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Großbritannien: Erfahrungsberichte

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Vorname:
Romy
Alter:
16
aus:
Berlin
war:
2006 für ein Schuljahr in Brighton, England
Schultyp:
Staatliche Schule mit Wahl
Schule:
Hove Park School
Kontakt:
romy_eichler@web.de

Hier der Bericht von Romy:

Liebe GLS-Teilnehmer,

Mein Name ist Romy und ich bin seit dem 3. September 2005 in Great Britain, Brighton. Sich zu einem Auslandsaufenthalt zu entschließen ist eine große Entscheidung und obwohl einen manchmal Zweifel befallen warum man seine Freunde, Familie und gewohnte Umgebung verlassen will, ist es doch eine schöne und aufregende Möglichkeit eine andere Kultur und vor allem die Sprache kennenzulernen.

Ich bin in einer sehr netten Gastfamilie untergekommen mit Vater, Mutter und zwei kleinen Töchtern. Das ist der perfekte Fall und oft kommt so etwas nicht vor. Man sollte nicht erwarten, daß die Gastfamilie einen wie ein weiteres Familienmitglied aufnimmt, aber man kann sich immer mit ihr arrangieren und sollte das Beste daraus machen.

Du musst eine offene Einstellung mitbringen und bereit sein, Chancen zu ergreifen. Auf einer Konferenz, an der ich teilgenommen habe, wurde ein Experiment vorgeführt, daß am besten beschreibt, was ich meine: eine Rednerin hat in den Saal, indem sich immerhin 1000 Leute befanden nach einem Freiwilligen gefragt und noch nicht mal 20 haben sich gemeldet Sie suchte einen aus und rief ihn auf die Bühne, um ihn eine Packung Süßigkeiten in die Hand zu drücke. Sie meinte zu uns, dass man etwas riskieren muss, um etwas zu erhalten. Das sollte deine Einstellung sein für dieses Jahr, außerdem offen durchs Leben gehen und keine Scheu haben Leute anzusprechen.

Die Engländer kommen meist nicht auf dich zu, also muss man so einigen Mut überwinden, sie selbst anzusprechen. Engländer sind sehr nett, trotzdem solltest du geduldig sein, neue Freunde zu finden braucht seine Zeit. Nachmittags kann man ins Café gehen oder man sucht sich eine AG wie zum Bsp. Fotografie, Fußball (Jungen wie Mädchen), Drama, Debattierclub oder freiwilligen Programme fürs Krankenhaus etc, dort lernt man viele Leute kennen.

In vielen Bereichen ist Schule anders, wenn man 15-17 ist, kommt man in die Sixth-Form, die aus der 12. und 13. Klasse besteht und im allgemeinen gilt in diesen Jahrgängen keine Uniformpflicht mehr.

Man wählt 3-5 Kurse, je nachdem, wieviel Arbeit man sich zutraut und was man erreichen will. Das Angebot ist groß und für Kreative hat es viel zu bieten. Neben normalen Fächern wie Maths, English Literature, French, Spanish, Biology, Geography, History, Chemistry, Physics, Business und Economics etc. gibt es auch Photographie, Drama, Media Studies, Product Design, Art, Music, Psychology, Philosophy&Ethics.

Man hat im Durchschnitt 2-3 Lehrer pro Fach und dadurch sind die Kurse auch arbeitsintensiver. Hausaufgaben bestehen zunehmend aus essays - Aufsätze, die alle als Vorbereitung auf die Examen im Januar und Juni dienen. In den Examen legt man in der 12. Klasse das AS-Level ab und führt in Klasse 13 das A-Level weiter. Das sind Abschlüsse, die in Punkte umgerechnet werden und dich für ein Studium an einer Universität berechtigen.

Man arbeitet das ganze Jahr auf die Examen hin und nur in denen werden Noten erteilt, zwar werden Hausaufgaben eingesammelt und kontrolliert aber die Benotung geht nicht in dein Endergebnis ein. Mir persönlich gefällt diese System besser, weil Lehrer und Schüler zusammen gegen die Examiner, welche deine Noten in den Examen festlegen, arbeiten und somit versuchen die Lehrer alles, damit du gut abschneidest. Ich habe Business AS-Level, Philosophy&Ethics, Maths und English literature gewählt.

Schule ist insgesamt viel moderner, die Lehrer sind jünger und aufgeschlossener und man arbeitet mehr mit Computer und Graphik-programmen wie Power Point zusammen.

Die Erfahrung eines Auslandsjahres erweitert den Horizont und ich möchte sie um nichts in der Welt missen wollen. Man verändert sich, entwickelt sich und sieht die eigene Welt auf einmal ganz anders. Ein Auslandsaufenthalt sollte nicht als eines der schönsten Jahre in deinen Leben gesehen werden, aber als eins der emotionsreichsten und aufregensten.

Für weitere Fragen bin ich unter romy_eichler@web.de zu erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Romy

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