Kanada: High School staatlich

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Vorname:
Lisa
Alter:
18
aus:
Jork
war:
2010 für ein Schuljahr in Vancouver, British Columbia, Kanada
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Gladstone Secondary
Kontakt:
lisa_17_heagle@hotmail.de

Hier der Bericht von Lisa:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Heute kann ich sagen, Unterschiede gab es nicht all zu viele, die größten dabei sind meiner Meinung nach der unglaubliche Multikulturismus, den man überall in Vancouver - angefangen beim Busfahren, wo man Leute aus mindestens 10 verschiedenen Nationen antrifft, bis viersprachige Hinweisschilder an Flughäfen - wiederfindet, die einfach einmalige Aussicht auf die wunderbare Natur Kanadas, egal wo man sich befindet, und die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen, die von den unterschiedlichsten Flecken der Erde kommen, aber alle einen unglaublichen Patriotismus für Kanada teilen.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

An meine Gastfamilie, wo ich unglaublich lieb aufgenommen wurde und mein zweites Zuhause gefunden habe, an meine Freunde, die ich heute als Freunde fürs Leben bezeichnen kann, und an die Olympischen Winterspiele, die bei uns in Vancouver waren, die die Stadt für einige Wochen so sehr verändert haben und mir so viele tolle Erinnerungen geschenkt haben.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Wie bereits oben erwähnt die Olympischen Winterspiele und einfach mein Leben in Kanada, was sich so sehr von meinem deutschen Leben unterscheidet :)

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Ein typischer Schultag fing für deutsche Verhältnisse recht spät an. Gegen halb neun traf ich meistens in der Schule ein, bin kurz zu meinem Locker gegangen habe meine Jacke und Tasche dort gelassen und meine Sachen für meinen ersten Block mitgenommen, danach bin ich meist noch einige Minuten bis zur Klingel zum Locker meiner Freunde gegangen wo die neusten Sachen ausgetauscht oder die letzten Hausaufgaben gemacht wurden. Um 8:44 fing dann der erste Block an, häufig nur mit der Hälfte der Schüler, der Rest trudelte dann nach und nach ein. Die Lehrer sahen dies recht entspannt und machten deshalb ihre Attendence (Anwesenheit) meist erst in der Mitte des Blocks. Jeden Tag hatte ich vier Fächer jeweils 75 Minuten, da ich in Vancouver zur Schule gegangen bin, hatten wir das ganze Jahr durchgehend 8 Fächer, also zwei vierer Kombinationen die sich Tag um Tag immer abwechselten. Wobei, wenn es zwischendurch mal eine freien Tag (pro Monat mindestens einer, der zur Fortbildung der Lehrer genutzt wurde und dann noch Kanadische Feiertage) gab, der den Rhythmus veränderte und man immer fleißig im Schul Kalender nachgucken mussten. Die Reihenfolge der vier Blöcke wechselte drei Mal im Jahr, sodass man jedes Fach einmal im ersten Block hatte. Mit jeder Rotation brach zunächst mal das Chaos aus, keiner wusste mehr so wirklich wohin, doch das gab sich nach 2 Tagen bei den meisten.

Nach dem Ersten Block, hatten wir eine fünfzehnminütige Pause bis es weiter zum zweiten Block ging. Die ersten Minuten des nächsten Blocks hörte man durch die Lautsprecher hier die sogenannten "Announcements" verlesen durch Schüler der "Student Council" (eine Art Schülervertretung), hierbei erfuhr man alles Wichtige rund um die Schule. Auf die "Announcements" folgte "Silent Reading", wo für etwa 20 Minuten still gelesen werden musste, am besten Bücher doch eine Zeitung tat es auch (manche machten auch heimlicherweise Hausaufgaben). Nach dem zweiten Block hatten wir ca. 40 Minuten "Lunchbreak" die man in der Cafeteria oder auf den Fluren verbringen konnte. Ich saß meistens mit meinen Freundinnen vorm Locker. Einmal im Monat gab es an meiner Schule ein Internationals Lunch für alle Austauschschüler. Nach dem Lunch hatten wir noch zwei weitere Blöcke mit einer Raumwelchselpause dazwischen. Gegen 15:10 war mein Schultag meist zu Ende, außer man hatte noch einen "Club (eine Nachmittags Beschäftigung) in der Schule oder Training mit einem Sportteam.

