Staatliche Schulen

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Vorname:
Christof
Alter:
20
aus:
Schwedt
war:
2008 für ein Schuljahr in Brisbane, Queensland, Australien
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Indooroopilly State High School
Kontakt:
Christof.Schoessler@gmx.de

Hier der Bericht von Christof:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Zu den größten Unterschieden zwischen Deutschland und Brisbane gehören sicherlich die Bauart der Häuser, der Aufbau der Städte und die Volkssportarten.

Die Mehrzahl der Häuser in Brisbane sind die typischen "Queenslander" aus Holz. Aber auch in Steinhäusern sucht man Heizungen oder eine ordentliche Wärmedämmung vergeblich. Das merkt man vor allem im Winter, wenn die Temperaturen nachts in den westlichen Stadtteilen bis auf -5°C sinken können. Ich durfte diese Verhältnisse in den ersten Monaten miterleben, da ich in Westlake gewohnt habe und bin demzufolge auch des Öfteren mit Pullover ins Bett gegangen. In den Sommermonaten tritt genau das Gegenteil ein. Dann ist man nämlich schon schweißgebadet, ohne das man sich bewegen muss.

Als ich vom Flughafen zum Haus meiner Gastfamilie gefahren bin, ist mir sofort aufgefallen, dass Brisbane im Vergleich zu einer deutschen Großstadt ganz anders aufgebaut ist. Die Innenstadt ist relativ klein und besteht zum größten Teil aus gläsernen Bürotürmen. Dem entsprechend ist sie nach Geschäftsschluss um 17.00 Uhr (außer am Freitags, da ist Late Night Shopping bis 21:00 Uhr) wie ausgestorben. Das Vergnügungsviertel "The Valley" liegt etwas weiter nördlich. Hier befinden sich Zahlreiche Bars und Clubs, sowie China Town. Sobald man den Stadtkern verlassen hat, beginnt das Vorstadtleben mit größten Teils alleinstehenden Häusern und vereinzelten großen Einkaufszentren.

Sport ist sicherlich ein Hauptbestandteil der australischen Freizeitgestaltung. Vor allem Rugby League, Rugby Union, AFL und Cricket stehen ganz hoch im Kurs. Nach drei Jahren habe ich es geschafft wenigstens Rugby und Aussie Rules einigermaßen zu verstehen. Doch wie Cricket funktioniert ist mir immer noch ein Rätsel.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Die Hamish & Andy Show, schönes Wetter und jede Menge Spaß. Die Hamish & Andy Show ist eine Radio Sendung auf B105. Wer sich das man anhören möchte kann das gern auf www.b105.com.au tun. Immer Montag bis Freitag von 16:00 bis 18:00 Australian Eastern Standard Time. Das war einfach etwas, was ich täglich gemacht hab und ich hör's auch heute noch ganz gern. So schlimm das Wetter für die Einwohner von Brisbane aufgrund der Wasserknappheit auch sein muss, ich fand es bis auf die kleinen Nachteile, die ich oben schon genannt habe, genial. Man fühlt sich einfach viel besser, wenn fast jeden Tag die Sonne scheint und man an den Strand gehen kann.

Was hat dir besonders gut gefallen?

In über drei Jahren in Australien habe ich so viele besondere Erlebnisse gehabt, dass es mir schwer fällt es auf eine Sache zu reduzieren. Vielleicht war es die Schule, die zum ersten Mal richtig Spaß gemacht hat. Vielleicht war es aber auch der „laid back“ lifestyle und die Möglichkeit body boarden zu gehen wann immer ich wollte.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Zu erst möchte ich etwas über Indro im Allgemeinen sagen. Etwa 50% der ca. 600 Schüler kommen aus dem Ausland. Wovon wiederum 99% aus dem asiatischen Raum stammen. Indro gilt eher als alternativ. Sicherlich auch, weil es keine Schuluniform gibt. Trotzdem ist die Kleiderordnung relativ streng und man wird auch nach Hause geschickt, wenn man sich dagegen widersetzt. Der Schultag beginnt in der Regel um 08:50 Uhr und geht bis 15:00 Uhr. Die ersten 10 Minuten des Tages haben wir in unserer Care Group (auch bekannt als Form Class) verbracht. Hier wurden meist organisatorische Dinge geklärt. Danach ging es zur ersten von täglich vier Schulstunden, wovon eine jeweils 70 Minuten ging. Zwischen der zweiten und dritten Stunde hatten wir eine Stunde Mittagspause und dann zwischen der dritten und vierten Stunden noch mal 20 Minuten "Afternoon Tea". Insgesamt musste man sich sechs Fächer aussuchen. Zur Auswahl standen auch in Deutschland eher unbekannte Fächer, wie z.B. Business Comm & Technologies, Tech Studies (Wood Work), Legal Studies oder Home Echonomics. Außerdem gibt es keinen Sportunterricht, wie man ihn aus Deutschland kennt. Man hat allerdings die Möglichkeit sich eine Sportart auszusuchen und wenn man gut genug ist, kann man in der jeweiligen Schulmannschaft spielen. Das "Training" findet immer Mittwochs in der 4. Stunde statt. Ausländische Schüler müssen in der 11. Klasse zusätzlich noch E.S.L (English as a Second Language) belegen. Ich war davon zuerst nicht so begeistert, habe aber schnell gemerkt, dass es ganz gut ist, wenn man jemanden hat der vor allem mit den Aufsätzen in Englisch hilft.

Wie auch die Australier im Allgemeinen, sind natürlich auch die Mitschüler sehr nett und aufgeschlossen. Sie kommen eigentlich sofort auf einen zu und es ist recht einfach Freundschaften zu schließen. Nur die Sprache macht es einem am Anfang noch etwas schwer

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Am Anfang war es einfach komisch mit fremden Menschen zusammen zu leben. Wir brauchten auch erst etwas Zeit um uns kennenzulernen. Ich hatte auch mit meiner ersten Gastfamilie ein bisschen Pech. Sie waren zwar ganz nett, aber ein paar Wochen nachdem ich angekommen bin, kamen auch noch zwei chinesische Gastschüler. Im Prinzip kein Problem, aber ich hatte das Gefühl, dass vor allem meine Gastmutter dadurch überfordert war. Zumal sie noch zwei eigene Kinder hatten. Ich habe mich auch sehr eingeschränkt gefühlt und man musste immer fragen wenn man etwas wollte und es kam einfach keine familiäre Atmosphäre auf. Deswegen habe ich dann auch nach sechs Monaten gewechselt. Bei meiner zweiten Gastfamilie, bei denen ich dann auch die restlichen 2 1/2 Jahre verbracht habe, war es dann ganz anders. Klar war es auch hier nicht von Anfang an gleich so wie zu Hause, weil man sich ja auch erst kennenlernen musste. Aber sie haben mir viel mehr Freiraum gelassen und nach ungefähr einem Jahr war's dann auch wie zu Hause.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Während meiner Schulzeit bin ich von September bis April an den Wochenenden des öfteren an die Gold oder Sunshine Coast zum body boarden gefahren. In den ersten Weihnachtsferien war ich mit meiner Gastfamilie im Ferienhaus am Strand in der Nähe von Grafton in NSW. In den darauffolgenden Osterferien sind wir nach Stradbroke Island gefahren. Als ich in den letzten 1 1/2 Jahren eine Art Ausbildung zum Flugzeugmechaniker gemacht habe, war meine Freizeit deutlich eingeschränkt und ich habe mich auf's Joggen und Tennisspielen beschränkt.

 

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