Südafrika: Staatl. Schulen

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High School Südafrika: Erfahrungsberichte

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Vorname:
Anja
Alter:
17
aus:
Basel
war:
2015 für ein Semester in Kapstadt, Western Cape, Südafrika
Schultyp:
Staatliche Schule

Hier der Bericht von Anja:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

- Die Mentalität und der "Lifestyle"

Die meisten Menschen in Südafrika sind immer gut gelaunt und superfreundlich. Sie nehmen alles viel gelassener und haben es meistens nicht allzu eilig.

- Der Schulalltag

Abgesehen vom Tragen einer Schuluniform und dem anders strukturierten Schulalltag (siehe Frage 4) war es unter anderem auch der südafrikanischen Schulalltag in dem für mich die Unterschiede zwischen der zentraleuropäischen und der südafrikanischen Mentalität deutlich wurden; alle waren immer laut und fröhlich, hatten es nicht allzu eilig zum Unterricht zu kommen und waren immer freundlich. 

- Die Wohngegend

Ähnlich wie in Deutschland sind die meisten grossen Geschäfte im Stadtzentrum zu finden. Die Wohngegenden sind jedoch ganz anders strukturiert als hier, denn die meisten Menschen leben in einem der unzähligen Vorstädte. Daher kann man nicht einfach zu Fuss in die Stadt gelangen, sondern muss etwa 20 Minuten mit dem Zug fahren.

Ausserdem ist die Verteilung der Menschen über die verschiedenen Vorstädte sehr vom Einkommen oder auch der Hautfarbe bestimmt. Meine Gastfamilie zum Beispiel war coloured, genauso wie mindestens 95% der Menschen die im selben Vorort lebten.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Die Schule und die Schuluniform, meine Gastfamilie und meine Freunde, diverse Highlights von Kapstadt wie der Tafelberg, die Waterfront oder die Strände, die von der lokalen Partnerorganisation organisierte Garden Route Tour, die anderen Austauschschüler und daran, dass ich doch lieber ein ganzes statt ein halbes Jahr geblieben wäre...

Was hat dir besonders gut gefallen?

Eigentlich alles - das (meistens) schöne Wetter, der andere Schulalltag, die Stadt Kapstadt, die Südafrikaner.... allgemein, dass ich ein halbes Jahr in einer komplett anderen Umgebung verbringen und geniessen konnte.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Der Unterricht beginnt zwischen 8:00 und 8:15, je nachdem wann die Lehrer aus dem Lehrerzimmer kommen, und der Unterricht dauert bis um 3:00 oder 3:30. Der Pausenhof bestand aus einer riesigen Wiese, auf welcher die Schüler während der Pausen Fussball oder Rugby spielten, oder auch einfach nur im Gras herumlagen.

Neben den obligatorischen Fächern Englisch, Afrikaans, Mathe und Life Orientation belegt man noch drei weitere Fächer, welche frei wählbar sind. Mögliche Optionen sind neben den gewöhnlichen Fächern Biologie, Geschichte oder Physik auch Tourismus, Hauswirtschaftslehre, Töpfern oder Kunst.

Zweimal pro Woche wird in einer grösseren Halle die sogenannte Assembly abgehalten, eine Art Schulversammlung, bei welcher sich die Schüler nach Jahrgang und Klasse geordnet in Reihen aufstellen müssen. Anschliessend spricht meist der Direktor und informiert über Projekte und andere Neuigkeiten, oder wünscht sich von Seiten der Schüler mehr Disziplin, zum Beispiel im Bezug auf das korrekte Tragen der Schuluniform.

Zweimal pro der Woche gibt es nach dem Unterricht noch Extra Murals, die man selber wählen darf und aus Sport, Musikgruppen oder Theater bestehen. Ich war im ersten Term bei Basketball und Leichtathletik dabei, im zweiten Term bei Fussball. Im Schulteam spielten wir dann gegen die Teams anderer Schulen. Abgesehen davon, dass dies immer sehr viel Spass gemacht hat, war dies für mich auch insofern interessant, als ich auch andere Schulen zu sehen bekam und zum Teil auch mit Leuten aus diesen Schulen in Kontakt bleiben konnte.

Die Mitschüler waren von Anfang an sehr aufgeschlossen, nett und hilfsbereit. Die Extra Murals waren eine sehr gute Gelegenheit Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden, mit welchen ich mich auch während der Freizeit häufig traf.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Ich wohnte in einer 6-köpfigen afrikaans- und englischsprachigen Gastfamilie in Steenberg, einem Vorort von Kapstadt.

Ich habe mich von Anfang an mit allen sehr gut verstanden und wurde auch gleich aufgenommen, als hätte ich schon immer dazugehört. So habe ich auch an diversen Familienaktivitäten teilgenommen, wie zum Beispiel Verwandtenbesuch oder Kirchenbesuch in einer Gospelkirche am Sonntag. 

Einmal fuhr ich mich meiner Gastfamilie nach Piketberg, eine fast ausschliesslich Afrikaanssprachige Kleinstadt ca. 130km nördlich von Kapstadt, um Verwandte zu besuchen. So hatte ich auch die Gelegenheit, das südafrikanische Leben ausserhalb der Grossstadt Kapstadt zu erleben.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Während meiner Freizeit habe ich mich oft mit Freunden aus der Schule, oder mit anderen Austauschschülern getroffen. Die Freizeitbeschäftigungen der jungen Südafrikaner sind relativ ähnlich wie die der Jugendlichen in der Schweiz oder in Deutschland. Man trifft sich irgendwo in der Stadt und entspannt ein bisschen, man geht ins Kino oder trifft sich bei jemandem zu Hause. Ab und zu wurde ich auch zu einer Grillparty (Braai) eingeladen.

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