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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Jenny
Alter:
27
aus:
Jena
Hintergrund:
Jurist vor dem Referendariat
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
3 Monate
Im Ausland:
2012
Praktikumsort:
Sydney, Australien
Unternehmen:
Anwalt für Migrationsrecht und Strafrecht
Branche:
Jura

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Jenny:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich habe in Sydney für einen Agenten im Migrationsrecht gearbeitet. Dieser war früher im Strafrecht spezialisiert und hat mich an verschiedene Anwälte vermittelt, da mein Schwerpunkt ebenso das Strafrecht ist. Ich habe für 2 verschiedene Anwälte im Strafrecht gearbeitet und auch mehrere Wochen für den Agenten im Migrationsrecht.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Meine tägliche normale Arbeitszeit betrug meistens 7,5 Stunden und eine Stunde Mittagspause. Dies sind die normalen Bürozeiten. Meistens geht es früh um 9 los und Ende ist so gegen 17:30 Uhr. Allerdings habe ich auch bei einem Prozess im Gericht assistiert wo meine Arbeitszeit von 10 - 16 Uhr ging. Manchmal ging es dann auch länger, da noch irgendwelche Termine anstanden. Demnach ist es schon vorgekommen, dass ich bis 19:30 gearbeitet habe, was aber nicht die Regel war.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Es ist schwer einen typischen Arbeitsalltag zu beschreiben, da ich wie schon oben beschrieben für mehrere Anwälte gearbeitet habe. Allgemein gesprochen habe ich bei Gesprächen mit Klienten assistiert, Visa-Formulare bearbeitet, Büroarbeiten erledigt aber auch bei Gericht Aufzeichnungen für das Plädoyer gemacht. Es war die gesamten 12 Wochen sehr abwechslungreich und jeder Tag aufs Neue eine Herausforderung. Langweilig geworden ist es also nie...

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Der Umgang mit mir als Praktikantin war allgemein sehr locker. Da ich aber auch mit anderen Praktikanten zu tun gehabt habe, hat das nichts mit mir als Praktikantin aus Deutschland zu tun. Allerdings kann ich bestätigen, dass wir Deutschen im Ausland - auch in Australien - einen sehr guten Ruf genießen. Wir werden als sehr organisiert, durchdacht und pflichtbewusst eingeschätzt.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Der Sprachkurs war für mich eher zur Auffrischung meines Englisch gedacht, da ich in der Schule 8 Jahre Englisch-Unterricht hatte. Allerdings war dies zu der Zeit auch schon 8 Jahre her. Der Sprachkurs hat mir persönlich meine Hemmung genommen Englisch zu reden und mit Leuten in Kontakt zu kommen. Allerdings hätten 4 Wochen nicht gereicht, wenn meine Vorkenntnisse eher schlecht gewesen wären. Der Sprachkurs ist ein fortlaufender Sprachkurs, in welchem man an einer Stelle einsteigt und dann die Themen, welche gerade behandelt werden lernt. Dies nimmt auf jeden Fall die Hemmung des Sprechens, weil der Sprachkurs viel aus Gruppenarbeit, Spielen und Fragen und Antworten besteht.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Der größte Unterschied welcher mir aufgefallen ist, war die lockere Umgangsart auch mit dem Vorgesetzten. Zwar steht Respekt an erster Stelle, allerdings pflegen die Australier trotzdem einen entspannteren Umgang untereinander. Auch geht man zusammen essen und plaudert dabei über private Angelegenheiten. Dresscode ist Pflicht. D.h. gerade im Büro, bei Klientengesprächen und vor allem vor Gericht bitte immer im Business-Kostüm!!!

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Es ist glaube ich schwer die australische Mentalität mit der von uns Deutschen auch nur annäherungsweise zu vergleichen. Allerdings versuche ich mir diese Lockerheit, welche ich in Australien mitbekommen habe, mir auch in Deutschland sofern es möglich ist zu bewahren.