2. Privatschulen & Internate

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Privatschulen und Internate in den USA

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Vorname:
Sascha
Alter:
18
aus:
Berlin
war:
2007 für ein Schuljahr in Lowell, Massachusetts, USA
Schultyp:
Private Schule
Schule:
Lowell Catholic High School
Kontakt:
sascha.06@gmx.de

Hier der Bericht von Sascha:

Ich heiße Sascha Lohfink und war 9 Monate lang in den USA, Massachusetts.

Ursprünglich war mein Wunschbundesstaat Virginia , doch leider wurde keine Schule gefunden und somit bin ich dann in die Nähe von Boston, Massachusetts, in den Ort Lowell mit etwa 100.000 Einwohner gekommen.

Da noch 3 andere Berliner, die auch nach Virginia wollten, das gleiche Problem hatten, flogen wir gemeinsam nach Massachusetts, in den gleichen Ort Lowell und gingen auf die selbe Schule, nämlich auf eine katholische Privatschule.

Auf dem Weg in die USA gingen mir schon verrückte Sachen durch den Kopf. Wie werden die Leute da so sein, was ist mit der neuen Schule, Lehrer, Klassenkameraden; was passiert in Deutschland mit meiner Familie und Freunden. So ganz banale Dinge gehen einem dann durch den Kopf worüber man wirklich nie im Leben nachdenkt. Vor meiner Abreise habe ich noch gar nicht realisiert solange von zu Hause weg zu sein und habe mir auch überhaupt keine Gedanken gemacht; ich wollte mich einfach nur überraschen lassen, aber dann, während des Fluges, denkt man über alles nach. Auf dem Weg nach Boston war es für mich gedanklich eher wie eine kurze Urlaubsreise. Ich dachte mir in so ungefähr: „ 2 Wochen bist du dann ja wieder zu Hause.“ Mir war es irgendwie gar nicht bewusst, dass ich jetzt 9 Monate in den USA verbringen würde.

Der Flug ist ziemlich problemlos gewesen und auch die Kontrollen (Immigration) bei der Einreise nicht zu lästig! In Boston angekommen haben uns auch schon die Gastfamilien zusammen abgeholt und das mit einer Stretch-Limousine, weil wir so viele waren. Das fand ich dann erstmal einen tollen Start.

Weil ich im Flugzeug nicht geschlafen habe, auf Grund der Aufregung, war ich ziemlich Müde. Die Limousine hat dann meine allein stehende Gastmutter, Eileen, und mich zu Hause abgesetzt. Trotz der Dunkelheit konnte ich erkennen, dass ihr Haus ziemlich groß war. Als ich in das Haus gekommen bin, war ich erstmal leicht erschrocken, da ich es mir von außen anders vorgestellt habe. Es war halt alles nicht so gepflegt und ordentlich wie ich es von zu Hause her kenne. Sie hat mich dann in mein Zimmer geführt, welches eigentlich relativ groß war und in dem ich auch gut meine Zeit verbringen konnte.

Den Punkt meiner Müdigkeit bin ich irgendwann übergangen, da ich wie oben schon genannt sehr aufgeregt war. Ich habe mich dann noch mit Eileen, auf der Couch, bis morgens um 1:30a.m. Ortszeit unterhalten. Ich war sehr überrascht, das ich wirklich fast alles was sie sagte verstand und ich mich auch gut mit ihr unterhalten konnte.

Es ist ganz normal, dass es am Anfang noch nicht so schnell geht, da man halt noch in Deutsch denkt und versucht in das englische zu übersetzen. Sie war aber auch sehr hilfsbereit und hat mir immer geholfen, wenn ich mal was nicht wusste. Das erste Gespräch fand ich sehr interessant, weil ich dann schon viel über meine Gastmutter und auch über ihre Familie erfuhr und genauso hat sie auch viel über mich erfahren.

