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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Antje
Alter:
28
aus:
Berlin
Hintergrund:
BWL Studium, Diplomarbeit zu Intercultural Communication im Managementbereich
Sprachkurs:
4 Wochen
Im Ausland:
2006
Praktikumsort:
Sydney, Australien
Unternehmen:
Recruiting Unternehmen Advantage Partnership in Sydney
Branche:
Personalvermittlung

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Antje:

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Angefangen habe ich mit simpler Dateneingabe, Kennenlernen der Datenbank und der Suche nach bestimmten Kandidaten mit entsprechenden Faehigkeiten oder Erfahrungen. Spaeter wurde ich mit dem SetUp einer neuen Datenbank basierend auf Microsoft Access beauftragt. Als ich nach 2-3 Tagen alleiniger Programmierarbeit mir anfing Sorgen zu machen, ob mich das weiterbringt (ich konnte zwar nuetzliches leisten aber meine Sprachkenntnisse und auch keine anderen Kenntnisse verbessern), wurde das hier ohne mein Zutun schnell erkannt und ich wurde mit einem Telefonjob betraut, vor dem mir echt graute.

Das schlimmste war, dass ich gleich mit Kaltacquise beginnen musste und das Hotel Intercontinental (den Human Resource Manager dieses 5-Sterne-Hotels) anrufen, ihm die Vorteile der Zusammenarbeit mit Advantage Partnership schmackhaft machen musste und ein Treffen mit meinem Chef erzielen sollte. Was mir kurioser Weise (alle waren ueberrascht, besonders ich) spontan gelungen ist. Zum Dank (oder warum auch immer) sollte ich dann am naechsten Tg zu diesem Termin mitkommen, konnte gluecklicherweise sogar ein paar wichtige Fragen stellen, habe aber nur die Haelfte des ganzen Gespraeches verstanden – niemand hats gemerkt, da ich sehr interessiert und wissend gucken kann ;-).

Nach diesem Termin war ich also mit meinem ersten Projekt beauftragt: mit diesem Mann in Kontakt bleiben, potentielle Kandidaten/ Arbeitnehmer aus unserer Datenbank finden, deren Lebenslaeufe bearbeiten (schoen machen und Kontaktinformationen, wie Telefonnummer und Nachname rausnehmen), diese anrufen und fragen, ob sie an der jeweiligen Position interessiert sind und falls ja (was leider nur sehr selten der Fall war) deren Resume an HRM schicken. Im Falle einer positiven Auswahl von seitens des HR Managers soll ich dann ein gemeinsames Vorstellungsgespraech organisieren und dabei auch teilnehmen (wahrscheinlich mit meinem Chef zusammen).

Gestern war ich mit bei einem Termin mit dem HRM von Samsung, der in diesem abgeworben werden sollte, was meinem Boss auch recht gut gelang... unheimlich interessante Persoenlichkeit und Gespraech. Danach musste ich leider seinen 10-Seiten-langen Lebenslauf in unsere Datenbank eingeben, was nur halb so viel Spass gemacht hat. Aber ich haeb gleich mal einen Eindruck bekommen, wie ein wirklich professioneller Lebenslauf aussieht und was man so machen kann oder muss um so eine Stelle zu bekommen, was meinem obersten Traum entspricht.

Morgen muss / darf ich mit zu einem Termin mit einem Unternehmen, welches uns beauftragt hat, Controller ausfindig zu machen. Dafuer muss ich leider wieder um 8 im Buero sein, um diesen Termin vorzubereiten, aber ich kann dann auch persoenlich Rede und Antwort stehen.

Zusammenfassend kann ich die Arbeit hier als sehr abwechslungsreich beschreiben. In Ergaenzung zu den oben beschriebenen Taetigkeiten erledige ich manchmal Behoerdengaenge (z.B. erledigen wir auch fuer manche Unternehmen Visa-angelegenheiten und ich gehe sehr gerne zum Immigrationsbuero und streite mich mit denen, das liegt in meiner deutschen Kultur) oder arbeite neue „work experience“ Leute ein, schreibe nebenbei Artikel ueber interkulturelle Unterschiede oder Zusammenarbeit fuer die Unternehmenszeitung, helfe beim Design der Unternehmensanzeige/-werbung und muss leider mithelfen, Werbesprueche bzw. „interessante“ Kandidatenanpreisungen zu entwickeln, was mir echt schwerfaellt, weil die Japaner (die unsere Zielgruppe sind) ganz andere Dinge interessant finden als wir.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Es gibt es sehr viele „work experience“ Leute (anfangs 9, zur Zeit nur 4): aus verschiedenen Laendern (gluecklicherweise keine Deutschen, fast nur Asiaten, mit denen man aber super zusammen arbeiten kann und die sehr gleucklich sind, wenn man Ihnen hilft) Die meisten sind hier um ihre Computer / Anwendungssoftware-faehigkeiten zu verbessern, was mir hier eine Art Expertenrolle verschafft und mir als einzige die Moeglichkeit gibt, das wirkliche Rekrutinggeschaeft kennenzulernen. Die 4 Festangestellten sind ebenfalls super nett und immer sehr hilfsbereit. Mein Boss – ein Japaner – ist mit seinem Festangestellten wohl sehr sehr streng und mehr und mehr versucht er auch mich zu fordern, was mir jedoch nicht so unangenehm ist wie allen anderen, da ich ein bisschen Druck und Stress brauche, um motiviert und ja nicht gelangweilt zu bleiben. Mal sehen, wie ich in einem Monat darueber denke.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Nach noch nicht einmal 3 Wochen Praktikum kann ich mittlerweile fast alles sehr gut verstehen. Ausserdem bin ich sehr viel selbstbewusster am Telefon geworden, was natuerlich auch auf die Routine zurueckzufuehren ist. Ausserdem habe ich bereits sehr viele Emails und formelle Briefe schreiben muessen, die natuerlich immer nochmal gegengelesen und IMMER korrigiert werden, wobei ich natuerlich sehr viele sprachliche Feinheiten mit bekomme, die ja gerade im geschaeft sehr wichtig sind. Ausserdem muss ich an dieser Stelle erwaehnen, dass ich mehr und mehr lerne und lernen muss, den richtigen Ton und eine viel persoenlichere Schreibweise anzuwenden. Was viel schwerer ist, als ich dachte. (ich dachte immer, ich waere super nett und hoeflich – leider bin ich fuer die Aussies immer noch zu formell, besonders wenn es ums Geschaeft geht)