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High School: Erfahrungsberichte & Forum

Hier findest du Erfahrungsberichte zu High School Schüleraustausch in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Frankreich, Spanien etc ...

Vorname:
Julia
Alter:
17
aus:
Düsseldorf
war:
2012 für ein Schuljahr in Linköping, Östergötland, Schweden
Schultyp:
Staatliche Schule
Kontakt:
jule.bakus@hotmail.com
Homepage:
www.jule-utomlands.blogspot.com

Hier der Bericht von Julia:

 

Was waren für dich die drei größten Unterschiede zwischen Zielland und Deutschland?

Der größte Unterschied für mich war auf jeden Fall die Schule. Das Schulsystem unterscheidet sich wirklich sehr stark vom deutschen. Alles ist sehr viel moderner, das heißt jeder Raum ist gut ausgestattet mit Beamer, Whiteboard, CDplayer, etc, oftmals bekommt man an der Schule einen Laptop, Taschenrechner und Bücher können kostenlos geliehen werden, jeder hat ein eigenes Schließfach und in der Schule gibt es Wlan. Nicht zu vergessen: Das kostenlose (meistens sogar leckere) Mittagessen.

Desweiteren ist das Schüler-Lehrer Verhältnis sehr anders. Die Schüler werden per Du und Vorname angesprochen, man bekommt von jedem Lehrer Telefonnummer und E-Mail und generell herrscht eher ein freundschaftliches Klima zwischen Schüler und Lehrer. Meine beiden Klassenlehrerinnen haben mich als ich sie das erste mal gesehen habe direkt umarmt. An sowas muss man sich erstmal gewöhnen. :D

Ein weiterer Unterschied zu meinem deutschen Leben war das Essen. In Schweden isst man zweimal am Tag warm und bei mir in der Familie also auc zweimal am Tag Fleisch/Fisch. Ein Essen ohne Fleisch galt nicht als Essen (Außnahme: Pfannekuchen). Außerdem gibt es in Schweden sehr viel "Fika", was soviel wie Kaffe trinken und Kuchen essen ist. Fikan kann mal auch mehrmals am Tag! :)

Ansonsten fählt mir noch die Natur von Schweden, das Wetter und die Sprache ein. Aber dazu muss ich wohl nicht soviel sagen. 

 

Woran denkst du als erstes, wenn du an deinen Auslandsaufenthalt denkst?

Als erstes denke ich an meine Familie und meine Freunde, die ich wirklich sehr lieb gewonnen habe. Im Prinzip denke ich einfach an das Gefühl in Schweden zu sein und an mein schwedisches Leben. Was genau, weiß ich nicht, ich würde sagen einfach das Gesamtpaket!

Was hat dir besonders gut gefallen?

Besonders gut gefallen?... Das ist schwer. Wie schon gesagt, war meine Familie wirklich toll. Es wurde sehr viel gelacht und geredet. Wir haben, obwohl meine Eltern beide eine volle Stelle hatten, viel gemacht, wie z.B joggen, kochen, musizieren oder in die Sommarstuga fahren.

Wie sieht ein typischer Schultag aus? War es leicht, Klassenkamerad/innen kennen zu lernen?

Die Schule in Schweden fängt generell später an als in Deutschland. Bei mir haben die Zeiten zwischen 8:10 und 11:00 Uhr geschwankt. Eine Unterrichtsstunde ist immer unterschiedlich lang, das kürzeste war bei mir 60 Minuten und das längste 160 Minuten. Die Fächer waren den deutschen sehr ähnlich, doch der Unterricht ist anders aufgebaut. Frontalunterricht ist echt selten, meistens arbeitet man selbstständig oder in Gruppenarbeit, nachdem der Lehrer vorher kurz erklärt hat. In den Büchern sind die Lösungen immer vorhanen, sodass man sich selbst kontrollieren kann.

Jeden Tag gibt es eine 45-minütige Mittagspause in der man kostenloses Mittagsessen in der Schule bekommt. Oftmal muss man allerdings auch was länger in der Schule bleiben. Aufgehört habe ich immer zwischen 12:20Uhr und 16.40 Uhr.

Klassenkameraden kennen zu lernen fand ich schon etwas schwerer. In Schweden gibt es immer Klassen, also keine Kurse, allerdings herrschte jetzt in meiner Klasse nicht so eine Klassengemeinschaft, sondern alle waren ein bisschen in Cliquen aufgeteilt. Alleine war ich wirklich nie, aber dort wirklich Freunde zu finden hat etwas gedauert, weil doch die meisten etwas zurückhaltender sind. Man muss also viel von sich selber aus arbeiten. Letztendlic habe ich in meiner Klasse aber auch ein paar wirklich gute Freunde gefunden, mit anderen habe ich allerdings kaum geredet.

Leben in der Gastfamilie oder im Internat: Was ist ganz anders als zu Hause?

Ganz anders als zuhause war nicht wirklich viel. Es gibt ein paar Regeln wie, dass man sich immer nach dem Essen mit "Tack för maten" bedankt, immer und überall die Schuhe auszieht bevor man ins Haus geht und, wenn man irgendwo eingeladen ist immer etwas kleines mitbringt. Jetzt ist es ja nicht so, dass man das in Deutschland nicht macht, aber in Schweden ist es wirklich sehr sehr unhöflich, wenn man das nicht macht.

Bei mir war noch anders, dass meine Familie sonntags in die Kirche gegangen ist, was allerdings in Schweden auch eher unüblich ist.

Man kommt halt wirklich in eine fremde Familie, aber wenn man offen für alles ist, sollte man wirklich ein Teil von ihr werden.

Wie hast du die außerschulische Zeit verbracht?

Außerhalb der Schule hatte ich Klavier unterricht und ich habe mich mit Freunden getroffen. Zuhause, in Cafés oder auch in der Kirche.

Ich bin viel in Schweden rumgereist in den Ferien oder an Wochenenden und habe andere Austauschschüler, die ich kennengelernt habe, besucht,

und ansonsten war ich viel draußen (joggen, spazieren) oder hab es mir vorm Kamin gemütlich gemacht. Hehe :)