Am nächsten Tag habe ich erstmal lange ausgeschlafen und anschließend gingen wir dann die Schuluniform einkaufen. Bei der Gelegenheit konnte sie mir auch die Stadt Lowell zeigen und mich so ein bisschen herumführen, unter anderem sind wir auch an der Schule, Lowell Catholic Highschool vorbeigefahren. Das ist eine private Highschool und dadurch musste ich auch bestimmte Fächer nehmen wie Theology (Religion), English, US-History, Precalculus, Chemistry und dann habe ich selber noch French genommen.

Am Abend haben wir dann ihre Tochter besucht. Sie ist schon verheiratet und hat auch schon eine kleine 5-jährige Tochter, namens Courtney. Sie ist wirklich richtig süß, aber am Anfang noch sehr schüchtern, wobei man sagen muss, dass ich dann nach ein paar Tagen davon nichts mehr mitbekommen habe.

So und dann stand der erste Schultag vor der Tür! Ich war schon sehr aufgeregt und fragte mich wie das ablaufen würde, aber ich war eher neugierig als ängstlich. Kaum war ich ein paar Minuten da, da kamen schon Schüler angelaufen und haben mich begrüßt und waren total daran interessiert wie ich denn heiße und woher ich komme. Das war schon ein tolles Gefühl, dass man dort wirklich gleich so willkommen geheißen wurde. Kurz bevor der Unterricht dann begann, wurde ich einem Schüler zugeteilt, der mich in seine Kurse an diesem Tag mitgeführt hat. Ich brauchte an dem Tag noch nichts machen, aber ich lernte schon viele Leute kennen.

In den nächsten Tagen ging es dann richtig los mit Schule. In den ersten paar Tagen fand ich es ziemlich schwer dem Unterricht zu folgen, da man halt nicht so viel auf einmal aufnehmen kann und dann noch in Englisch. Eine weiters Problem war, dass ich 3 Wochen nach dem Schulbeginn in die Schule gekommen bin und die Schüler schon alle in dem Stoffgebiet drin waren. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die ersten paar Wochen Schule ziemlich anstrengend und Nerven aufreibend waren. Ich hatte jeden Tag 5 Stunden von 8:10 bis 14:15 mit einer 25-minütigen Mittagspause dazwischen. Vor 8:10 wurde dann noch gebetet und ganz wichtig die Nationalhymne gespielt.

Nach der Schule bin ich dann mit dem Bus um 15:05 vor der Schule nach Hause gefahren. Ich musste dann noch einmal umsteigen und war dadurch erst so um 16:10 zu Hause. Danach konnte ich erst mit den Hausaufgaben anfangen und war erst so um 23 Uhr fertig. Das hört sich jetzt ziemlich verrückt an, aber war wirklich so. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es nicht so viel Hausaufgaben waren, die 5 Stunden beanspruchen würden, aber am Anfang hat halt so ein wenig das Verständnis für Texte gefehlt. Ich habe mir dann manche Sachen wirklich 3 oder 4 mal durchgelesen und habe es dann manchmal noch nicht verstanden. Eileen war aber sehr hilfsbereit und hat mit mir dann manche Sachen zusammen erarbeitet. Ich würde sagen, dass ich einfach mit der Situation am Anfang überfordert war. Es wurde dann aber immer besser und als ich dann meine ersten guten Noten bekommen habe, war ich auch sehr zufrieden.

2 Wochen nachdem ich gekommen bin, kam dann noch ein Austauschschüler aus Hong Kong. Mit dem habe ich mich eigentlich auch gut verstanden und er war auch sehr nett, aber er hat mehr immer so sein eigenes Ding gemacht und wollte nicht wirklich so viel zum Familienleben beitragen. Er war auch nie so richtig glücklich, weil er nicht das machen konnte was er sich in den Kopf gesetzt hatte und hat dann schließlich im Februar 06 die Familie gewechselt.

Trotz der schwierigeren Anfangszeit hatte ich bis dato schon eine super Zeit dort verbracht und Schule war dann auch bald kein Problem mehr. Es hat größtenteils damit was zu tun, dass man sich an die Sprache gewöhnt und auch beginnt in Englisch zu träumen und zu denken. Das fängt schon teilweise in den ersten paar Wochen an, dass man dann ab und zu mal kurz in Englisch träumt; so richtig dann aber erst nach 2-3 Monaten.

