemerling
war:
2009 für ein Schuljahr in Claremont Secondary School, Kanada
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Claremont School

Hier der Bericht von Norman:

Der Gedanke, ein Highschool-Jahr in Nordamerika zu machen, kam mir ca. ein Jahr vor meiner Abreise. Zum einen, weil ich unbedingt mein Englisch verbessern wollte und zum anderen, weil ich als Einzelkind beweisen wollte, dass ich auch ohne die Hilfe meiner Eltern klarkommen kann.

Ein ganzes Wochenende bemühten wir uns aus dem Internet um Adressen von Vermittlungsagenturen und stellten dabei immer wieder fest, dass die ausführlichsten Informationen von GLS, Berlin, möglich waren. Ausserdem  konnte uns GLS als einzige Agentur eine Ansprechpartnerin für ein persönliches Gespräch im bayrischen Raum sagen. Frau Dr. Wiebalck-Zahn aus Holzkirchen nahm sich für meine Eltern und mich sehr viel Zeit, um alle Zweifel und Risiken eines Auslandsaufenthaltes aufzuzeigen und danach war mir mehr denn je klar: ich will in den Westen von Kanada, und zwar aus 3 Gründen:

  1. Eine Gegend, die einen interessanten Eindruck auf mich machte
  2. Kanada, weil man dort früher als in USA die Adresse seiner Gasteltern erfährt
  3. Man im Westen Kanadas kein Französisch braucht.

 

Aus dem GLS-Angebot entschied ich mich für Vancouver Island und bekam die Zusage der Cleremont-School des Saanich-School District, die 11. Klasse dort zu besuchen.

3 Monate vor dem Start legte ich in Deutschland noch schnell den SLEP-Test ab, damit die Kanadier erkennen konnten, wie der Stand meiner Englisch-Kenntnisse war.

 

Planmässig etwa einen Monat vor der Abreise erfuhr ich, welche Familie mich ausgesucht hatte. Gastvater- und Gastmutter waren Computer-Fachleute, Sohn 19 Jahre alt,  schon zum Studium weg in den USA- er kam nur in den Semesterferien, Tochter,  26 Jahre, noch zu Hause – ein wenig zickig. Die Familie wohnte in einem typischen kanadischen Haus in einer sehr angenehmen, problemlosen Wohngegend, etwa 20 Minuten Gehweg von der Schule entfernt.

 

Woran ich mich erst gewöhnen musste:

- Ich hatte den ganzen Tag Schule

- Die gesamte Gastfamilie war den ganzen Tag zur Arbeit

- Ich konnte weder meinen A1-Führerschein für eine Vespa noch meinen Auto-Führerschein für begleitendes Fahren gebrauchen. Deshalb entschloss ich mich schon in den ersten Tagen, ein Fahrrad zu kaufen und Barry, mein Gastvater, half mir dabei.

 

Das allerbeste war, dass alle Kanadier von Anfang an sehr lieb und hilfsbereit waren. Diese Höflichkeit kann man sich als Deutscher zunächst nicht vorstellen.

 

Besonders das kanadische Schulleben ist wirklich total anders und angenehmer als in Deutschland. Zum Beispiel wurde ich schon am ersten Schultag von meinen Lehrern angesprochen, ob ich Volleyball bzw. Basketball mitmachen wollte. Damit waren sofort meine Nachmittage belegt und ich fühlte mich prima eingebunden. Überhaupt ist der School Spirit hier ein ganz besonderer, wenn man zum Beispiel vor 200 oder noch mehr Zuschauern ein Volleyball-Turnier bestreitet, ist die Motivation eine ganz andere als in Deutschland. Mitzumachen, angefeuert werden, miteinander zu siegen ist unbeschreiblich. Überhaupt füllten Sport, Fitness, gesunde Ernährung, Turniere am Wochenende meine Freizeit aus. Alkohol unter Jugendlichen gibt es schon mal auf Parties, aber eher selten, und wird auch von der kanadischen Polizei sehr schnell und streng unterbunden. In Kanada ist ja Alkoholverbot bis zum 19. Lebensjahr.

 

Obwohl meine Gastfamilie den ganzen Tag nicht da war, gab sich Karen alle Mühe, mein Einleben so schnell und angenehm zu gestalten. Die Gespräche mit ihr waren immer sehr nützlich und interessant. Auf was sie wirklich Wert legte, war Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Es machte ihr überhaupt nichts aus, mich zu allen möglichen Terminen selbst hinzufahren oder abzuholen. Im Gegenzug begleitete ich sie gerne zu allen möglichen Einkäufen und trug ihre Taschen. Ausserdem war ich für die Müllentsorgung und die Wäsche zuständig.

 

Allerdings war es in meiner Familie aus Zeitmangel nicht üblich, gemeinsam etwas zu unternehmen, irgendwo hinzufahren oder eine Besichtigung vorzunehmen. Das glich die Claremont-School aber aus durch ein professionelles International-Students Programm. Dies war klasse und gehört zu meinen schönsten Kanada-Erinnerungen. Man muss sich aber im Klaren sein, dass viele ausländische Schüler auch bedeutet, dass sich die einzelnen Gruppen zusammentun, so wie die Chinesen gerne unter sich bleiben oder die Deutschen. Durch meine volle Integration in die kanadische Volleyball- und Basketball-Schulmannschaft war das bei mir kein Risiko. Trotzdem habe ich wunderbare Freundschaften mit deutschen Schülern aufbauen können und wir halten noch heute Kontakt miteinander.

 

Meine Befürchtungen, dass sich das kanadische Unterrichtsprogramm vom deutschen gravierend unterscheidet, haben sich nicht bestätigt. Große Lücken sind bisher nicht festzustellen.

 

Heute gehört Kanada zu den schönsten Dingen, die ich kennen lernen durfte. Diese netten, coolen Kanadier sind eine besondere Lebenserfahrung, die ich nicht missen möchte. Aber auch mit den deutschen Mitschülern verbinden mich wunderbare Erinnerungen. GLS hat diesen Aufenthalt ründlich vorbereitet begleitet. Meine Eltern wurden durch Zeugnisse aus Kanada über meine schulischen Leistungen auf dem Laufenden gehalten und waren sehr zufrieden.

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