Staatliche Schulen

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Vorname:
Valerie
Alter:
16
aus:
Düsseldorf
war:
2007 für ein Semester in Adelaide, South Australia, Australien
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Marryatville High School
Kontakt:
V_M_Mueller@gmx.de

Hier der Bericht von Valerie:

Hier in Australien geht es mir wunderbar. Ich habe schon sehr viele Freunde gefunden und genieße meine Zeit in vollen Zügen. Für Heimweh bleibt da echt keine Zeit, obwohl ich doch sehr besorgt war, ob ich das alles schaffe. Doch es gibt mir ein sehr gutes Gefühl zu sehen, dass ich in einem fremden Land ohne Probleme "überleben" kann. Natürlich vermiss ich meine Freunde ein wenig, doch andererseits bin ich schon sehr hin- und her gerissen, ob ich nicht doch lieber noch ein weiteres halbes Jahr bleiben wollen würde, denn meine Freunde würde ich in Deutschland so oder so wieder sehen, meine Freunde in Australien eher selten, erst nächstes Jahr, denn für dann hab ich schon einen kürzeren Trip hierher mit meinen Eltern geplant.

Ich bin in so eine ganze Clique reingerutscht und alle sind dort sehr nett zu mir. Ich bin sehr glücklich darüber, sie gefunden zu haben, denn ich sehe, dass ein anderes deutsches Mädchen auf meiner Schule, die mit mir zusammen ankam, immer noch ein wenig Probleme damit hat, wirklich engere Kontakte zu knüpfen. Mit meiner Gastfamilie versteh ich mich auch sehr gut, mit meinem Gastvater hab ich öfter mal lange gute Gespräche und auch meine Gastmutter mag ich sehr. Obwohl die Situation der Familie doch sehr ähnlich ist wie die Zuhause: ein Vater, der gerade aufgehört hat zu arbeiten, eine Gastschwester, die gerade wieder ausgezogen ist... Ich hätte es zwar sehr gut gefunden, auch mal eine Familie kennen zu lernen, deren Situation total anders ist, aber natürlich würde ich mein Gastfamilie für nichts in der Welt mehr tauschen.

Nun zu meiner Schule, der Marryatville High School. Ich habe das Gefühl, dass meine Schule eine der besten öffentlichen Schulen in Adelaide ist; dies wird mir auch von allen anderen Schülern, die schon auf Privatschulen waren, bestätigt. Also sie ist wirklich zu empfehlen. Allerdings musste ich mich doch erstmal an das andere Schulsystem und die Art der Lehrer, den Schülern den Stoff beizubringen, gewöhnen. Denn hier wird fast gar keine Aufmerksamkeit auf die Arbeit im Unterricht gelegt, die ganze Arbeit wird Zuhause in Form von assignments, einer Art Aufsatz in der Länge von 200, 400, 1000 oder 1500 Wörtern erledigt. Und das gefällt mir dann doch so gar nicht, weil ich mich doch eher zum faulen Teil der Schüler zähle.

Und diese ganze Arbeit kann einen doch schon mal in Stress versetzen, wenn man dann in allen 6 Fächern etwas zu erledigen hat. Doch anscheinend reichen meine Leistungen ja doch aus... Doch ich muss schon sagen dass ich mir Mühe gebe, den ganzen Stoff zu verstehen und nach einer sehr verwirrenden Biostunde mich doch noch mal hinsetze, um mit meinem English-Translator ein paar Vokabeln durchzugehen. Einfach um meinen eigenen Ehrgeiz zu stillen...

Der Französisch-Unterricht ist doch überraschend gut, ich muss sagen, ich hätte Schlimmeres erwartet. Er ist schon sehr anders als der Unterricht in Deutschland, allerdings habe ich nun doch nicht mehr so viel Angst, komplett einzurosten und am Ende dann überhaupt kein Französisch mehr zu können.

