Spanien: Staatliche Schulen

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Vorname:
Ann-Kathrin
Alter:
17
aus:
Bielefeld
war:
2016 für ein Trimester in Alicante, Comunidad de Valencia, Spanien
Schultyp:
Staatliche Schule
Kontakt:
Melinka92@aol.com

Hier der Bericht von Ann-Kathrin:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Der allergrößte Unterschied war definitiv die Esszeit, wir haben jeden Abend zwischen 21 und 23 Uhr gegessen. Die Gerichte waren total lecker, halt nur eben anders. Es wird in Spanien ja auch sehr viel mit Öl gekocht und die Tortillas de Patatas"Kartoffelomlett" waren einfach das beste.

Ein weiterer großer Unterschied ist, dass die Leute in Spanien so offen sind, man hat so verdammt schnell Leute kennengelernt und auch richtig super Freundschaften geknüpft.

Und als dritten großen Unterschied würde ich sagen, ist die Uhrzeit wann sich die Spanier treffen. In Deutschland trifft man sich ja ab und zu mal unter der Woche und sonst am Wochenende und geht vielleicht in die Stadt, ins Kino oder zu jemanden nach Hause, in Spanien trifft man sich jedoch immer freitags und samstagsnachmittags draußen. Wir haben uns immer am Luceros oder am Mercado Central getroffen, zwei große und bekannte Orte, wo man immer auf alle trifft. Auch die Uhrzeit ist anders, wobei man in Deutschland sich schon nachmittags trifft, geht es in Alicante immer erst um 18 Uhr oder 18.30 Uhr los.

Und man macht dann meist einfach nur einen Spaziergang durch Alicante, man geht in ein Cafe, geht zum Spaß ins Corte Inglés und macht Fotos oder wo es meist drauf hinausläuft ist dass man sich Churros holt oder eine Cola bei Burger King trinkt. :P

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Als erstes? Mhh..an meine super tolle Gastfamilie, meine Freunde, die Schule, die anderen Austauschschüler, die ich noch kennengelernt habe, meinen Freund und an die tollste Zeit meines Lebens.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Besonders gut gefallen. mhh schwierig, wiel alles so toll war.

Also mit meiner Gastfamilie die tollen langen Gespräche und immer wenn wir uns unterhalten haben oder zusammen gegessen haben, dann mussten wir so verdammt viel lachen. Es war einfach nur total genial, heute haben wir immer noch mehrmals die Woche übers Internet über die Webcam viel Kontakt und so auch immer eine Menge zu lachen.

Gut fand ich auch wie schnell man bei den Spaniern, zum Beispiel in der Schule aufgenommen wurde, ich habe nach 2 Wochen noch die Klasse gewechselt, da ich erst in der NW Klasse mit Chemie, Physik und Mathe quasi fürs Abi war und dann in die Mixtas kam, wo ich ein normales Mathe, Geschichte und Wirtschaft hatte.

Die Lehrer in der Schule waren auch immer sehr hilfsbereit, so wie eigentlich alle, wenn ich fragen hatte, gab es immer jemand der mir gerne geholfen hat.

Und auch ausgehen kann man in Spanien gut, in Alicante, wo ich meinen Auslandsaufenthalt verbracht habe, da sind wir fast jedes Wochenende ausgegangen.

Die Spanier sind da immer sehr locker und ziehen sich besonders an, so wie die Mädels immer schöne Kleider trugen.

Gut fand ich auch den Unterricht in Spanien, viel lockerer als in Deutschland, auch wenn jede Woche Klausuren geschrieben wurden und es 3mal im Jahr Zeugnisse gibt und dort eigentlich Frontalunterricht ist, waren die Lehrer immer viel am reden und eigentlich voll offen und locker.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Ein typischer Schultag, ja der begann für mich morgens um halb 7, denn da klingelte mein Wecker. Naja aufgestanden bin ich dann jedoch erst um 6.50 Uhr. Dann hab ich mich fertig gemacht und eine Kleinigkeit gefrühstückt, gegen 7.35 Uhr ging ich dann jeden Morgen aus dem Haus, zu dieser Zeit hat bei mir zu Hause jedoch jeder noch geschlafen.

Dann auf meinen Schulweg habe ich immer Alejandro getroffen, einen Jungen aus meiner Klasse, und wir sind dann zusammen zur Schule gegangen. Meist hatten wir 2 noch ein bisschen Zeit und haben noch mit einigen anderen, die auch etwas früher da waren gequatscht. Gegen 8 Uhr ging dort normalerweise meine Schule los, jedoch kamen die Lehrer meistens so verspätet das es 10 nach 8 wurde. Und auch die Schüler hatten es nicht so arg mit der Pünktlichkeit, die meisten kamen zwischen 5 vor 8 und 20 nach 8, typisch Spanier. Und wenn einige Mal die erste Stunde verschlafen haben, dann sind sie eben zur 2ten Stunde gekommen und das war dann eigentlich auch kein Problem. Ich hatte montags und mittwochs immer bis 5 vor 3 Schule und den Rest der Woche nur bis 2, das war echt super. Eine spanische Schulstunde hatte immer zwischen 50 und 55 Minuten, nach der 3ten Stunde gab es eine Pause und 2 Stunden später dann noch einmal.

