2. Privatschulen & Internate

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Privatschulen und Internate in den USA

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Vorname:
Greta
Alter:
17
aus:
Düsseldorf
war:
2015 für ein Semester in Napa, California, USA
Schultyp:
Private Schule
Schule:
Justin-Siena
Kontakt:
gretawr2407@hotmail.de

Hier der Bericht von Greta:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Mittlerweile sind schon mehr als 6 Monate seit meiner Heimkehr aus Kalifornien vergangen, doch ich denke immer wieder gerne an die Monate im sonnigen Napa zurück.

Vor meinem Abflug wurde mir immer wieder erzählt, wie offen die Amerikaner doch wären und wie schnell man neue Freunde finden würde, doch schon nach der ersten Schulwoche wurde mir klar, so einfach wird das nicht. Denn Amerikaner sind im Grunde genommen genauso wie wir. Und wir gehen auch nicht direkt auf neue Leute zu und laden sie direkt zur nächsten Gartenparty ein. Es dauerte einige Wochen bis man mit ihnen in Kontakt kommt und sich besser kennenlernt. Sportaktivitäten nach der Schule erleichterten dies erheblich!

So also lief es darauf hinaus, dass ich im Tennisteam landete und wir jeden Tag nach der Schule 2 Stunden Training hatten. Und zweimal die Woche auch Auswärtsspiele. Hieß, die ganze Rasselbande (das meine ich wirklich ernst) wurde früher aus dem Unterricht entlassen, rannte in die Umkleide, um sich so schnell wie möglich umzuziehen. Danach ab in den Bus und um die gute Laune aufrecht zu erhalten, wurde lautstark gesungen, was bei meinem Tenniscoach leider nicht wirklich gut ankam. Denn seine Laune wurde von Mal zu Mal schlechter. Nun ja, das zum Tennis.

Doch was für mich ein riesengroßer Unterschied war, waren die Partys. In Deutschland kennt man Partys entweder als in die Disco gehen, die gute Musik geniessen und ein bisschen dazu tanzen oder als Gartenparties für Ältere, die dort dann die neusten Neuigkeiten austauschen. In Amerika jedoch heißt Party, wie ein wildgewordenes Känguru auf der Tanzfläche herum zu hüpfen, Skittels und Smarties in sich hineinzustopfen und die Lehrer bewundern, wie sie sich durch die Menge quetschen können, um Ordnung zu bewahren. Ja, und ob man es glaubt oder nicht, das Ganze tut man sich ohne ein Schlückchen Alkohol an, denn das ist ja nicht erlaubt.

Von den Parties also zu den Footballspielen..

Bei denen ist dann wirklich die ganze Schule dabei und es wird angefeuert, bis man heiser ist. Falls es kalt sein sollte, bringt man ein paar Decken mit, am besten mit dem Logo der Schule, dazu noch ein Red Bull oder einen ähnlichen Energydrink, damit man während der langweiligen Phasen des Spieles nicht einschläft und nicht zu vergessen das Heftchen, in dem alle Namen der Spieler mit den entsprechenden Nummern auf dem Rücken genannt sind, damit man auch weiß ,wen man anfeuern muss.

Ist das Spiel vorbei und das Team hat auch noch gewonnen, fährt die ganze Mannschaft inklusive Fans zu In& Out(sowas wie McDonalds, nur viel, viel besser und angeblich auch gesünder)und feiert den Sieg. Meistens hat man jedoch dann nur eine Mitfahrgelegenheit dorthin und steht nachher da, weil keiner Lust hat einen nach Hause zu fahren. Also bleibt einem mal wieder nur übrig, die Gastfamilie zu nerven und sie darum zu bitten, einen abzuholen. Da ich wirklich die beste Gastfamilie hatte, die man sich wünschen kann, war es auch kein Problem nach Hause zu kommen.

Wo wir schon mal bei der Gastfamilie sind, kann ich direkt anfangen zu schwärmen.

Eigentlich sagt man ja, die Amerikaner würden nur aus Dosen essen, nur Aufbackpizzen in den Ofen schieben und sich so ungesund ernähren wie es nur geht, doch das kann ich wirklich nicht bestätigen.

Meine Gastmutter hat jeden Abend frisch gekocht, wir hatten ständig frisches Obst griffbereit und neben Gatorade, Cola, Fanta, Red Bull und ähnlichem, gab es immer riesen Kanister Milch, O-Saft, Apfelsaft und Wasser.

