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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Carsten
Alter:
26
aus:
Trier
Hintergrund:
studiert Umweltwissenschaften
Sprachkurs:
3 Wochen
Praktikum:
5 Wochen
Im Ausland:
2009
Praktikumsort:
Galapagos Inseln, Ecuador
Unternehmen:
Nationalpark der Galapagos Inseln
Branche:
Umweltschutz

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Carsten:

In welchem Unternehmen haben Sie Ihr Praktikum in Ecuador gemacht?

Ich habe im Nationalpark Galapagos gearbeitet und zwar auf der größten Insel Isabella. Die Mitarbeiter des Nationalparks kümmern sich um den Schutz und die Pflege der Fauna und Flora der Galapagosinseln und teilweise auch um die Touristen auf den Inseln.

In welcher Abteilung werden Sie eingesetzt?

Ich habe im Nationalpark Galapagos auf der Insel Isabella hauptsächlich im „Vivero forestal“ (Pflanzenschule) gearbeitet. Unsere Aufgabe bestand zum Beispiel darin Pflanzen gegen die Desertifikation zu pflanzen oder eingeführte Pflanzen zu entfernen. Des weiteren habe ich auch in der Aufzuchtsstation der Riesenschildkröten (Centro de Crianza de las tortugas gigantes)gearbeitet und dort bei Fütterung, Säuberung der Behältnisse, Zählung und Kennzeichnung der Schildkröten und Betreuung der Touristen geholfen. Einige Male habe ich mit den Mitarbeitern des Parks Ausflüge in abgelegener Bereiche des Nationalparks zu Fuß und auch mit dem Boot gemacht und dort die Tiere beobachtet.

Wie viele Stunden täglich arbeiten Sie?

Ich habe täglich im Durchschnitt etwa 7 Stunden gearbeitet. Vormittags habe ich von 7 Uhr bis 12 Uhr gearbeitet, dann gab es eine etwa 2-sündige Mittagspause und nachmittags dann noch mal von 2 Uhr bis kurz nach 4 Uhr. Die 2stündige Mittagspause war aufgrund der mitunter sehr starken Hitze mittags aber auch notwendig. Am Wochenende (Samstag und Sonntag) habe ich nicht gearbeitet.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Also morgens um 7 Uhr haben wir mit der Arbeit begonnen, was auch sehr gut war, da es um die Zeit noch nicht so heiß war und man gut arbeiten konnte. Dann habe ich hauptsächlich im „Vivero Forestal“ oder im „Centro de Crianza de las tortugas gigantes“ gearbeitet. Teilweise habe ich aber auch Ausflüge zu anderen Ecken der Insel mitgemacht. Von 12 Uhr bis kurz nach 2 Uhr war dann Mittagspause, wo man sich am besten ein Plätzchen im Schatten gesucht hat. Von 2 Uhr bis kurz nach 4 Uhr habe ich dann noch nachmittags gearbeitet. Danach habe ich mich dann erst ein bisschen am Strand ausgeruht.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Meine Kollegen haben mich eigentlich alle sehr nett aufgenommen. Man muss aber dazu sagen, dass die Leute dort schon ein eigener Menschenschlag sind. Sie sind teilweise sehr ruhig, aber waren nie unfreundlich zu mir. Man muss mich erst einmal auch an deren Arbeitsweise gewöhnen. Es geht alles viel langsamer und es wird alles nicht so verbissen gesehen wie in Deutschland.

Wie schätzen die Bedeutung des Sprachkurses vor dem Praktikum ein?

Der etwa dreiwöchige Sprachkurs war für mich sehr wichtig um dir Grammatik wieder aufzufrischen und insbesondere das Spanisch sprechen deutlich zu verbessern. Ich hatte zwar 2 Semester Spanisch in der Uni, aber dort wurde nur Grammatik im Schnellverfahren vermittelt und bei einem Kurs mit einer Lehrerin und etwa 60 Studenten kam es so gut wie zu keiner Konversation. Es war sehr wichtig, dass ich in Quito Einzelunterricht hatte, so dass meine Lehrerin sehr gut auf meine sprachlichen Schwächen eingehen konnte. Meiner Lehrerin muss ich ein sehr großes Lob aussprechen, da ich bei ihr sehr viel gelernt habe, sie sehr herzlich war und bei 4 Stunden Kurs am Stück eigentlich nie Langeweile aufgekommen ist aufgrund ihres abwechslungsreichen Unterrichts. Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich ohne diesen Sprachkurs einige Mühe auf den Galapagosinseln gehabt hätte, da der Großteil der Mitarbeiter im Nationalpark nur Spanisch spricht.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag in Ecuador schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Also alles in allem hat mir die Arbeit in Ecuador sehr viel Spaß gemacht. In Sachen Dresscode gab es keine Vorschriften. Hauptsache man wählt die Kleidung so, dass man mit der teilweise extremen Hitze klarkommt. Meinen Chef konnte ich immer ansprechen, war immer sehr freundlich und konnte sehr gut Englisch. Die anderen Mitarbeiter waren teilweise etwas verschlossen. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass dies negativ gegenüber mir gemeint war. Die Leute arbeiten dort sehr viel langsamer (was aber auch an der Hitze liegen kann) und sind viel weniger gestresst als in Deutschland. Also man darf nicht versuchen die deutschen Arbeitsgewohnheiten dort anzuwenden, sondern man muss sich anpassen.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant in Ecuador nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich sehe mein Studium und meine Arbeit hier in Deutschland jetzt viel gelassener, da ich gesehen habe mit welchen schwerwiegenden Problemen die Leute in Ecuador zu kämpfen haben. Es hat mir alles sehr viel Spaß dort gemacht und es war eine schöne Erfahrung, die ich nicht missen möchte und die ich jedem empfehlen kann.

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