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Privatschulen in Frankreich: Erfahrungen

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Vorname:
Julia
Alter:
16
aus:
Siegen
war:
2011 für ein Trimester in Avignon, Avignon, Frankreich
Schultyp:
Private Schule
Schule:
Lycée Louis Pasteur
Kontakt:
julia.cookie@googlemail.com

Hier der Bericht von Julia:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Zwischen Frankreich und Deutschland gibt es, auch wenn es Nachbarländer sind, doch einige Unterschiede.

Zum Beispiel ist die Lebensart, die ich in der Provence bei meiner Gastfamilie und ihren Freunden kennengelernt habe deutlich lockerer , als in Deutschland. Wenn man irgendwo eingeladen ist, ist es fast normal, dass man eine halbe Stunde zu spät kommt. Alles wird viel sponatner geplant, man weiß am Morgen noch absolut nicht, wo man am Abend enden wird :)

Außerdem sind die Franzosen ein sehr freundliches Volk. Es wird sehr viel wert auf Floskeln wie das "bonjour", "merci", oder das "au revoir" gelegt. Teilweise fallen solche Dinge in Deutschland etwas spärlicher aus. Vor Allem was den Umgang mit völlig unbekannten Menschen, wei zum Beispiel Verkäufern, angeht.

Speziell auf die Provence bezogen kann man auch sagen, dass ein großer Teil des Alltagsleben draußen stattfindet. Vor Allem im Sommer. Darum kann es sein, dass die Wohnungen dort unten etwas spärlicher eingerichtet und dekoriert sind, als vielleicht in Deutschland. Das hängt aber auch immer von der Gastfamilie ab!

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Besonders wichtig in den 4 Monaten, die ich in Frankreich verbracht habe war mir meine Gastfamilie. Mit ihr hatte ich echtes Glück und ich habe mich direkt am ersten Tag wie zu Hause gefühlt. Mit meiner Gastmutter, meiner Gastschwester und ab und zu auch mit meinem Gastbruder, der schon in Lyon studiert hat, haben wir jedes Wochenende etwas unternommen. Ich habe so viel gesehen und erlebt. Meine Gastmutter hat mich auch mit sehr vielen von ihren Freunden bekannt gemacht, so dass ich auch sehr viele neue ineressante Menschen kennen gelernt habe.

Auch meine Klasse in der Schule war wirklich super nett und hat meinen Aufenthalt nochmal schöner gemacht.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Da meine Gastfamilie sehr zentral gewohnt hat war ich innerhalb von zwei Minuten mitten im Stadtzentrum. Somit konnte ich jeden Tag mit dem Fahrrad zur Schule fahren und mich jederzeit mit Freunden in der Stadt zum Shoppen, Kino oder Kaffee trinken treffen. Das war wirklich super praktisch und ich war viel flexibler als zu Hause.

Außerdem hatte ich das Glück, dass meine Gastfamilie sehr kunst- und kulturinteresssiert war. Wie ich bereits geschrieben habe, haben wir jedes Wochenende eine andere Stadt besichtigt oder etwas unternommen. Ich war unter Anderem in Sète, Lyon, Marseille, Nîmes, Collias, St. Maries-de-la-mer, Uzès, Carcassonne, Gap, Montpellier, Frigolet und habe auch in Avignon fast alle Museen und Sehenswürdigkeiten gesehen. Wir sind sehr oft ins Kino gegangen, manchmal vier von fünf Tagen in der Woche. Das hat mir einerseits sehr geholfen mein Französisch zu verbessern, andereseits war es natürlich nur möglich, weil wir so zentral in Avignon gewohnt haben.

Mit meiner Gastfamilie hatte ich echt unfassbares Glück und es ist leider nicht immer garantiert, dass man in nur vier Monaten so viel zu sehen bekommt.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

In Frankreich ist die Schule deutlich anstrengender, als in Deutschland. Bei mir begann der Unterricht um 8 Uhr morgens und endete einmal in der Woche um 12Uhr30, zweimal um 15 Uhr und zweimal um 17 Uhr.

Die Schulstunden dauerten dort 50 Minuten, was zwar nur 5 Minuten länger ist, als in Deutschland, aber trotzdem kam mir das deutlich länger vor. Besonders anstrengend waren Doppelstunden, weil es zwischen den zwei Stunden keine Pause gab. Man saß also für 100 Minuten und musste nur zuhören.

In Frankreich wird sehr viel Frontalunterricht gemacht, das heißt der Lehrer redet, die Schüler schreiben mit oder bekommen diktiert.

Jeden Donnertsag haben wir Klausuern geschrieben. Das heißt man hatte fünf Stunden normal Untericht, bis halb eins, dann wie jeden Tag, eine Stunde Mitttagspause und dann bis zu vier Stunden Examen. Jede Woche gab es ein anderes Fach, manchmal zwei Fächer, die jeweils zwei Stunden geschrieben wurden.

