Staatliche Schulen

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Vorname:
Alina
Alter:
17
aus:
Schwerte
war:
2006 für ein Semester in Brisbane, Queensland, Australien
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Craigslea State High School
Kontakt:
alin@ruhrnet-online.de

Hier der Bericht von Alina:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

• Die Mentalität und Stimmung der Menschen! Die Australier haben diese Fähigkeit immer eigentlich gute Laune zu haben, damit meine ich jetzt nicht, dass sie den ganzen Tag mit einem breiten Lächeln herum laufen, aber sie sind sich eigentlich nie für einen Witz zu schade. Eigentlich wird auch der Großteil der Freizeit so ausgelegt, dass es immer eine große Gruppe ist, die sich dann trifft und einfach zusammen ein Barbecue hat, sich ein Stubby oder Bundy (das sind einmal Bier und einmal Rum aus Bundaberg mit Cola) trinkt (also ihr als Austauschschüler dürft das natürlich nicht, aber das ist auch nicht schlimm) und lacht. Außerdem achtet niemand (also ich meine Ausnahmen gibt es ja immer) auf deine Kleidung, Aussehen oder Vermögen (darüber werden vielleicht Witze gemacht), weil für sie deine Persönlichkeit im Vordergrund steht und dein Sinn für Humor. Das mit dem Sinn für Humor musste ich am Anfang erst mal lernen, denn die nehmen einen schon gerne mal auf die Schüppe und für sie ist es dann aber um so lustiger wenn du es ihnen so richtig gut abgekauft hast. Nach einiger Zeit wirst du ihnen aber bestimmt auch Paroli bieten können, wenn du ein bisschen sicherer in der Sprache bist.

• Das Wetter, ich hatte in meinen 6 Monaten Aufenthalt ca. 10 Tage, an denen es geregnet hat. Also kann man sich eigentlich immer was draußen vornehmen und hat sowieso gute Laune.

• Die Entfernungen! Wenn man sich mal Deutschland oder Europa ankuckt, fallen jedem von euch bestimmt an die 5 Städte oder Länder ein, wo ihr schon einmal gewesen seid. Für uns ist es ganz normal, dass sich unsere Umgebung sowie Sprache und Gewohnheiten nach ein paar Stunden Autofahrt schon enorm verändern können. In Australien braucht es aber echt eine Weile bis sich was verändert. Viele Australier haben auch in ihrem ganzen Leben weniger von ihrem wundervollen Land gesehen als ich in meinen 6 Monaten. Aber zum Glück gibt es meistens gute Angebote von Fluggesellschaften, die einen dann umher fliegen können soweit man das nötige Kleingeld hat (besonders für Schüler „Student flight“ ).

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Die Familie in der ich zum Schluss gewohnt habe. Das war ein Junge aus meine Stufe, dessen Eltern sich gerade getrennt hatten. Wir waren dann meistens zu siebt (die 4 Kinder+ Freund der Schwester+ eine Elternteil+ ich).

Wir sind dann ungefähr jedes Wochenende (in den letzen 2,5 Monaten) an den Strand gefahren zum einem Caravan-Park oder haben halt so was unternommen, damit ich was von der Umgebung sehe.

Ja und natürlich an diese absolut traumhaften Strände.

 

Was hat dir besonders gut gefallen?

Die Art wie die Leute miteinander um gegangen sind und besonders wie viel Interesse sie mir und den anderen Deutschen(4) gegenüber gezeigt haben.

Ich kam mir nie unwillkommen vor sondern eher herzlich willkommen an ihren Sitten Teil zu haben. Sie haben uns auch ziemlich ins Herz geschlossen, obwohl wir nur für 6 Monate dort waren.

So Allgemein hat mir das ganze Schulleben sehr viel Spaß gemacht. Dort stand nicht so sehr die Leistung der einzelnen im Vordergrund, sondern das, was man als Gruppe erreichen kann.

