Japan: Staatliche Schulen

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Schulaufenthalt in Japan: Unterkunft

Gastfamilien

Im staatlichen Japan-Programm wohnst du bei einer Gastfamilie. Wissenswertes dazu findest du weiter unten, aber interessant ist natürlich auch, was ehemalige Austauschschüler/innen zum Thema sagen - mehr dazu in ihren Erfahrungsberichten

Internat

Wenn du ein Internat vorziehst, hast du 2 Möglichkeiten:

  1. das Privatschulprogramm in Japan
  2. das Japan special, d.h. die Kombination von Sprachschule + High School in Fukuoka: mehr

Wissenswertes & Tipps

Gastfamilien in Japan

... erhalten zwar eine Aufwandsentschädigung, haben aber kein Interesse daran, am Austauschprogramm etwas zu verdienen. Sie nehmen Austauschschüler aus reinem Idealismus bei sich auf. Oft widmen sie sich ihnen hingebungsvoll, denn aus ihrer Sicht brauchen  Ausländer besondere Aufmerksamkeit und Pflege, da beständig kulturelle Differenzen zu überbrücken und abzufedern sind.  

Dies kann zur Folge haben, dass die Familien oft zu hohe Erwartungen an sich selbst stellen. Sie stehen unter Dauerstress und fühlen sich machmal sogar überfordert. Möglich ist daher auch, dass du nach ein paar Monaten umziehst in eine andere Familie - auf die Art versuchen unsere Partner, die "Belastungen" für eine einzelne Familie nicht zu groß werden zu lassen.

Ein paar Tipps:

Es dauert bei fast allen Gastfamilien und Austauschschülern längere Zeit, sich kennenzulernen. Versuche jedes Entgegenkommen von Seiten der Familie zu würdigen, auch wenn du das Verhalten als eher zurückhaltend oder introvertiert empfindest.

Gerade in der ersten Zeit kann es passieren, dass du zu Hause und in der Schule kaum eine Minute allein gelassen wirst. Diese Fürsorge ist nicht aufdringlich gemeint, der Familie und der Schule ist es wichtig, dass du dich schnell einlebst und wohlfühlst. Es ist aber in Ordnung, wenn du dich nach Bedarf höflich zurückziehst.

Wichtig ist, dass du dich deiner Gastfamilie gegenüber dankbar zeigst, dass sie dich in ihre Familie aufgenommen haben. "Lieber ein 'Danke' mehr als zu wenig" - dieses Motto gilt in Japan eigentlich immer.

Abenteuer Kommunikation

Auch Missverständnisse zwischen Gastfamilien und Austauschschülern gibt es manchmal, und wenn, hilft es, im Kopf zu haben, dass es immer zwei Seiten gibt. Ein Beispiel:

Eine Austauschschülerin aus Deutschland interessiert sich sehr für Mangas und ist enttäuscht, dass ihre japanischen Gasteltern Mangas für "sinnlose Comics" halten. Richtig verärgert ist sie, als ihre Gasteltern versuchen, sie davor zu bewahren, ihre kostbare Zeit in Japan mit "Sinnlosem" zu verschwenden und beginnen, ihr Hausaufgaben zu geben: 40 neue Vokabeln soll sie lernen jeden Tag, und abends dann wollen die Gasteltern sie abfragen.

Verständlich, für europäisch sozialisierte Menschen zumindest, dass die Gastschülerin sich ärgert und beim GLS Partner in Tokio über ihre Gastfamilie beschwert.

Aus japanischer Perspektive allerdings sieht derselbe Fall anders aus: Die Gasteltern meinten es gut, sie finden ihre europäische Gasttochter nicht nur undankbar, sondern stören sich sehr daran,  dass diese ihren Ärger nicht verbarg - die japanische Etikette verlangt, gerade negative Gefühle nicht zu zeigen. Fazit: Beide Seiten sind enttäuscht voneinander und müssen durch die GLS Partner in Japan mit viel diplomatischem Geschick wieder versöhnt werden.

Sehr häufig kommt so etwas nicht vor, aber der o.g. Fall illustriert, dass du mit - wenn auch sicherlich milderen Formen - der Überfürsorglichkeit seitens deiner japanischen Gasteltern durchaus rechnen solltest. Wenn du das von vornherein ausschließen möchtest, empfehlen wir dir ein Internat (möglich im Privatschulprogramm)

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