Kam man nach der Schule nach Hause gab es auch immer noch Hasuaufgaben zu machen. Die habe ich allerdings meist in Stichpunktform gemacht, was auch niemanden gestört hat. Da hat man einen kleinen Ausländervorteil :)

Ich hatte überhaupt keine Probleme in meiner Klasse Freunde zu finden. Natürlich darf man sich nicht in sich selbst zurückziehen und muss auf die Anderen zugehen. Das fällt aber meisten relativ leicht, da man schon über den Unterricht ins Gespräch kommt. Meine Freunde aus der Schule waren alle sehr nett und haben mir am Anfang immer geholfen, wenn ich beim Diktierne mal etwas nicht verstanden hatte.

Auch in der Mittagspause kann man sich mit den Leutren aus der Klasse zum Essen treffen. Beim Lycée Louis Pasteur gibt es eine Kantine, in der ich allerdings nur zweimal gegessen habe. Es ist mit 5€60 pro Essen vergleichsweise teuer und das Essen hat mich auch nicht vom Hocker gerissen. Also bin ich dann eben mit meinen Freundinnen auf dem nahe gelegenen Platz Pii essen gegangen. Besonders zu empfehlen ist hier das kleine Restaurant Chez Francoise und Pasta Cosy, wo es super leckere Nudelboxen gibt.

Als ich weider gefahren bin war es wirklich traurig mich von meiner Klasse zu verabschieden. Wir haben eine kleine Abschiedsfeier gemacht und ich habe auch immer noch Kontakt zu meinen Freunden in Frankreich.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Ich habe ja, wie gesagt, bei einer Gastfamilie gewohnt. Darüber bin ich auch wirklich froh! Zwei Freundinnen von mir waren im Internat und haben gesagt, dass es dort deutlich anstrengender ist, als wenn man bei einer Gastfamilie wohnt.

Ich habe mich natürlich auch sehr wohl bei meiner Gastfamilie gefühlt, so dass es gar nicht so sehr anders war als zu Hause.

Ein Unterschied war natürlich die Größe der Wohnung, da sie doch deutlich kleiner war, als mein Zuhause in Deutschland. Das war aber absolut kein Problem, darauf muss man sich eben einstellen.

Da meine Gastmutter auch ganztägig berufstätig ist, habe ich ihr dann im Haushalt geholfen, abgewaschen und gebügelt. In dem Umfang hatte ich das vorher in Deustchland noch nicht gemacht, aber ich fand das eine ganz gute Möglcihkeit ihr ein bisschen das wiederzugeben, was sie mir in den vier Monaten an Zeit und Liebe geschenkt hat.

Ein anderer Unterschied zu zu Hause war auch, dass ich in Frankreich zweimal warm gegessen habe. Einmal mittags in der Schule und dann nochmal abends mit meiner Gastchwester und- mutter. Morgens habe ich dafür nicht gefrühstückt, was ich in Deutschland eigentlich mache. Nach ein paar Tagen war das aber auch schon zur Gewohnheit geworden.

Ansonsten habe ich die Abende mit meiner Gastfamilie vor dem Fernseher verbracht und die Wochenenden wie gesgat immer irgdenwo anders.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Nach der Schule habe ich mich häufig mit meiner besten Freundin aus der Schule oder anderen Freunden getroffen. Wir sind in die Stadt zum Shoppen gegangen, haben zusammen Hasuaufgaben gemacht oder sind, wie gesagt, sehr oft ins Kino gegangen.

Diese beste Freundin hat mir außerdem einen Sportsaal nur für Frauen gezeigt. Der lag zwei Minuten von dem Haus meiner Gastfamilie entfernt, so dass ich dort jeden Tag hingehen konnte. Auch dort habe ich nette Leute kennen gelernt und es war so eine praktische Möglichkeit jeden Tag Sport zu machen.

Mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester habe ich mich außerdem zu einem Yogakurs angemeldet, so dass wir einmal pro Woche zusammen zum Yoga gegangen sind. Auch das fand nur einige Minuten von meinem französischen Zuhause statt.

An manchen Abenden oder häufig am Wochenenden haben wir auch Freunde von meiner Gastmutter besucht, bei ihnen etwas gegessen oder etwas zusammen unternommen.

Zu Beginn meines Aufenthalts, als es draußen noch warm war, sind wir auch zu einigen Festen gegangen und haben draußen unter freiem Himmel gefeiert.

Dann sind da natürlich noch die ganzen Ausflüge, die ich am Wochenende mit meiner Gastfamilie unternommen habe. Meist haben wir spontan entschieden, wo wir hinfahren In dieser Region gibt es wirklich wahnsinnig viel zu besuchen. Und Sehenswürdigkeiten wie der Pont du Gard oder der Mont Ventoux sind leicht mit dem Auto zu erreichen.

Ich kann aber nur wiederholen, dass ich auch nicht erwartet hätte so viel zu sehen und, dass es wirklich von der Gastfamilie und deren Interessen abhängt, wie die Freizeitgestaltung aussieht und wieviel man von der Region zu sehen bekommt.

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