Staatliche Schulen

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Vorname:
Rima-Maria
Alter:
17
aus:
Leipzig
war:
2009 für ein Trimester in Wooloowin, Queensland, Australien
Schultyp:
Staatliche Schule
Schule:
Kedron State High School
Kontakt:
mary_kangaroo@gmx.de

Hier der Bericht von Rima-Maria:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Gleich nachdem ich aus dem Flugzeug gekommen bin, war mir klar, dass das Wetter in Queensland wirklich komplett anders ist, als alles, was ich bis jetzt in Deutschland erlebt hatte. Das mag trivial klingen, aber es ist erstens eine unglaubliche Erfahrung, mitten im europäischen Winter plötzlich im Hochsommer anzukommen und zweitens ist die hohe Luftfeuchtigkeit auch etwas ganz anderes. Man fühlt sich sofort von Wärme umgeben, eingehüllt und aufgenommen. Genau zu diesem Eindruck trugen auch all die unglaublich warmherzigen, freundlichen, hilfsbereiten und humorvollen Menschen bei, die ich kennen lernen durfte. In Australien ist man viel offener, wird schneller herzlich und scherzhaft und steht generell jedem freundlich gegenüber. Mateship ist ein Begriff, der einem erst einleuchten kann, wenn man den unglaublichen Zusammenhalt in ein Gemeinschaft mit Australiern erlebt hat. Auch das Easy- Going der Australier ist etwas ganz anderes als das typisch deutsche planen.

Zudem ist mir aufgefallen, wie anders das Verhältnis zu Sport und Musik in Australien ist. Nahezu jeder, denn ich kennen lernte, spielte ein Instrument oder war sportlich aktiv, oder beides.

Für Feinschmecker ist auch die australische Küche bemerkenswert, die sich aus allen Rezepten der Welt scheinbar aussuchte, was am besten zu den hohen Sommertemperaturen passt: leicht, nicht allzu süß und lecker ist die Devise.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Ich denke als erstes an meine vielen guten Freunde zurück, die mich wahnsinnig herzlich in ihrer Mitte aufnahmen und die ich gar nicht wieder hergeben wollte.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Als abenteuerlustigen Menschen zogen mich natürlich besonders Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände an, deshalb hat es mir besonders viel Spaß gemacht, mit meinen Freunden viel zu unternehmen. Mein persönliches Highlight war jedoch mein Schnorchelausflug ins Great Barrier Reef. So viele Farben und Formen habe ich wohl noch nie zuvor auf einmal gesehen.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Ein typischer Schultag beginnt wesentlich später als in Deutschland, etwa gegen 9 Uhr, sodass am Vormittag noch genügend Zeit für mich blieb eine große Runde joggen zu gehen, bevor die Sonne zu stark schien. Neben den allmorgendlich obligatorischen Form Classes, einer Art Klassenleiterstunde, gibt es täglich fünf oder sechs Unterrichtsstunden unterschiedlicher Länge. Der Stundenplan sieht nur 6 Fächer vor, die man wählen kann, solange man sich an einige wenige Richtlinien hält. Zwischen den Stunden gibt es zwei große Pausen, in denen neben sportlichen Aktivitäten, Arbeitsgruppentreffen und Chorproben immer genug Zeit für ausführliches Quatschen mit den Freunden übrig bleibt. Dass man meistens eine Schuluniform trägt, versteht sich von selbst. Man käme sich wohl komisch vor, wenn man die einzige Person ohne wäre. Durch die aufgeschlossene Art der Australier und die Neugierde und Toleranz gegenüber Neulingen ist es leicht, Bekanntschaften zu machen.

 

Einmal in der Woche haben alle Schüler meines Jahrganges Sportunterricht als obligatorische Stunden ohne Bewertung gehabt. Dabei konnte man sich um einen Platz in den Schulteams in verschiedenen Sportarten bewerben und wöchentlich zu Wettkämpfen mit anderen Schulen fahren. Dabei wird jeweils eine Sportart für ein Semester gewählt, es gibt nämlich Sommer- und Winterangebote. Zusätzlich konnte man Sport auch als Unterrichtsfach wählen.

 

Auf der anderen Seite ist es so, dass man sich an einiges erst gewöhnen muss. Dazu gehört das freundliche, aber hierarchische Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, das sich jedoch immer weiter aufweicht, je besser man seine Lehrer kennen lernt. Zudem hat man speziell als Gastschüler viel Unterstützung von seinem Coordinator, an den man sich stets vertrauensvoll wenden kann. Insbesondere, wenn man sich selbst noch unsicher in seiner Rolle ist, hilft dies sicherlich weiter, je selbstständiger man jedoch in der neuen Gemeinschaft wird, desto weniger fühlt man sich auf dessen Unterstützung angewiesen. Und weil ich ein tolles Verhältnis zu meinen Mitschülern hatte, konnte ich mich auch an sie wenden, wenn ich Fragen hatte.

 

Auf das Gemeinschaftsgefühl wird jedenfalls auch während der Schulzeit großen Wert gelegt. Dazu gehören gemeinsame Veranstaltungen wie der Swimming Carnival und andere Aktivitäten. Auch die Einteilung der Schüler in Häuser, ähnlich wie bei Harry Potter, stärkt denn Sinn für Mateship und gesunden Wettkampf.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Natürlich ist es so, dass in einer Gastfamilie ganz andere Traditionen herrschen, als es zu Hause der Fall wäre. Die Einnahme bestimmter Mahlzeiten und deren Umfang sind genauso ein Indiz dafür wie die erst zu treffenden Abmachungen über Wäsche- und Haushaltsverpflichtungen. Man arrangiert sich jedoch schnell und je mehr Zeit man mit einander verbringt und alltägliche Freuden und Sorgen teilt, umso näher kommt man sich. Es ist nicht so, als würde ein neues Elterngefühl entstehen, sondern vielmehr entstehen gute Freundschaften, die auch andauern, wenn man wieder zu Hause ist. Ich glaube, ich habe mich in meiner Gastfamilie nie als Gast, sondern eher als Freund aufgenommen gefühlt.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Neben der Schule und den Schulaufgaben gibt es Unmengen interessanter Dinge zu tun. Natürlich musste ich erst einmal meine Umgebung erkunden und unternahm einige Stadtrundgänge durch Brisbane, bis ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und beliebtesten Plätze kannte. Ausflüge zum City Beach waren immer wieder beliebt, ebenso Ausflüge mit Freunden oder sportliche Aktivitäten und musikalische Übungen. Viele Abende habe ich in grandiosen Konzerten verbracht. Genauso toll waren aber auch die vielen Ausflüge, z.B. nach Noosa. Alles in allem gab es immer genug zu tun, Langeweile kam mir nie auf. Für einen entspannten Nachmittag mit einem guten Buch in der Sonne war aber auch immer Zeit.

 

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