2. Privatschulen & Internate

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Privatschulen und Internate in den USA

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Vorname:
Theresa
Alter:
17
aus:
Reutlingen
war:
2014 für ein Semester in Fryeburg, Maine, USA
Schultyp:
Private Schule
Schule:
Fryeburg Academy
Kontakt:
theresaloeffler@web.de

Hier der Bericht von Theresa:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Der größte Unterschied für mich war das Verhältnis der Menschen miteinander und untereinander. Am Anfang dachte ich noch das ist ja alles gar nicht so viel anderst wie in Deutschland, aber mit der Zeit merkt man schon die Unterschiede. Die Lehrer gehen viel freundschaftlicher miteinander um, die Eltern haben einen viel größeren Beschützerinstinkt vor allem wenn es um ihre Töchter geht, die Menschen sind zwar alle nett und höflich aber teilweise sehr oberflächlich und sie möchten dann auch diese oberflächliche Beziehung wahren.

 

Auch sehr anders fand ich die Wochenenden, man hat einfach so gut wie keine Möglichkeiten als Jugendlicher wegzugehn oder was zu unternehmen. Man ist gezwungen auf Privatparties zu gehn und auch das ist äuserst kpompliziert, weil man ja erst ein passendes Haus finden muss und auch dann ist man nicht sicher vor nichts. Denn anderst als bei uns darf die Polizei auch ohne Ruhestörung und Beschwerde einfach mal reinplatzen und sich umschaun.

 

Ein weiterer großer Unterschied ist das Fernsehen. Es gibt abartig viele Kanäle und ständig rennen alle ins Kino oder DVDs ausleihen. Die Nachrichten sind zum Teil echt der Witz, man bekommt immer nur die Hälfte mit und es gibt so gut wie keine Nachrichten aus anderen Ländern als Amerika.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

An meine Freunde die noch dort sind und die vielen Leute die ich vielleicht nie wieder sehen werd. Und natürlich an alles was ich erlebt habe, an die vielen Orte an denen ich war. An mein Zimmer und an CupNoodels.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Eigentlich hat mir so gut wie alles gefallen. Wir waren auf einem Celtics Spiel, haben Harvard gegen Yale im Fooball gesehen. Waren beim Homecoming in New York, in riesigen Shopping Center, in mini kleinen Kinos mit Klappstühlen. Ich fand alles toll, mein ganzes Leben dort, die Unbeschwertheit, dass die Noten nichts zählen. Den Schulalltag, die Wochenenden, einfach alles.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

In den ersten zwei Wochen habe ich noch ständig meinen Stundenplan geändert ich bin mit dem Kurssystem nicht richtig klar gekommen und saß dann auch immer in anderen Kursen drin (wenn Ihr danach gefragt werdet, nehmt bei allen akademischen Fächern immer den höchsten Kurs). Doch ich fand mich dann auch bald zurecht und mein Schultag fing dann jeden Morgen um 7.15 a.m. mit Frühstück an und um 7.55 a.m. dann die Schule. Jede Schulstunde ging 48 Minuten und jede Pause 8 Minuten. Vormittags hatte wir jeweils vier Stunden unterricht und dann gab es Lunch. Nachmittags dann nochmal drei Stunden und dann gingen die ausserschulischen Aktivitäten los (Sport, Theater, Chor...)

 

Ich entwickelte schnell Freundschaften, vor allem mit den Internatsschülern, weil ich ja ständig mit denen zusammen war. Das war sehr interessant, weil in dem Internat hauptsächlich Ausländer wohnten und eher wenig Amerikaner. Meine Roommate kam zum Beispiel aus China, so lernt man dann mehr als nur eine Kultur ein kleines bisschen besser kennen und entwickelt auch ein Feingefühl für andere Sitten anstatt die eigenen Gewohnheiten für selbstverständlich zu halten.

