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Neuseeland: Erfahrungsberichte

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Vorname:
Anna
Alter:
16
aus:
Solingen
war:
2005 für ein Trimester in Christchurch, Südinsel, Neuseeland
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Linwood College

Hier der Bericht von Anna:

Im Frühjahr 2004 entschloss ich mich zuerst zu einem dreimonatigen Neuseelandaufenthalt und da schon eine Freundin gute Erfahrungen mit GLS gemacht hat, wählte ich ebenfalls GLS.

Im Januar 2005 flog ich dann los. Der Flug war ziemlich problemlos und schon in London traf ich andere GLS-Teilnehmer, die mit mir zusammen bis nach Australien, Auckland oder auch an mein Ziel Christchurch geflogen sind. Leider verlor ich auf dem Flug von Sydney nach Auckland meine Rückflugtickets, doch auch das war kein Problem, da ich diese zum Glück zuhause kopiert hatte und Quantas mir so neue ausstellen konnte.

Nach über 30 Stunden kam ich endlich in Christchurch an, wo ich schon von meiner Gastfamilie und meiner Homestay-Koordinatorin erwartet und freundlich begrüßt wurde! Meine Gastfamilie hatte 3 Kinder, die alle jünger waren als ich (8, 13 und 14). Dies war erst mal eine Umstellung für mich, da ich in Deutschland nur große Geschwister habe, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und es dauerte auch nicht lange bis ich mich in dieser Familie wie zuhause gefühlt habe.

Die größten Unterschiede zwischen Neuseeland und Deutschland waren für mich zum einen, dass ich mitten aus dem deutschen Winter in den neuseeländischen Sommer kam. Das war schon erst mal eine Umstellung, aber eine sehr angenehme. Zum anderen ist mir sofort aufgefallen, dass die Neuseeländer viel offener, freundlicher und hilfsbereiter als die meisten Deutschen sind. Ich kannte es zum Beispiel gar nicht, dass man jedes Mal, wenn man in den Bus einsteigt, freundlich vom Busfahrer begrüßt wird und wenn man wieder aussteigt, bedankt sich jeder einzeln beim Busfahrer. Auch beim Essen gibt es in Neuseeland viele Unterschiede; morgens isst man nur Müsli, mittags ein Sandwich und erst abends isst man viel. So hatte ich die erste Zeit mittags sehr viel Hunger, da ich von zuhause gewöhnt war mittags viel zu essen und dafür abends nicht. Aber auch daran gewöhnte ich mich schnell.

Es war auch sehr praktisch, dass ich schon die sechste ausländische Schülerin in meiner Familie war. So war ihnen das nicht neu und sie konnten mir viele Tipps geben und natürlich viel erzählen! Ich hatte ein eigenes Zimmer und das Haus an sich war auch sehr schön. Der Strand lag direkt nebenan, was besonders im Sommer sehr praktisch war. Zunächst hatte ich eine Woche Sommerferien, bevor ich zur Schule musste. Dort habe ich dann auch gemerkt, dass es in Neuseeland sehr viele Deutsche gibt. Allein an meiner Schule (Linwood College) waren noch 10 andere Deutsche, die auch einen Auslandsaufenthalt gemacht haben.

In der Schule habe ich mich immer sehr gut aufgehoben gefühlt. Ich konnte mich bei Fragen aller Art an meine Homestay Koordinatorin, die International Department Managerin oder meine Tutorin wenden und mir wurde immer sofort geholfen.

Ich konnte auch sehr viele verschiedene Fächer wählen, die mein Gymnasium in Deutschland nicht anbietet, wie zum Beispiel Kochen, Nähen und Fotografieren. Es war sehr interessant so etwas mal auszuprobieren. Außerdem konnte ich meine Fächer wechseln, wenn ich unzufrieden war.

Obwohl es auch an meiner Schule eine Schuluniform gab, was mir schon in Deutschland bewusst war, musste ich diese nicht tragen. Das müssen am Linwood College nur die Internationals, die für ein Jahr dort bleiben, und auch von den Einheimischen musste die ganze Stufe 13 keine Uniform tragen, so dass wir nicht die einzigen waren.