Meine Gastfamilie war auch in Sachen Reisen sehr aktiv. Ich glaube, ich könnte meinen Auslandsaufenthalt auch Urlaub in Kalifornien nennen, denn ich war von der Mexikanischen Grenze bis hoch zur Kanadischen fast überall. Zwei Wochen nach meiner Ankunft ging es direkt nach Los Angeles, wo wir, wie fast alle Amis, ins Disneyland pilgerten. Danach ab nach Hollywood und an den Venice Beach. Abends ein bisschen shoppen und ein Abendessen am Strand von Santa Monica. Am nächsten Tag haben wir noch schnell die University of Los Angeles besichtigt, weil meine Gastschwester grade auf der Suche nach dem geeigneten College war und dann ging es schon wieder nach Hause. Am nächsten Wochenende fuhren wir nach San Francisco, was ich dann auch die Wochen darauf immer wieder gemacht habe, weil es mit der Fähre nur 45 Minuten von meinem Wohnort entfernt war.

Wenn sie jetzt denken, das wären meine Reisen gewesen, falsch gedacht.

Ich war in meiner kurzen Zeit außerdem noch in Fort Bragg (Nord Kalifornien), wo ich die meisten Hippies und die höchsten Wellen in meinem kurzen Leben gesehen habe. Dort habe ich das schönste und womöglich einzige Thanksgiving gefeiert. Ich hatte morgens beim Frühstück den Ausblick aufs Meer und auf wilde Hirsche. (etwas außergewöhnlich, ist mir klar) Mittags hatte ich den Ausblick auf ein riesen Buffet mit allem was man sich vorstellen kann und abends auf den wunderschönen Sonnenuntergang.

Dann war ich noch im Half Moon Bay. Dort wohnte meine Gasttante, die mich übers Wochenende eingeladen hatte. Also fuhr ich morgens mit meinem Gastvater los, der mich zum vereinbarten Treffpunkt in Berkeley brachte. Da holte mich meine Gasttante ab, die mir direkt auf der Fahrt schon erzählte, was sie mit mir vorhatte. Also wurde ich direkt nach der Ankunft schon mit den besten Sandwiches der Stadt gefüttert, dannach ausgestattet fürs Reiten und dann hieß es ab an den Strand und im Jagdgalopp durch die Wellen. Abends haben wir ein Barbecue am Strand gemacht mit Lagerfeuer, Marshmellows und Meeresrauschen im Hintergrund. Am nächsten Tag waren wir in Stanford shoppen und dann war mein Wochenende auch schon vorbei.

Die nächste Reise ging dann nach Northstar, ein Skigebiet am Lake Tahoe. Wir sind um 5 Uhr morgens losgefahren, was einen natürlich freut wenn man Langschläfer ist. Dort waren wir für einen Tag Skifahren und ich muss sagen, für begeisterte Skifahrer ist es eine Reise wert.

Die letzte Reise ging nach San Diego( wir sind auch mal wieder um 5 Uhr morgens losgefahren) und selbst Ende Dezember sind dort noch Temperaturen von 24°C, was mir persönlich wirklich gut gefallen hat. Wir haben Surfern zugeschaut, uns das älteste Hotel angeschaut, wo selbst schon Marilyn Monroe Filme gedreht hat, und sind Fahrrad gefahren. Das schlimmste daran war, das mein Gastbruder und ich noch nicht 18 waren und wir beide einen Helm tragen mussten, weil mein Gastvater sehr genau die Gesetze beachtete.

Doch was ich sehr lustig fand war, dass mein Gastvater zwar sehr genau die Regeln beachtete, doch das mit dem Alkohol nicht sehr ernst nahm. Er hatte einen eigenen Weinberg und half man ihm beim Abfüllen oder Ernten, bekam man gerne mal ein Schlückchen zum probieren.

Schule war auch ein Thema für sich.

Hier in Deutschland ist man es gewöhnt früher rausgelassen zu werden, wenn man mit dem Thema durch ist. In Amerika ist das ein Tabu. Da wartet man stattdessen auf seinen Plätzen, bis es schellt und man sich endlich erheben darf, um den Raum zu verlassen. Auf die Toilette darf nur gegangen werden, wenn man sich nachher ein“ Greenslip“ holt und somit die Bestätigung holte, dass man auf Toilette war und nicht woanders. Kam man zu spät, wurde ein neuer Greenslip eingefordert, hatte man zwei, bekam man eine „Detention“, das englische Wort für Nachsitzen. Ich habe in meinem halben Jahr nur eine bekommen, worüber ich einerseits glücklich war, doch trotzdem war es komplett verwirrend, weil mir das aus Deutschland nicht bekannt vorkam.

So bestand also mein halbes Jahr quasi nur aus Reisen, Schule und Verwunderung über das Amerikanische System. Doch wenn mich jemand fragen würde, ob ich jemals nochmal dort leben wollen würde, würde ich auf jeden Fall Ja sagen. Amerika hat mich wirklich sehr beeindruckt, der Lebensstil der Amerikaner sowieso und die Lebensfreude überträgt sich schnell auf einen selbst.

 

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

 

Was hat dir besonders gut gefallen?

 

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

 

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

 

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

 

 

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