In Deutschland hatte ich immer so ein wenig das Gefühl, dass der Unterricht sehr gehetzt ist, der Lehrer muss um jeden Preis seinen Stoff durchbekommen. Hier ist es eher so ein bisschen lockerer, in Französisch bekommt man pro Doppelstunde eine Aufgabe oder zwei und wenn man schnell ist, hat man dann am Ende noch Zeit, ein bisschen zu quatschen. Das Gute daran ist, dass die Aufgaben dann immer eingesammelt werden und man dadurch wirklich auf Fehler überprüft wird. Das ist in Deutschland nicht so. Hier kennen die Schüler in Französisch auch viel eher mehrere Vokabeln zu allen möglichen Themengebieten, allerdings sind sie dafür nicht so fit in der Grammatik, dort machen sie dann die Fehler in den Aufsätzen. Außerdem ist es hier leichter, eine gute Note zu bekommen, weil eher mehr Wert auf den Inhalt gelegt wird und nicht auf die Fehleranzahl. Deswegen bin ich hier die Beste in meiner Klasse, weil ich denke, dass einem durch das harte Training in Deutschland doch mehr Grammatik eingepaukt wird. Doch durch die breiten Vokabelkenntnisse ist es trotzdem ein recht gutes Level.

Doch das schwerste Schulfach ist immer noch Bio. Denn da ich in den letzten Jahren in Deutschland gar kein Bio mehr hatte, bin ich natürlich durch die ganzen englischen Fachbegriffe, die ich vielleicht noch nicht einmal auf Deutsch kennen würde, etwas überfordert. Und dann auch noch auf Englisch zu erklären, wie eine Zelle aufgebaut ist, ist hart. Aber andererseits hab ich in dem Fach wirklich das Gefühl was zu lernen und nicht nur deutschen Stoff zu wiederholen. Über die gute Bio-Note hab ich mich deswegen mit am meisten gefreut.

Ja, zu guter letzt Tennis. Davon bin ich wirklich etwas enttäuscht. Denn als ich gelesen hab, dass meine Schule ein Special Interest tennis Programm hat, hab ich mir wirklich wesentlich mehr erwartet. Denn dieses Programm ist hauptsächlich für die unteren Stufen, nicht jedoch für die normalen Year 11 students, nur für die Internationals und dann auch nur noch in diesem Jahr, nicht mehr in Year 12. Das heißt, 2mal die Woche Training, aber mit so ca. 10 Schülern, und das ist dann nichts im Vergleich zu einem guten Training in Deutschland, weil einfach nicht wirklich auf den einzelnen eingegangen wird. Man soll einfach nur spielen, doch das kann ich auch, wenn ich mich einfach so mit jemandem treffe, um ein paar Bälle zu hauen. Zum Glück fangen aber in diesem Term (Term 4) noch die Saturday Morning Competitions an, dann spiele ich wenigstens dreimal die Woche. Also ich würde auf jeden Fall empfehlen, dass Leute, die wirklich interessiert an Tennis sind, auf jeden Fall noch Personal Coaching einplanen, ich werd jetzt hoffentlich bald damit anfangen, und, dass sie sich doch eher Seaview High als Schule aussuchen. Denn die haben direkt neben der Schule einen Tennisclub, mit Trainern und allem, und die fragen dann sofort, ob man an Training interessiert ist.

So, ich muss ja feststellen, dass ich doch ein Menge zu erzählen hab, doch ich hoffe einfach, das dieser ausführliche Bericht doch dazu benutzt werden kann, es anderen Schülern noch leichter zu machen als mir. Also noch mal: Marryatville ist Top, doch für Tennis sollte man doch an die Seaview gehen. Ach so und noch was: Marryatville ist nicht nur wegen der Schule eine gute Wahl, es liegt auch im besten Teil Adelaides, im Osten, während Seaview zwar nah am Strand im Süden liegt, aber die schöneren Häuser und die schönere und sicherere Gegend doch wirklich im Osten sind. Und es ist wesentlich näher an der Stadt...

Also dann sag ich nur
See ya wie’s die Aussies sagen,

Valerie

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