 

Aber auch den Tageschülern, den Amerikanern, kam ich schnell näher. Ich bin mit noch ein paar anderen aus dem Internat in die Field Hockey Mannschaft eingetreten und ab da hieß es jeden Nachmittag Training oder ein Spiel. Nach zwei Wochen durften wir bereits aktiv in den Spielen mitspielen, obwohl wir zum Teil dort das erste Mal Field Hockey gespielt haben. In dem Team erlebt man erst was mit dem typischen amerikanischen Team- Spirit gemeint ist, man wird von vornherein eingebunden - sowohl in das harte Training wie auch in die eher spaßigen Sachen. Es wird einem von Mannschaftsmitgliedern gesagt wo die eigenen Schwächen liegen und man wird gefördert ohne Ende. Sport hat einen wesentlich höheren Stellenwert als die Schule, oft wurden wir von Unterricht und Hausaufgaben befreit um an den angesagten Spielen teilzunehmen.

 

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Am Anfang war es sehr ungewohnt ständig Leute um mich zu haben, mein Zimmer zu teilen und nie alleine zu sein.

Aber schon bald konnte ich mir es gar nicht mehr anders vorstellen und seit ich wieder hier zuhause bin vermiss ich die ganze Action ein bisschen, dort wäre ich zum Beispiel nie auf die Idee gekommen alleine fernzusehen oder Hausaufgaben alleine zu machen, aber hier ist das völlig normal.

 

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

In der ersten Zeit war Field Hockey Saison und ich bin dem Team beigetreten, auch wenn ich vorher noch nie Field Hockey gespielt habe. Das Team hat einen sehr engen Zusammenhalt, es werden sleep overs veranstaltet. Das heißt, alle 40 Mädels und die Coaches gehen gemeinsam zum Essen und dann übernachten alle bei einem Mädel aus dem Team.

Dieses sleep over war für mich eine sehr neue Erfahrung, die Mädels sind offen und erzählen einem einfach alles, viel unbeschwerter und auch naiver als die Mädchen hier. Zum Teil genau die Girlies, die wir alle aus den amerikanischen Teenie Filmen kennen.

Einem Team beizutreten würde ich auf alle Fälle jedem empfehlen, es bringt viel Spaß und erleichtert den Einstieg sehr.

Die Wochenende waren am Anfang vor allem sehr langweilig, man konnte nicht mal in ein Cafe gehen, weil es so was einfach nicht gab und schon gar keine Plätze an denen sich Jugendliche einfach nur so mal treffen könnten. In der Zeit hab ich so viele Dvds angeschaut wie in meinem ganzen Leben bis dahin nicht. Jetzt, wieder zuhause, vermiss ich auch ein bisschen die Zeit auch mal ein ganzes Wochenende mit zehn anderen Mädels im Schlafanzug zu verbringen und sich praktisch von Pizza zu ernähren.

Von unserer Schule wurden an den Wochenenden Trips organisiert, die an sich schon gut waren und uns am Anfang, vor allem, vor größerer Langeweile an den Wochenenden retteten.

Es gab Ausflüge in Shopping Centers, ins Kino, zum Kanu- oder Skifahren und auch immer mal wieder etwas Kulturelles. Nur nach einiger Zeit wiederholt sich alles weil die Möglichkeiten natürlich auch nicht unbegrenzt sind und es wird manchmal langweilig.

Allerdings hatten sich auch mit der Zeit festere Freundschaften zu Amerikanern entwickelt und die luden mich dann für die Wochenenden zu sich ein. Also bin ich die ganze Woche rumgerannt und habe Unterschriften von allen möglichen Leuten gesammelt, um das Formular zum Weggehen vollständig auszufüllen. Damit war ich dann am Wochenende nicht mehr den Lehrern verpflichtet sondern nur noch meinen Gastgebern.

Das war sehr entspannend und eine ziemlich gute Erfahrung, ich wurde sofort aufgenommen und integriert, sowohl im Familienleben wie auch im Freundeskreis. Da lernte ich dann das amerikanische Familienleben und die etwas gewöhnungsbedürftigen Privatparties kennen.

 

 

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