Austauschjahr Frankreich: Gastfamilie oder Internat

Ob Internat oder Gastfamilie, hängt davon ab, für welches Programm du dich entscheidest:

  • im preisgünstigen Programm ohne Wahl und in dem mit Wahl einer région wie z.B. Bretagne wohnst du immer bei einer Gastfamilie
  • wenn du dir anhand dieser Profile eine Schule aussuchst, ist beides möglich: sowohl Gastfamilie als auch Internat

Da der Unterricht länger dauert als in Deutschland (bis 17.00 oder 18.00 Uhr), wirst du nicht viel zu Hause sein und viel Zeit mit deinen Mitschülern verbringen.

"Wie suchen Sie Gastfamlien aus?"

Eine Frage, die euch Vanessa beantwortet - sie ist Gastfamilien - Koordinatorin in Frankreich 

"Ich hatte Angst

... bei einer richtig strengen Gastfamilie zu landen, halt so typisch französisch, " so Tom aus Berlin. Aber es kam dann doch ganz anders: mehr von Tom

Infos zu Gastfamilien in Frankreich

Wenn du wissen möchtest, wie es anderen Austauschschülern bei ihren Gastfamilien gegangen ist, sieh dir ihre Erfahrungsberichte an. Stephanie z.B. war ein Jahr in Frankreich:

"Obwohl man in Frankreich weniger Zeit mit der Familie verbringt, weil man länger arbeitet/ in der Schule ist, ist der Kontakt intensiver, vor allem wärend des Essens. In meiner Gastfamilie in Frankreich haben wir immer lange beim Abendessen gesessen und jeder hat von seinem Tag berichtet. Das hat mir sehr gut gefallen ... weiterlesen."

Du solltest darauf vorbereitet sein, dass französische Eltern oft deutlich konservativer sind als deutsche: Arbeit, Disziplin und Leistung haben in Frankreich einen hohen Stellenwert - nicht nur in der Schule, sondern auch im Familienleben.

Da meist beide Elternteile berufstätig sind und in vielen Gastfamilien Mütter allein erziehen, wird von den Kindern am Abend immer eine Mithilfe im Haushalt erwartet. Nach dem gemeinsamen Abendessen und der Hausarbeit machen französische Jugendliche ihre Hausaufgaben.

Unter der Woche trifft man sich deshalb so gut wie nie mit seinen Klassenkameraden oder Freunden. Da die Familie aufgrund des langen Arbeits- bzw. Schultags nur wenig Zeit füreinander hat, wird von dir als Gastschüler oder Gastschülerin erwartet, dass du dir auch am Wochenende Zeit für die Familie nimmst und dich an Aktivitäten beteiligst. Hierbei ist es nicht üblich, dass die französischen Jugendlichen protestieren oder sich etwas anderes vornehmen - das Familienleben hat Vorrang.

Auch in Frankreich haben die Familien manchmal einen niedrigeren Lebensstandard als den, den du gewohnt bist. Gerade Familien aus der unteren Mittelschicht möchten ihren Kindern mit Gastschülern den Kontakt zu einer anderen Kultur ermöglichen. Wie bei den meisten staatlichen Programmen ist zu beachten, dass viele Gastfamilien in Frankreich auf dem Lande leben.

Wenn du dich für ein Internat in Frankreich entscheidest

... lernst du das Leben in einer Gastfamilie trotzdem kennen: Du wohnst von Montag bis Freitag im Internat und verbringst Wochenende und Ferien in einer Gastfamilie.

Im Internat wohnst du mit französischen, aber auch mit internationalen Schülern zusammen. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten und Unternehmungen ergibt sich schnell ein intensiver Kontakt und oft entstehen Freundschaften, die ein Leben lang halten. Du lernst interessante Menschen kennen, hast Spaß und lernst dabei: Soziale Kompentenzen wie Gemeinschaftssinn und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen für dich und andere, werden dir immer nutzen.

Das Verhältnis zu deinen Lehrer/innen ist in Internaten wesentlich enger als an Tagesschulen: in Internaten isst du oft mit ihnen gemeinsam, und auch bei vielen außerschulischen Aktivitäten begleiten sie dich. Elternstelle vertreten Hausmutter und Hausvater des Internates, an die du dich immer wenden kannst. Hinzu kommen Mentoren, die dich betreuen und beraten, in schulischen ebenso wie in außerschulischen Fragen. Oft ist es so, dass dir ein Tutor zur Seite gestellt wird - ein Junge oder Mädchen, die schon älter sind und ihre Erfahrungen mit dir teilen.