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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Jessica Saier
Alter:
24
aus:
Schifferstadt
Hintergrund:
Studentin an der FH Ludwigshafen
Praktikum:
5 Monate
Im Ausland:
2006
Praktikumsort:
Australien
Unternehmen:
Accor Hotels
Branche:
Hotellerie, Gastronomie

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Jessica Saier:

 

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich arbeite für die Accor Hotels am Darling Harbour (Novotel, Ibis, Mercure, Summit Restaurant) und bin somit in der Hotel- / Restaurantbranche. Das Unternehmen ist ein Mitglied der Accor Hotel Gruppe und ist aufgrund dessen und auch durch seinen Standort ein sehr starker Konkurrent in der Hotelindustrie vor Ort. Ich arbeite in der Personalabteilung, welche zuständig ist für insgesamt 450 Mitarbeiter der oben genannten Einheiten.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Ich arbeite von Montag bis Freitag täglich 8 Stunden (8:30 bis 17:00).

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Als erstes checke ich morgens meine Emails (Arbeitsaufträge / Anfragen meiner Kollegen). 9:00 ist tägliche Abteilungsbesprechung mit vier weiteren Kolleginnen (Absprachen / Informationsaustausch / Verteilung von Aufgaben die zu erledigen sind). Neueingestellte Mitarbeiter treffen an Ihrem ersten Arbeitstag meistens vormittags bei uns ein. Ich gehe dann mit ihnen ihr Starterpack durch, das sie ausfüllen müssen, bevor sie anfangen können zu arbeiten. Inhalt sind Arbeitsvertrag, Aufgabenbeschreibung, Steueranmeldung, staatliches Rentenfondsformular, Arbeitsrichtlinien zu den Themen Kleidung, Beschwerden, Belästigung, Mobbing, des weiteren Bankverbindung und Ausweis bzw. Visum. Immer wiederkehrende Tätigkeiten sind:

 

- Vorbereitung von Starterpacks, siehe o. g. Formulare inkl. Arbeitsvertrag

- Personalakten der Neueinstellungen auf Vollständigkeit kontrollieren

- Versand der Rentenfondsformulare sowie Steueranmeldung

- Visa auf Richtigkeit online überprüfen

- Aushang interner Vakanzen sowie Informelles an den schwarzen Brettern

- Telefonanrufe tätigen, um die in Bewerbungen angegebenen Referenten anhand eines vorgefertigten Fragebogens zu befragen

- Aktenablage

- Absageschreiben versenden und ausgeschiedene Mitarbeiter erfassen, Akten transferieren

- Herausgabe von Formularen an Mitarbeiter

- Beantwortung von Fragen von Mitarbeitern

- Erfassen von absolvierten internen Seminaren und Verteilung der Zertifikate

- hin und wieder Teilnahme an Vorstellungsgesprächen

 

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Uneingeschränkt positiv! Ich erfahre nur positive Reaktionen seitens meiner Abteilungskollegen sowie auch von Kollegen aus anderen Abteilungen bezüglich meiner Nationalität sowie meiner Person. Die Australier wissen es sehr zu schätzen, dass man seine Heimat hinter sich lässt um eine andere Sprache zu vertiefen und sich persönlich weiterzuentwickeln. Ich habe relativ viel Kontakt zu den Abteilungsleitern der anderen Abteilungen aufgrund deren Personalverantwortung und fühle mich dabei durchweg als ernst genommene Persönlichkeit. Mir wird sehr viel eigenverantwortliches Arbeiten zugestanden und ich werde als volles Teammitglied mit eigener Meinung behandelt. Ich wurde von Anfang an voll involviert und überall vorgestellt. Ich durfte von Anfang an teilnehmen an Mitarbeitersportveranstaltungen, Personalabteilungskonferenzen mit anderen Hotels der Accor Gruppe in Sydney, erhielt eine Einladung zur Weihnachtsfeier sowie zum Abschiedsessen von einer Kollegin.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Ich habe keinen Sprachkurs absolviert, sondern direkt mit dem Praktikum angefangen, welches fünf Monate lang ist.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Es ist hier (überall in Australien, in jedem Unternehmen) üblich, dass man sich nur mit Vornamen anspricht, was die Atmosphäre meiner Meinung nach sehr viel freundlicher macht. Ansonsten sollte man sich nicht sofort beschweren, wenn mal etwas mehr zu tun ist oder es mal hektisch wird. Meinem Empfinden nach mögen das die Australier nicht so. Im Gegenzug dafür erhält man sehr viel positives Feedback, wenn man stets freundlich und aufgeschlossen ist. Man erhält positive Resonanzen und sehr viel Lob, wenn man seine Arbeit gut und ordentlich macht, was bei mir eine stark motivierende Wirkung hat.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich werde vor allem versuchen, diese grundlegend positive Lebenseinstellung und den Optimismus beizubehalten. Wenn ich mich zurückerinnere an meine jahrelange Berufstätigkeit und daran, über was sich meine Kollegen und auch Kunden in Deutschland teilweise aufgeregt bzw. beschwert haben, kommt mir das plötzlich völlig kleinlich vor.