Ein typischer Schultag bestand zum Beispiel aus den Fächern:

Valenciano, Englisch(als weitere Möglichkeit bestand auch Französisch und Deutsch, wobei nur 4 Deutsch und nur 7 Französisch gewählt haben, der Rest, also die Mehrheit belegte somit Englisch), Philosophie und Staatsbürgerschaft,ein Wahlfach(Englisch Praktisch(sein Englisch praktizieren,an meiner Schule kamen Studenten aus Amerika und England und haben nebenbei den Unterricht ein paar mal die Woche geleitet, natürlich auf Englisch), Informatik, Psychologie, Theater, Geographie von ganz Valencia), Wirtschaft, Mathe und Castellano.

Nach der Schule ging es dann wieder nach Hause und da meine Gastfamilie vorher schon gegessen hatte, habe ich mir das Essen warm gemacht. Da meine Gastschwester um 1 Uhr Schluss hat und später um halb 4 wieder hin muss, hat meine Gastfamilie natürlich schon vorher gegessen und dann Siesta gemacht, sprich alle schliefen als ich nach Hause kam. Dann über den Nachmittag habe ich Hausaufgaben gemacht, gelernt, mit meiner Familie gequatscht und Quatsch gemacht und ab und zu auch einmal Siesta gemacht. Montags und mittwochs hatte meine Gastschwester Catalina zum Beispiel schwimmen und dann ging es immer in das Schwimmbad. Jeden Abend zwischen 21 und 23 Uhr gab es dann Abendessen. Vorher oder nachher noch duschen und dann auch ins Bett.

 

In der alten Klasse habe ich erstmal viele kennengelernt, aber das waren vorerst nur so Smalltalks die man da hatte und mit der Zeit wurden die dann auch intensiver und in der neuen Klasse waren die Leute, obwohl die Spanier im allgemeinen ja schon sehr offen sind, so offen, dass es gleich am ersten Tag für mich nicht nur Smalltalks waren, sondern dass man sich einfach total lange und gut unterhalten konnte und mit der Zeit wurden die Themen dann auch viel persönlicher und privater, sodass man Freunden dann auch richtig etwas anvertrauen konnte und richtig tolle Freundschaften entstanden sind.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Mein Leben in der Gastfamilie war komplett anders, als zu Hause.

In Deutschland lebe ich nur mit meiner Mutter zusammen, da meine Eltern getrennt sind und bin Einzelkind. In Spanien hatte ich auf einmal eine kleine Schwester, Catalina ist mittlerweile 6 Jahre alt, eine Mutter, Simona ist 28 Jahre alt und dann auch wieder einen Vater, Eddy ist 26 Jahre alt.

Außerdem wohnte am Wochenende noch ein Freund mit bei uns, der unter der Woche jedoch in einer anderen Stadt arbeiten musste und somit nur am Wochenende da war.

Erstmal ist es total ungewohnt mit so vielen Menschen zusammenzuleben und klar dass man da auf mehr achten muss, da müssen zum Beispiel mehr Leute ins Bad, aber da wir auch 2 Bäder hatten, war das ja auch absolut kein Problem.

Sonst natürlich die Esszeiten und die Gerichte, aber ich liebe die spanische Küche einfach, okay, ich esse zwar nichts aus dem Meer, aber hey, ich hab ja sogar Tintenfisch probiert. :P

Und ungewohnt wars am Anfang natürlich auch, weil man die Sprache noch nicht so beherrschte und weil man die Leute ja auch ersteinmal kennenlernen musste und Vertrauen und alles aufbauen, aber das ging bei uns sowas von schnell, ich hab diese Familie einfach nur total liebgewonnen. :)

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Also eigentlich wollte ich, da ich seit 3 Jahren in Deutschland Standart- und Latein tanze dort auch weitermachen, aber habe leider keinen passenden Partner gefunden, der auch schon 3 Jahre tanzt. Naja so lief es letzendlich sportlich gesehen auf das Gimnasio zurück, also bin ich ins Fitnessstudio gegangen. :)

Sowie eigentlich alle Austauschschüler von der Partnerorganisation in Alicante, jaja , das war schon sehr lustig.

Sonst habe ich immer gerne was mit der Familie unternommen, wir sind mal auf den Spielplatz, an Strand, haben einen Spaziergang gemacht oder sind zu Fußballspielen meines Gastvaters gefahren, oder wir sind einkaufen gegangen, ja, in Alicante kann man sehr gut einkaufen. :)

Oder einfach mal in den Supermarkt nach nebenan.:P

Und natürlich habe ich auch viel mit Freunden unternommen, da diese jedoch unter der Woche arg viel für die Schule machen musste lief es meist auf das Wochenende hinaus. Wir sind gerne ins Kino gegangen oder haben uns einfach zu Vueltas getroffen.

Und vorallem sind wir gerne ausgegangen in Alicante.

Das ausgehen in Deutschland und Spanien kann man jedoch nicht so arg vergleichen, in Spanien läuft in den Diskos meist spanische Musik und wenn dann mal Englische, dann auch gute Musik, jedoch überwiegend spanische Lieder, aber an denen habe ich mittlerweile echt gefallen gefunden. :)

Und natürlich hab ich auch was für die Schule gemacht, sprich für Klausuren gelernt, aber dabei habe ich natürlich auch mein Spanisch verbessert, weil du einfach so viele neue Wörter auch kennenlernst.

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