Staatliche Schulen in Irland

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Vorname:
Robert
Alter:
15
aus:
Bremen
war:
2008 für ein Semester in Dublin, County Dublin, Irland
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Marian College

Hier der Bericht von Robert:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Zuallererst einmal die Offenheit der Iren. Ich wurde fast jeden Tag, sei es im Bus oder auf der Strasse von Iren unterschiedlichsten Alters angesprochen, nicht selten wurde die Verabschiedung richtig emotional, selbst wenn man nur ein paar Worte gewechselt hat. Fuer mich als Sportinteressierten waren natuerlich auch die voellig anderen Sportarten sehr interessant. Fussball hat hier sehr gute Konkurrenz durch Rugby und vor allem durch die Gaelic Games, die schon sehr speziell sind und ja auch fast nur innerhalb Irlands gespielt werden.

Last but not least herrscht hier eine lockere Lebenseinstellung, die ich so noch nicht erlebt habe. Ist einfach durchweg viel weniger Ernst im Spiel, man ist fuer jeden Spass zu haben. Ich kann nur waermstens empfehlen, wenigstens ein bisschen davon nach Deutschland mitzunehmen.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

An eine Zeit in der ich soviele nette Leute um mich rum hatte und zugleich auch soviel ueber mich selber erfahren habe. An ein staendiges Auf und Ab, das mich einfach veraendert hat. An Spass, Einsamkeit, Freundschaft, Gemeinsamkeit, graue Regentage, Sonnenaufgaenge auf dem Weg zur Schule, das Meer, die irische "Schlafanzugmode", die tollen irischen Schimpfwoerter, furchtbar nervige deutsche Touristen, wahnsinnig gruene Wiesen und eine Umarmung mit dem irischen Ministerpraesidenten.

Kurz: An einen Einschnitt in mein Leben, der mir immer in Erinnerung bleiben wird.

Und nicht zu vergessen an: ERIN GO BRAGH! (wenn du dich fuer Irland entscheiden sollstest, wirst du schon noch rausfinden was diese drei magischen Worte bedeuten^^)

Was hat dir besonders gut gefallen?

Erstaunlicherweise faellt mir mit als erstes die Schule ein, sie hat mir einfach viel mehr Spass gemacht als in Deutschland, was vielleicht auch an den tollen Lehrern lag. Meine beiden Highlights waren wohl die Teilnahme am Schulmusical und eine "survival"-Tour durch die Wicklow Mountains mit Dubliner Pfadfindern. Generell war es ausserdem natuerlich toll so viele neue Leute aus sovielen unterschiedlichen Kulturen kennen zu lernen. Da war wirklich vom Iren ueber den Pakistaner bis zum Australier alles dabei.

Nicht zu vergessen ist die irische Natur und Dublin als Stadt an sich. Ich kann mir zum Beispiel gerade ueberhaupt nicht mehr vorstellen NICHT am Meer zu leben.

Und ueberhaupt mal auf sich allein gestellt zu sein ist einfach ein so tolle Erfahrung. Ich habe mich selber in so kurzer Zeit komplett neu kennengelernt, das ist schon was besonderes.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Die Schule beginnt in Irland generell um 9:00, je nach Anfahrtsweg muss man also zwischen 7 und halb 9 aus dem Haus, bei mir war es 8. Bis halb zwei gibt es nur einen kleineren 15-minuetigen Break, danach aber eine gute halbe Stunde Lunchpause in der man neben dem Verzehren von seinen Sandwiches und Chips entweder Schach, Basketball oder Fussball spielen oder sich im benachbarten Supermarkt eindecken. Dann gibt es nochmal 3 Stunden Unterricht bis 15:30 oder 16:00. Mittwoch ist Mittags Schluss, nachmittags gibt es weitere Sportangebote. Generell geht es zwar deutlich strenger zu als in deutschen Schulen, was auch natuerlich auch durch die Schuluniform zur Erscheinung tritt(gewoehnt man sich sehr schnell dran), aber trotzdem gibt es ein sehr angenehmes Schueler-Lehrer-Verhaeltnis. Was mir ausserdem besonders gefallen hat ist die Schulgemeinschaft. In meiner Schule war es zum Beispiel ueblich einmal im Monat das Schuelerrugbyteam mit der ganzen Schule zu unterstuetzten, es gab Schueler-Lehrer-Tuniere in verschiedenen Sportarten, die immer sehr lustig waren und man echt das Gefuehl in einer Art Familie zu sein.

Trotzdem war es nicht immer leicht enger in Kontakt mit irischen Klassenkameraden zu kommen. Es ist auf jeden Fall Eigeninitiative gefragt. Leichter ist es natuerlich immer andere Austauschschueler kennen zu lernen, weil die ja dasselbe wollen.

Was in Irland sicherlich besonders ist, ist das die meisten Schulen katholisch sind. Religion als Fach ist Pflicht und man nimmt die Wichtigkeit der Religion schon jeden Tag wahr. Meine Schule war trotzdem sehr offen fuer andere Religionen und man spuert wirklich uberall in Irland, das eine Liberalisierung gegenueber der katholischen Kirche stattfindet.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Man muss sich natuerlich an die anderen Verhaeltnisse anpassen. In Sachen Esskultur ist schon eine Umgewoehnung noetig, es ist schon etwas ungesuender hier, aber wenn man mal hoeflich fragt ob man etwas Obst bekommen kann ist das kein Problem, zur Not kann man auch selber etwas einfuehren. Aber auch hier gewoehnt man sich an alles. Zum Beispiel in meinem Fall auch an etwas veraltete und einfacherer Inneneinrichtung und mehrere fast durchgaengig laufende Fernseher. Ich hatte ausserdem ein sehr kleines und fast fensterloses Zimmer, aber man geht nach ein bisschen Eingewoehnung auch selber viel lockerer mit solchen Sachen um, noch so eine Entwicklung waehrend eines Auslandsaufenthalts, die das Leben so sehr viel leichter machen kann.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Ich habe:

Mit Freunden die Umgebung Dublins erkundet, zwei tolle Kurztrips nach Cork und Sligo gemacht, in einem oertlichen Fussballverein trainiert und gespielt, Konzerte besucht, Gallerien in Dublin angeschaut(von beidem gibt es wahnsinnig viele hier, ich empfehle den kostenlosen "The Eventguide", in dem alles drin steht), Gaelic Games, Rugbyspiele live im Stadion angeschaut, einen irischen Fussballerstligaverein (Shamrock Rovers) sowohl bei Heim als auch Auswaertsspielen unterstuetzt und dabei noch halb Irland kennengelernt und Freunde fuers Leben gewonnen, fuers Schulmusical geprobt und nach Auftritten Backstagepartys gefeiert, gute englische/amerikanische Filme auf Englisch geguckt(ist einfach so viel besser als deutsch synchronisiert), englische/irische Buecher verschlungen oder einfach mal am Strand gelegen und ueber Gott und die Welt nachgedacht. Das kann echt auch mal ganz schoen sein!

 

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