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Privatschulen in Frankreich: Erfahrungen

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Vorname:
Laura
Alter:
17
aus:
München
war:
2013 für ein Semester in Paris, Paris, Frankreich
Schultyp:
Private Schule
Schule:
Lycée Notre Dame de France
Kontakt:
madridista@hotmail.de

Hier der Bericht von Laura:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Der wahrscheinlich größte Unterschied ist das französische Schulsystem im Vergleich zum deutschen, denn in Frankreich spielt sich das Privatleben der Jugendlichen zu 80% in der Schule ab. Viel Zeit für außerschulische Aktivitäten bleibt bei einem vollen Stundenplan und den hohen Erwartungen der Lehrer nicht. Dies bewirkte bei mir einen großen Rhytmus-Wandel und benötigte eine schnelle Anpassung.

Ein weiterer Unterschied liegt auf jeden Fall im organisatorischen Bereich. Beispielsweise sind die öffentlichen Verkehrsmittel in Deutschland oft besser organisiert.

Ein sehr positiver Unterschied von Frankreich zu Deutschland liegt im Kultur- und Sport-Bereich. Museen sind für Jugendlich völlig kostenfrei und auch sportliche Aktivitäten, wie zum Beispiel Schwimmen, ist in Frankreich um einiges billiger.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Was mir zuerst in den Sinn kommt, wenn ich mich zurückerinnere, ist meine fabelhafte Gastfamilie, meine französischen Freunde und auch meine Schule Notre Dame de France, die mir eine anstrengende aber auch bereichernde Zeit bescherte. Denn unter dieser strengen Führung lernt man unglaublich viel, mehr als ich erwartet hatte.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Besonders gut gefallen hat mir selbstverständlich die Stadt Paris, eine sehr interessante Stadt mit unheimlich vielen verschiedenen Facetten.

Außerdem war ich von meiner Gastfamilie begeistert, die immer für mich da war, aber mir trotzdem alle Freiheiten gelassen hat, die ich brauchte. Und zuletzt habe ich sehr schöne Freundschaften schließen können. Die Pariser im allgemeinen sind sehr offen und zugänglich für Neues, wie zum Beispiel eine andere Kultur.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Der typische Schultag auf einer Pariser Privatschule ist relativ lang im Vergleich zu Deutschland. Natürlich hängt die Dauer des Schultages auch davon ab, welche Fächer man belegt. Wählt man keine zusätzlichen Fächer, dauert der Schultag am Lycée Notre Dame de France von 8:15 bis 16:20 Uhr. Der Tag kann allerdings auch mal bis 18:00 Uhr gehen. Je nach Fächerwahl hat man zwischen 30 min. und 90 min. Mittagspause. Diese kann man entweder in der Schulmensa verbingen, oder man verlässt das Schulgelände um außerhalb zu essen. Die Unterrichsstunden betragen 55 min. Zwischen den Stunden gibt es Pausen von 5 min und alle 2 Stunden hat man zusätzlich 15 min. Pause. Ich habe schnell Anschluss in der Klasse gefunden, da meine Klassenkameraden hilfsbereit und sehr nett zu mir waren. Selbstverständlich sollte man sich öffnen und sich um neue Bekanntschaften bemühen.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Ich habe in einer tollen Gastfamilie meine 5 Monate verbracht. Natürlich war es erst einmal nicht ganz einfach sich in der Wohnung von noch fremden Menschen wie zu Hause zu fühlen, allerdings bemühte sich meine Gastfamilie sehr, mir das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Um ein entspanntes Verhältnis mit den Gasteltern aufbauen zu können, ist es wichtig sich an die Regeln zu halten, die einem die Gastfamilie stellt. Denn wenn die Gastfamilie ihrem Austauschschüler vertraut und sich auf ihn verlassen kann, dann gestehen sie dir normalerweise auch die Freiheiten zu, die du von zu Hause gewohnt bist. Anfangs sind einfach die typisch familiären Situationen, wie das gemeinsame Essen, noch sehr ungewohnt und vielleicht auch ein wenig unangenehm, das gibt sich mit der Zeit aber von selber.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Leider hatte ich nicht allzu viel Freizeit, da ich doch von der Schule ziemlich eingespannt wurde. Unter der Woche ist zumindest keine Zeit für irgendwelche Aktivitäten, da man ziemlich geschafft ist von dem neuen Rhytmus und ich persöhnlich auch relativ viel Arbeit von der Schule bekam. Wer das Lycée Notre Dame de France besucht, sollte sich darauf einstellen, spätestens nach einem Monat, keine wirkliche Sonderstellung mehr zu genießen. Natürlich ist das nicht nur ein Nachteil, ganz im Gegenteil: die Schule ist zwar sehr streng und auf Disziplin bedacht, doch genau diese Haltung bringt den Austauschschülern mit Sicherheit den größten Profit des Auslandsaufenthaltes ein.

Meine Wochenenden habe ich meistens mit dem Kennenlernen von Paris verbracht, mich mit meinen neuen Freunden verabredet und natürlich auch für die Schule gelernt.

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