Nach „Thanks-Giving“, wo wir Truthahn (sehr lecker!!!) gegessen haben, habe ich im Basketball Team der Schule mitgewirkt. Ich wollte Basketball für Kondition nutzen, da ich im Frühjahr dann Tennis gespielt habe. Dazu konnte man auch noch prima neue Leute kennen lernen. Mit dem Beginn der Basketball Saison gingen die Tage wie im Flug vorbei. Ich war den ganzen Tag über beschäftigt. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für mich genau das richtige!

Weihnachten war noch mal so eine etwas schwierigere Zeit, da man in dieser Zeit wirklich viel über Freunde und Familie nachdenkt. Davor hatte ich gar nicht so viel Zeit darüber nachzudenken und auch kaum Heimweh, aber zu diesem Zeitpunkt war es recht schlimm. Statt mit der eigenen Familie zusammen zu sein, kamen „nur“ Weihnachtspakete.

Weihnachten verbrachten wir bei Eileens Tochter zu Hause. Die kleine Courtney hat wirklich richtig viel Geschenke bekommen, aber ich wurde auch beschenkt. Weihnachten kann man schon so fast wie hier vergleichen; ich meine nur, dass man dort vielleicht das Weihnachtsfest in einem größeren Umfeld feiert, sprich mit wirklich der ganzen Familie. Am Abend sind wir schließlich noch zu ihrem Sohn, Randy gefahren, der auch schon 4 Kinder hatte. Ich habe also um die Weihnachtszeit reichlich Leute gesehen und kennen gelernt.

Dann kam auch schon Silvester. Wenn man Silvester in den USA mit Silvester hier vergleicht, muss ich einfach mal sagen, dass es dort ziemlich langweilig von statten geht. Man darf kein Feuerwerk verknallen und man darf, weil wir noch nicht 21 sind, auch nichts trinken. Ich habe dann mit Eileen ganz „gemütlich“ Silvester vor dem Fernseher verbracht.

Es war Januar und gut 3 Monate meiner Zeit um, ich hatte mich gut eingelebt, hatte viele Freunde und in der Schule lief es auch gut, die Noten waren perfekt. Ich kann einfach nur sagen, dass ab Januar die Zeit nur noch verrannt ist. Ich war immer noch mit Basketball beschäftigt und ab Ende März begann dann auch die langersehnte Tennissaison. Zu den Sportarten an der Schule muss ich einfach mal sagen, dass das eine ganz tolle, aber auch neue Erfahrung war! Es war einfach mal schön und hat viel Spaß gemacht mit den Schulfreunden noch nach der Schule Zeit zu verbringen oder halt zu Wettkämpfen zu fahren.

Dann stand auch schon die letzte Schulwoche vor der Tür! Die Zeit ist so vorbei geflogen und ich wäre gerne noch länger dageblieben. In der letzten Woche musste ich nur noch mal für die Jahresabschlussarbeiten lernen und dann war am 8. Juni für mich die Schule beendet. Meine Eltern sind für die letzten beiden Wochen aus Deutschland eingeflogen und haben mit meiner Gastfamilie und mir noch ein paar schöne Tage verbracht. Wir waren dann auch noch 2 Tage in New York und am 22. Juni bin ich dann mit meinen Eltern zusammen wieder nach Deutschland geflogen!

Fazit: Es war eine ganze tolle Zeit, die ich sehr genossen habe und niemals vergessen werde. Ich habe sehr viel gelernt, bin noch selbständiger und erwachsener geworden. Habe viele neue Freunde kennen gelernt, mit denen ich noch in Kontakt stehe. Es war aber auch teilweise nervend, hart und anstrengend mit vielen anderen Regeln und auch Verboten umzugehen die man von zu Hause nicht kannte.

UND TROTZDEM WÜRDE ICH WIEDERHOLUNGSTÄTER WERDEN !!!!!!

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