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High School: Erfahrungsberichte & Forum

Hier findest du Erfahrungsberichte zu High School Schüleraustausch in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Frankreich, Spanien etc ...

Vorname:
Sophie
Alter:
15
aus:
München
war:
2012 für ein Schuljahr in Askim, Østfold, Norwegen
Schultyp:
Staatliche Schule
Kontakt:
sophievlutz@gmail.com
Homepage:
http://www.relch.blogspot.com

Hier der Bericht von Sophie:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Ein sehr grosser Unterschied sind natürlich die Menschen. Kaum ein Norweger fängt ein Gespräch von sich aus an. Auch sind die Norweger sehr verschwenderrisch, wenn man ein ganz kleines Teil im Laden kauft, kriegt man gleich eine riesige Plastiktüte dazu.

Ein weiterer Unterschied sind die Preise, in Norwegen war alles viel teurer, vorallem Lebensmittel. Eine Flasche Saft in der Schulkantine kostet umgerechnet ca. 2,80€, ein Stück Kuchen im Café fast 6€. Glücklicherweise habe ich im Bus, in der Bahn und im Kino oder Museum mit 15 noch den Kinderpreis bezahlen können.

Auch das Essen war sehr anders. Mittagessen gibt es erst sehr spät, wenn wirklich alle von der Arbeit/Schule nach Hause gekommen sind. Die norwegische Küche ist auch nicht so wirklich der Renner, für Vegetarier läuft das dann meistens auf Kartoffeln und Salat (ohne Dressing!) hinaus. Glücklicher Weise hat meine Gastfamilie auch immer vegetarisches Essen gehabt oder afrikanisch gekocht, mit viel Bohnen und Gemüse.

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Ich denke an Oslo. Oslo ist ca. 60km von Askim entfernt und der Zug dorthin fährt einmal pro Stunde. Ich habe mich oft mit anderen Austauschschülern dort getroffen und schöne Erlebnisse gehabt, wie etwa das Treffen mit anderen Austauschschülern der Partnerorganisation, die Ski-WM oder VG lista, Skandinaviens grösstes Gratis-Konzert.

Was hat dir besonders gut gefallen?

Besonders gut hat mir das Klima gefallen, im Winter viel Dunkel, im Sommer wurde es dafür aber kaum dunkel. Der viele Schnee war auch schön.

Ich habe in einer Kleinstadt gewohnt, und konnte alles -Schule, Einkaufszentrum, Bahnhof, etc.- super mit dem Fahrrad oder zufuss erreichen. Etwas, das ich in meiner deutschen Grosstadt sehr vermisse.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Die Schule hat um 8:20 Uhr angefangen, nach den ersten vier Stunden gab es eine Mittagspause und danach nochmal vier Stunden. Daich nur sehr wenige Fächer gewählt habe, hatte ich zwei Tage die Woche nur vier Stunden, zwei Tage sechs Stunden und einen Tag mit sieben Stunden. Als Fächer hatte ich: Geschichte, Sport, Norwegisch, Mathe, Chemie, Deutsch und Soziologie. In alln Fächern hat man recht anspruchsvolle Prüfungen, und es ist sehr schwer, eine gute Note zu bekommen. Um 15:15 Uhr war dann die achte Stunde um.

Die Schule war sehr gross (900 Schüler) und gut ausgerichtet mit neun Gebäuden. Es gab eine sehr schöne Kantine und eine grosse Bibliothek, und die Chemieklassen haben ein wunderschönes, grosses Labor. Von der Schule konnte man alle Schulbücher leihen, und von der Fylkesregierung hat jeder Schüler eine Schultasche und einen Laptop bekommen.

Wenn man Fächer wie Kunst oder Musik haben will, muss man auf eine ganz spezielle Linie gehen, und Nachmittagsaktivitäten hat die Schule auch nicht angeboten. Es war auch unheimlich schwer, die Leute kennen zu lernen, weil alle verschiedene Kurse hatten, und es von fast jedem Kurs zwei Gruppen gibt, sodass ich, obwohl ich die selbe Fächer wie einige Andere auch, nicht mit ihnen in einem Kurs war. Deshalb haben wir auch keine Freistunden gemeinsam.

Den Unterricht habe ich als sehr langweilig empfunden, da es viele Hausaufgaben und im Unterricht viel Theorie gibt, und dafür viel zu wenige praktische Aufgaben. In Sport gibt es auch zweistündige Prüfungen, allerdings waren wir auch viel draussen und haben z.B. Orientierungslauf oder Langlauf gemacht. Einmal hatten wir einen Ausflug nach Oslo und einmal war der Chemiekurs in der Universität in Ås, aber mehr Ausflüge haben wir auch nicht gemacht.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Meine Gastfamilie war sehr religiös, vor dem Essen wurde meistens gebetet, am Wochenende waren sie meistens in der Kirche, und meine Gastgeschwister haben auch aktiv an kirchlichen Veranstaltungen für Kinder, bzw. Jugendliche, teilgenommen. Da auch alle Familienfreunde in der Kirche aktiv sind, wurde auch oft gemainsam gebetet, wenn Besuch da war, und es wurde fast aussschliesslich christliche Musik gehört. Wenn es zu Diskusionen kam, da ich Vegetarier bin, kamen von Seiten der Gastfamilie nur Argumente mit Grundlage in der Bibel. Aber ich wurde nie gezwunden, mitzubeten, in die Kirche zu gehen oder nichtvegetarisches Essen zu essen.

Zudem kommt meine Gastfamilie aus Afrika, also habe ich auch einen tieferen Einblick in die afrikanische Kultur bekommen, worüber ich wirklich glücklich bin.

Meine Gastfamilie war auch strenger als meine Familie in Deutschland. Beispielsweise durfte ich nicht alleine in die Stadt oder zu Freunden gehen, wenn es draussen dunkel war, und musste immer auf dem Handy erreichbar sein.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Ich habe in einer Kleinstadt gewhont, da gab es nicht viel zu tun. Mittwochs hatte ich Querflötenunterricht an der Kulturschule, am Wochenende habe ich etwas mit meiner Gastfamilie unternommen und habe mich mit Freunden getroffen. Da die Schule in Norwegen wirklich anspruchsvoll ist, wenn man sich etwas Mühe gibt, habe ich uch viele Nachmittage mit Lernen für Prüfungen oder Hausaugaben verbracht.