Am Anfang kam ich in die 12. Klasse (in Neuseeland werden Kinder schon mit 5 eingeschult, also war ich in der 12. Klasse unter Gleichaltrigen), doch weil ich den meisten Stoff schon in Deutschland hatte, wählte ich später die Hälfte meiner Fächer in der 13. Klasse. Am Anfang dachte ich, dass es viel zu schwer für mich werden würde, da alle Fächer auf Englisch waren, doch dies war kein Problem und auch in der 13 kam ich gut mit.

Es wurde viel Wert gelegt wurde, dass die Internationals das Beste aus ihrer Zeit in Neuseeland machen. Das Linwood College bot daher auch ein besonderes Outdoor Education Programm extra für Internationals an, an dem auch ich teilgenommen habe. Dieses hat mir besonders gut gefallen. Diese Klasse bestand nur aus Deutschen, Brasilianern, Schweizern und Franzosen und damit haben wir sehr viel unternommen und hatten immer richtig viel Spaß! Wir waren zum Beispiel Surfen oder Klettern. Außerdem haben wir viele mehrtägige Trips gemacht auf denen wir sehr viel von Neuseeland gesehen haben. Mit der Zeit wurden wir dort richtig gute Freunde, da wir jeden Tag mindestens 2 Stunden und manchmal sogar mehrere Tage zusammen unterwegs waren.

Außerdem hat unser Lehrer, der natürlich immer dabei war (manchmal ist auch unsere Homestay Koordinatorin mitgekommen), sehr viel Wert darauf gelegt, dass wir gegenseitig auf uns aufpassen und uns immer halfen. Obwohl es natürlich am Anfang ein Problem war, dass untereinander nur in der jeweiligen Muttersprache gesprochen wurde, haben wir uns darauf geeinigt nur Englisch zu sprechen was erst ziemlich schwierig war, doch später zur Selbstverständlichkeit wurde, sodass jeder jeden verstand.

Allerdings war es so auch noch schwieriger neuseeländische Freunde zu bekommen, aber da ich nebenbei im Schulorchester mitgespielt habe, habe ich trotzdem viele „Kiwis“ kennen gelernt!

Ein typischer Schultag für mich am Linwood College: Morgens fuhr ich nach dem Frühstück mit meinen zwei ältesten Gastgeschwistern mit dem Schulbus zur Schule. Diese fing um 8:40 Uhr an. Erst hatte ich 2 Schulfächer, die jeweils eine volle Stunde lang waren. Danach hatte ich 20 Minuten Intervall. Danach kam noch eine Schulstunde, bevor ich eine Stunde Lunchpause hatte. Da konnte ich mit Freunden in die nahe gelegene Mall gehen, in der canteen oder auf dem Schulhof mein mitgebrachtes Lunch essen. Danach hatte ich meistens die nächsten 2 Stunden Outdoor Education. Zweimal die Woche hatte ich in der Luchpause Orchesterprobe.

Nach der Schule bin ich entweder wieder mit dem Schulbus nach Hause gefahren oder habe mich mit Freunden in der Stadt getroffen wo man, da Christchurch eine ziemlich große Stadt ist, sehr viel unternehmen konnte.

Für mich war es kein Problem mich in Neuseeland einzugewöhnen. Alle Menschen waren überaus freundlich und hilfsbereit. Mir gefiel es dort so gut, dass ich schon nach einem Monat wusste, dass mir 3 Monate viel zu kurz sind und somit blieb ich insgesamt doch 6 Monate. Die Zeit verging wie im Flug und eh ich mich versah war mein Aufenthalt schon fast zu Ende. Besonders die letzten Wochen vergingen schnell, da ich sehr beschäftigt war mit dem was ich noch unbedingt erledigen und sehen wollte, mit Souvenirs kaufen und damit, meine Freunde zu verabschieden.

Ich wäre gerne noch länger dort geblieben, denn ich hatte wirklich eine unglaublich schöne Zeit in Neuseeland, und der Abschied fiel mir sehr schwer, doch ich bin froh, dass ich überhaupt die Möglichkeit hatte! Außerdem habe ich Freunde auf der ganzen Welt gefunden mit denen ich natürlich immer noch in Kontakt bin. Ich kann nur jedem raten, der die Möglichkeit hat, einen Auslandsaufenthalt zu machen, denn man erlebt unglaublich viel und dies kann einem keiner mehr nehmen!

Anna 

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