Staatliche Schulen in Irland

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Vorname:
Janina
Alter:
17
aus:
Köln
war:
2009 für ein Schuljahr in Oughterard, Galway, Irland
Schultyp:
Staatliche Schule
Kontakt:
janina.hoffmann.91@hotmail.de

Hier der Bericht von Janina:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Der größte Unterschied für mich persönlich war die Größe der Familie, da ich zuhause ein Einzelkind bin und in Irland dann 4 Geschwister hatte und 2 Pferde, 1 Kuh, 2 Hunde, 2 Katzen mit Babys, 2 Hasen und 1 Hamster. Aber das war eigentlich nur sehr hilfreich, da immer jemand da war zum Reden oder man die Tiere hatte, falls doch einmal Langeweile aufkommen sollte.

Außerdem war die Mentalität ein riesengroßer Unterschied. Hier in Deutschland bemühen sich alle immer pünktich zu sein, wogegen in Irland alles etwas gelassener gesehen wird, nach dem Motto: "Kommste heute nicht, kommste morgen!" und insgesamt sind sie viel spontaner. Dann kommt der Nachbar einfach mal vorbei und lädt sich selber auf eine Tasse Tee ein oder man macht es selber bei den Nachbarn.

Aber was für mich ein großer Unterschied war, war die Kälte. Hier in Deutschland ist es immer warm genug und wenn nicht, mache ich die Heizung an. In Irland selber war es doch im Winter ziemlich kalt und da die Bau-Standards nicht so hoch sind wie hier in Deutschland ging die Wärme dann ziemlich schnell verloren und es wurde eisig kalt. Aber auch das gehört meiner Meinung nach zu den Erfahrungen, die man machen sollte. :)

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

An meine Super-Familie und richtig gute Freunde! Ich hatte eine richtig schöne Zeit in meiner Familie, da ich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen wurde und direkt wie eine eigene Tochter oder eben richtige Schwester von allen Familienmitgleidern behandelt wurde! Außerdem waren da noch meine Freunde, die sich wirklich gut um mich gekümmert haben und keine "Berührungsängste" mit "der Deutschen" hatten. Ich wurde aufgenommen wie eine normale irische Schülerin und hab mich mit allen super verstanden. Aber insgesamt kann ich nur sagen, dass so ziemlich alles gut war in den 9 Monaten, die ich dort verbracht habe.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Besonders gut hat mir die Leichtigkeit der Iren gefallen. Sie sind alle ziemlich offen und probieren gerne Neues aus. Vorallem meine Famile war richtig nett und hat sehr viel für mich gemacht, mich zum Tanztraining oder Reitstall gebracht, mit mir zusammen gekocht und gebacken und vor allem war immer einer da, der sich mit mir unterhalten und mich getröstet hat in brenzligen Situationen.

Ich erinnere mich auch immer wieder gerne an die langen Unterhaltungen, die ich mit meiner Gastmama hatte. Es hat mir sehr geholfen alles zu verarbeiten und vor allem mein Englisch zu verbessern.

Und auch das wöchentliche Backen zusammen mit meinem kleinen Bruder fand ich total klasse, weil ich hier keine Geschwister habe und das Zusammensein sehr geschätzt und geliebt habe.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Mein typischer Schultag fing um 7.50 Uhr morgens an. Aufstehen und Anziehen der Schuluniform, jeden Morgen dunkelblauer Faltenrock, weißes Polo-Shirt und Schulpullover. Ziemlich einfach und schlicht. Dann noch eben gefrühstückt und um 8.25 Uhr den Berg runter, 15 Minuten zum Schulbus. Dann um 8.40 Uhr ab zur Schule wo um 9.00 Uhr der Unterricht beginnt. Die Stunden waren jeweils 40 Minuten lang und nach den ersten 3 Stunden gab es eine 15-minütige Pause. Danach ging es mit 3 Stunden weiter und dann war "Lunchtime" für 35 Minuten. Jetzt noch die letzten 3 Stunden und dann gehts mit dem Bus wieder nach Hause. Dann wieder den Berg hoch und erstmal eine schöne Tasse Tee. Meistens habe ich dann noch Hausaufgaben gemacht und gegen 18.00 Uhr zu Abend gegessen. Dann klang der Tag oft mit Fernsehgucken oder einem langen Spaziergang aus und das Ganze ging am nächsten Tag von vorne los. Freunde gefunden habe ich eigentlich recht schnell, allerdings musste ich selber auf meine Mitschüler zugehen. Diese waren dann aber alle freundlich und offen und vor allem neugierig wie Leben und Schule in Deutschland so ist.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Hmm...ganz anders als zu Hause war auf jeden Fall die Größe der Familie. Hier nur 2 Personen, dort 7 und ganz viele Haustiere. Außerdem war Essen doch ein wenig anders, viele typisch irische Speisen, aber auch ganz normal Nudeln mit Tomatensauce. Aber der größte Unterschied war die für alte Zeiten bekannte Rollenverteilung. Mein Gastvater war den ganzen Tag arbeiten und kam dann zum Essen nach Hause und hat von allen anderen verlangt, ihm den Tee zu kochen und das Essen zu machen. Meine Gastmutter dagegen war den ganzen Tag zu Hause und hat die Wäsche und den Haushalt gemacht und ist gesprungen, wenn der Vater was gesagt hat.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Meine Freizeit habe ich sehr oft mit Freunden verbracht, die in dem gleichen Dorf gewohnt haben. Dann haben wir stundenlange Spaziergänge in der traumhaften Landschaft gemacht oder uns einfach nur zum Reden verabredet. Dann war ich noch Tanzen einmal in der Woche und hatte 2 mal in der Woche Football und war in dem lokalen Fitnessstudio angemeldet, falls es doch einmal langweilig werden sollte. Jeden zweiten oder dritten Samstag bin ich mit Freunden in die Stadt gefahren um dort ein bisschen zu bummeln und vorallem shoppen zu gehen! :)

Aber auch mit meinen Gastgeschwistern habe ich oft etwas gemacht, wie zum Beispiel Fußball im Garten spielen oder mit den Tieren Zeit zu verbringen.

 

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