Staatliche Schulen

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Vorname:
Karl
Alter:
17
aus:
Leipzig
war:
2007 für ein Semester in Brisbane, Queensland, Australien
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Nyanda State High School
Kontakt:
karlrieper@web.de

Hier der Bericht von Karl:

Ich stieg in Brisbane aus dem Flugzeug aus und es schien mir als hätte ich eine Ewigkeit auf diesen Augenblick gewartet. Genauer gesagt waren es zwei Jahre, denn den Entschluss ein halbes Jahr im Ausland zu verbringen hatte ich zwei Jahre zuvor gefasst als ich zum ersten Mal Australien besuchte. Das Land war mir also nicht ganz fremd, doch mir würde bald klar werden wie wenig ich über Australien wusste. Alles was man bei einem Urlaub lernt, wie zum Beispiel dass die Autos auf der anderen Straßenseite fahren, dass es ein Land von unvorstellbarer Größe ist und das der Australische Dollar ungefähr dem Wechselkurs vom Euro zur geliebten alten D-Mark entspricht, wird von den Erfahrungen die man bei einem längeren Auslandsaufenthalt mit Schulbesuch macht in den Schatten gestellt. Man ist nicht wie bei einer Reise von Touristen umringt sondern man lernt die Menschen des Landes und so das Land selbst auf eine ganz andere Weise kennen.

Die ersten Australier die ich kennen lernte war meine Gastfamilie, ein Pärchen, beide in ihren frühen Sechzigern. Ich kann mir bis heute keinen besseren Ort vorstellen an dem ich lieber gewohnt hätte. Außer mir waren dort noch vier andere internationale Studenten aus Südkorea, Japan, China und Taiwan. Sie alle waren um die 20 und es war nie langweilig in diesem Haus. Mit ihnen bin ich auch einmal übers Wochenende an die Gold Coast gefahren, die mit der S-Bahn in einer Stunde zu erreichen ist. Dort traf ich auf die besten Strände die ich je gesehen habe. Das war auch der ideale Ort um den Australischen Volkssport auszuprobieren: Surfen. Ich habe es von Anfang an geliebt und bin seit meinen ersten wackligen Versuchen noch bis zum letzten Tag viele Male surfen gegangen.

Doch ich bin ja nicht nur zum Ferien machen nach Australien geflogen sondern auch um dort in die Schule zu gehen. Da ich mich vorher über meine Schule, Nyanda State High School, informiert hatte und herausgefunden hatte dass sie von rund 600 Schülern besucht wurde war ich von der Größe des Schulgeländes verblüfft. Das Gelände war riesig. Ich hatte den Eindruck Australier wüssten gar nicht wohin mit ihrem ganzen Platz. Mindestens zehn Gebäude waren verstreut über das ganze Gelände, was mir in den ersten Wochen etwas Probleme bereitete, da ich ohne die Hilfe von Mitschülern permanent zu spät zum Unterricht erschienen wäre.

Es gab mehrere Sportplätze, darunter zwei übergroße Fußballfelder (auf denen natürlich kaum Fußball gespielt wurde, da dieser Sport in Australien, gelinde ausgedrückt, nicht gerade beliebt ist), drei Tennisplätze, Basketballplätze, einen Bach und sogar einen kleinen Wald. Doch nun zu den Schülern: Sie waren von Anfang an super nett und auch sehr neugierig. Außer mir gab es keine weiteren europäischen Austauschschüler (was für Australische Schulen sehr ungewöhnlich ist) und so war ich weitgehend als ´Germany´ bekannt und wurde von Leuten begrüßt denen ich nie zuvor begegnet bin. Die Offenheit der Australier hat den Anfang für mich sehr leicht gemacht und so wurde ich schnell integriert. Da blieb kaum Zeit für Heimweh.

Der Unterricht ist, sobald man die anfängliche Sprachbarriere überwunden hat vergleichsweise einfach. Außerdem werden für uns recht ungewöhnlich klingende Fächer angeboten, wie zum Beispiel Kochen, Chinesisch, Childcare (´wie ziehe ich mein Baby groß´) und vieles mehr. Eine weitere Besonderheit ist die australische Sportbegeisterung. Sportunterricht hatte ich jeden Tag. Neben bekannten Sportarten wie Basketball, Tennis und Volleyball habe ich auch völlig neue Sportarten ausprobiert, darunter Cricket (der wahrscheinlich langweiligste Sport auf Erden), Rugby und Golf. Rugby ist der Australische Nationalsport und jeder ist verrückt danach. Ich war auch leicht dafür zu begeistern und ging so hin und wieder mit Freunden ins Brisbane Rugby Stadium um mir ein Spiel anzusehen.

Die Australische Mentalität ist gekennzeichnet durch ihre Offenheit, ihre ehrliche Freundlichkeit und beruhigende Gelassenheit (´no worries´ ist einer der geläufigsten Ausdrücke in Australien) So fiel es mir sehr schwer das Land mit diesen tollen Menschen ,nach viel zu kurzer Zeit wie es mir schien, zu verlassen. Jedem der sich überlegt nach Australien zu gehen kann ich dazu nur ermutigen. Ich hatte eine großartige Zeit in diesem einzigartigen Land.

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