Im Großen und Ganzen kann man sagen Schule in Kanada ist komplett anders als in Deutschland. Es wird alles viel lockerer gesehen, das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ist schon fast freundschaftlich und auch die Fächer die man wählen kann sind vielfältiger. Ich hatte in meinem Stundenplan beispielsweise Fächer wie "Fashion/Design", wo wir genäht haben oder "Dance". Es gibt aber auch "normale Fächer" wie Sprachen und Naturwissenschaften.

Ungefähr einmal im Monat gab es eine "Assembly", eine Schulversammlung für einzelne Jahrgänge, wo beispielsweise Zertifikate für Schüler mit guten Noten oder gutem Sozialverhalten ausgegeben wurden, oder es wurde über gemeinnützige Organisationen gesprochen. Häufig wird bei solchen "Assemblies" die Nationalhymne gesungen.

Man lernt recht schnell viele Leute kennen, auch aufgrund des Kurssystems, jedoch kann ich heute sagen richtige Freunde Zeit brauchen, man unternimmt zwar bereits recht schnell mit den neuen Kontakten etwas, doch erst mit der Zeit wächst aus einer oberflächlichen Bekanntschaft eine wunderbare Freundschaft. Auch wenn man nach einigen Wochen/ Monaten noch nicht die besten Freunde gefunden hat, sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, sondern weiter versuchen offen und freundlich zu sein.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Nachdem mir meine erste Familie recht früh verkündete ich könnte nicht mehr bei ihnen bleiben da sie umziehen werden. (Auch wenn in einem solchem Moment zunächst einen Welt für einen zusammenbricht, ist es nichts Schlimmes die Familie zu wechseln, wenn es nicht mit der Familie klappt sollte man diesen Schritt tun. Denn nach jedem Tief kommt auch immer ein Hoch:)) Meine zweite Gastfamilie war super, sie haben mich wie ein schon immer dagewesener Teil der Familie aufgenommen, sodass ich bereits nach einigen Tagen das Gefühl von zu Hause hatte. Besonders auch meine Gastmutter, die für mich wie eine Mutter und beste Freundin in einer Person ist, hat mir beim einleben viel geholfen. Heute erinnere ich mich sehr gern an viele Abende mit Tee, einer kitschigen Fernsehsendung und langen Gesprächen zurück. Mit meinen Gastgeschwistern, die beide älter waren als ich habe ich mich recht gut verstanden, wobei beide sehr wenig Zeit hatten..

Anders als zuhause war nicht viel, meine Gastfamilie ist portugiesisch und daher sehr europäisch, was da einleben vielleicht noch etwas erleichtert hat :) . Ansonsten hatte ich ähnliche Pflichten und Aufgaben wie in Deutschland

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Nach der Schule bin ich meinst erst mal nach Hause und dann später noch mit Freuden nach Downtown oder in eine Mall. Manchmal gings auch ganz einfach zu einer Freundin zum Teetrinken und Haare machen nach Hause :)

Ein bis zweimal die Woche bin ich nach Downtown gefahren zum Yoga, ein Sport der so Vancouver typisch ist, überall begegnet man Menschen die ihre Yogamatten unterm Arm tragen, und auch ich bin diesem Wahn verfallen.

Am Wochenende, bin ich häufig ins Kino gegangen oder ich war bei einem Sleepover. Häufig hab ich aber auch mit meiner Gastmutter die Einkäufe gemacht oder wir haben mit meiner Gastschwerster einen Film auf DVD geguckt.

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