Viele soziale Aktionen wie „Pink day“ an denen einfach sich viele mal zum Affen machen, machen dort Spaß und schweißen einen auch viel mehr zusammen. Es fällt direkt auf, wenn man nicht mitzieht

 

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Eigentlich haben meine Tage immer unterschiedlich angefangen, weil ich z.B. Montags und Mittwochs Training hatte (denn ich hab dort im Open girls Team Volleyball gespielt)

Dort musste ich dann einmal um 6.30 am und einmal um 7am an der Schule sein.

An den anderen Tagen hat mein Gastvater mich und den Japaner, der auch als Austauschschüler in meiner Gastfamilie war, immer so gegen 7.50am an der Schule abgesetzt.

Ich hab dann entweder bei den Jungen beim Training zu gekuckt oder bin selber noch mal joggen gegangen (das macht einen echt wach vor der Schule).

Dann schnell duschen und in die Uniform schwingen.

Um 8.50 am hat man dann „Form class“, das ist so was wie deine Klasse (an meiner Schule gab es da die Klassen a-h) und dein „Form teacher“ liest dann die Roll (Anwesenheitsliste) vor und es wird über alles möglich bereichtet, was so in der kommenden Woche ansteht.

Um 9 am fängt dann der Unterricht an. Eine Stunde dauert immer 70 Minuten und man hat 4 Fächer pro Tag (also zumindest war das bei mir so).

Man hat dann erst die ersten 2 „periods“ und dann die erste Pause (25 min) „Morning Tea“, nach einer weiter Stunde hat man dann „Lunch“ (50 min) und um 3 ist dann auch die letzte um.

Ich musste dann noch so ca. 25 min auf den Bus warten, aber da ganz viele auf den Bus warten hat man immer jemanden zum Unterhalten.

Die Unterschiede zwischen Australischer und Deutsche Schule

Fächer:
Die Fächer sind viel weiter gefächert und eigentlich kann da jeder was finden, was ihn wirklich interessiert und du wirst bestimmt dadurch auch neue Leute kennen lernen, die ähnliche Interessen wie du haben.

Ich selbst hatte Mathe und Englisch. Der Englisch Unterricht ist schon wie unser Deutsch Unterricht kann man sagen, aber als ich am Anfang noch „English-Communcation“ hatte (da lernt man dann Dinge wie Bewerbungen und Reden halten, aber der Kurs war nicht so toll besetzt), kam ich mir schon irgendwie fehl am Platze vor.

Biologie war anfangs auch noch schwierig weil man die ganzen begriffe erst mal nach schlagen muss, aber das geht nach einer Weile.

P(hysical)E(ducation) hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil ich dort auch einiges über die Australische Kultur und Eigenheiten heraus gefunden habe.

Und ich hab z.B. Aerobics gemacht, was ich sonst nie gemacht hätte.

In Hospitality habe ich gelernt wie man große Feiern plant, z.B. „Melbourne-Cup-Lucheon“ (ein großes Reitturnier in Melbourne Ende des Jahres) also wer, wann, an welchen Platz zu sein hat und so was.

Und natürlich Kochen. Das Blöde war nur, dass ich nicht wusste, dass es wie ein Unifach gewertet wird, dem entsprechend bin ich dann durchgefallen sowie ungefähr die Hälfte des Kurses.

Mein 6. Fach war Drama, das war am Anfang doch anders als ich es mir vorgestellt hatte, aber dann hat er mir auch sehr viel Spaß gemacht, aber ich muss dich warnen es ist nicht nur rum Theatern....(30% sind assignments und Theatergeschichte).

Wie ich das oben schon mal erwähnt hatte ist Schule dort eher ein Soziales Ding und Schule ist auch so der Hauptbestandteil deines Lebens, aber ich hab es immer gerne gemacht. Es kommt halt auch dort darauf an seine Freunde zu treffen und man hat einfach mehr Zeit füreinander.

Mittwochs hatten wir immer Sportsday, an denen wir dann nur bis eins Schule hatten und dann verschiedene Sportschulmannschaften bis Bussen zu anderen Schulen gefahren werden um sich zu messen.

Ansonsten gab es an meiner Schule noch den „House-Carnival“, an dem man seinem Nachnamen entsprechend in 4 Häuser aufgeteilt wird und durch sportliche Leistungen Punkte für das Haus sammeln kann.

Und unsere Stufe hat den „Pink-Day“ organisiert, an dem man zu der normalen Uniform dann etwas pinkes tragen darf (Socken, Krawatte, sämtlichen Schmuck etc. ) man muss dann nur 2 Dollar bezahlen , die dann an eine Krebsstiftung gehen.

Hausaufgaben bekommst du eher selten, weil du Assingments bekommst, die du dann innerhalb von ca.4 Wochen erledigen musst.

Ende des 2. und 4. Terms hat man jeweils Block Exams, an diesen Tagen kommst du also nur in die Schule um Exams zu schreiben bzw. zu lernen.

Einmal in der Woche hatten wir School-assembles. Dort kommt dann die ganze Stufe oder Schule zusammen und Schüler geehrt werden oder auch manchmal gemahnt, denn die Schulleiter wollen natürlich, dass ihr Schüler eine guten Eindruck machen, wenn sie mit ihrer Uniform die Schule vertreten. Und natürlich wird auch die National Hymne gesungen und andere Klassen führen Dinge vor (wir Deutsch mussten mal „99 Luftballons“ singen.....peinlich, aber die fanden es toll also war es egal)

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Also zu meinem Leben in meiner Gastfamilie möchte ich gar nicht viel sagen, weil ich da Nicht so viel Glück gehabt habe.

Ich hatte mein eigenes Zimmer in einem separatem Haus.

Essen musste ich oft ersetzen wenn ich nicht vorher gefragt hatte ob ich was das essen darf. Da meine Gastmutter erst immer so gegen 6 nach Hause gekommen ist, saßen wir immer nur vorm Fernseher, weil sie dann Ruhe brauchte.

Auch mit Erlaubnissen (die braucht man immer wenn man außer schulische Veranstaltungen hat oder bei einer Freundin übernachten will). Sonntags sind wir immer mit der Familie zusammen gekommen um Dinner zu haben, was ich immer sehr schön fand.

 

Ich hab auch of t was mit der Gastfamilie eines andere Deutschen Mädchens unternommen, die waren nämlich super nett und interessiert. Also habt keine Angst!

Aber übers Wochenende bin ich dann auch immer bei der Familie eines Klassenkameraden gewesen.

Man macht halt viel zusammen als Familie und hilft sich immer gegenseitig.

Warmes Essen gibt’s dort immer abends, wenn die ganze Familia da ist(das war schon ne Umstellung für mich).

Und gewaschen wird immer kalt, so dass weiße Klamotten nie richtig weiss werden.

 

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Ja was heisst Freizeit... eigentlich ist man nach der Schule ziemlich geschafft.

Ich bin dann öfter direkt nach der Schule ins „Westfield Shoppping Centre“ gegangen mit Freuden aus der Schule.

Dort rennen dann auch ganz viel andere Schüler noch in ihrer Schuluniform rum.

Ja dann habe ich oft Fernsehen gesehen oder am Computer gearbeitet (meistens für die Schule oder Emails).

Und joggen war ich auch öfter.

Am Wochenende, war ich dann mal mit Freuden von der Schule in der Innenstadt von Brisbane oder einfach in Chermside (der Vorort in dem ich gelebt habe, da arbeiten nämlich immer Leute von denen man dann umsonst was zu essen bekommt).

Dann sind wir halt in Cafés gegangen (in Pubs darf man erst ab 18) oder ins Kino.

Ich habe auch ein paar mal bei Leuten aus meiner Stufe bei Footy-Spielen zu gekuckt oder war im Stadium.

Also man kann seine Freizeit rech vielseitig gestalten.

Also ich kann euch das nur empfehlen!

Ihr werdet zwar auch nicht so tolle Phasen durchleben, aber Australien hat mir sehr viel mit auf meinen weiteren Lebensweg gegeben und ich habe viele Freunde dazu bekommen.

Aber vor allem hat es mir auch Hoffnung gegeben, die ich in Deutschland nicht merh sehen konnte.

 

 

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