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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Eileen
Alter:
29
aus:
Berlin
Hintergrund:
Studium Lateinamerikanistik, Spanisch und Politikwissenschaft
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
8 Wochen
Im Ausland:
2005
Praktikumsort:
London, England
Unternehmen:
Londoner PR Agentur

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Eileen:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

In einer Public Relatitions Company, MRA – PR, einer kleinen Agentur, die sich auf professionelle Make-up Produkte und Kosmetik spezialisiert hat und unter anderem Iman, Magic Tan und Dr.Bauman promotet. Dabei arbeitet sie mit großen Magazinen wie Glamour, InStyle und Elle zusammen. Agenturchef Mark Smith wurde als bester PR-Agent ausgezeichnet und ist auch als PR Lehrer tätig

In welcher Abteilung werden Sie eingesetzt?

Wegen der begrenzten Anzahl von Mitarbeitern (3) kann man kaum von Abteilungen sprechen. Ich werde in erster Linie vom Boss mit Aufgaben versorgt, erledige aber auch Tätigkeiten für die beiden anderen Mitarbeiterinnen.

Wie viele Stunden täglich arbeiten Sie?

Wie alle anderen auch exakt sieben Stunden. Die Mittagspause von einer Stunde nutzt zwar niemand ganz aus, aber jeder kann sich Tee oder Kaffee kochen so oft er will und punkt sechs schließt der Chef hinter uns ab. Allerdings werden viele Kundengespräche auch ins Pub verlegt oder bei einem gemeinsamen Frühstück vor der eigentlichen Arbeit erledigt.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Ich bin vor allem für Mailings, also das Versenden von Press Releases und Samples, für Cuttings und das Zusammenstellen der Pressereferenzen sowie für das Recherchieren und Zusammenstellen neuer Kontaktadressen zuständig. Außerdem bearbeite ich die PR-Reviews die detailliert auflisten, welche Tätigkeiten die Agentur für den Kunden erledigt und wie viel Zeit diese in Anspruch nehmen. Ich hatte auch schon die Ehre als Modell bei einem Fotoshooting fuer das Red-Magazine teilzunehmen (es ging um die ersten FältchenJ) und konnte so hinter die Kulissen des Fashion-Business schauen. Mein Boss Mark antwortet mir geduldig auf alle Fragen und ermoeglicht mir einen guten Einblick in die Gepflogenheiten und Prozesse, die im PR Bereich ablaufen.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Gewöhnungsbedürftig. Ich wurde bisher weder gefragt, was ich eigentlich in Deutschland mache, noch wieso ich hier bin oder ob ich gut untergekommen bin. Private Angelegenheiten bleiben komplett außen vor und ein starker Konkurrenzdruck (vor allem unter Frauen!) ist mir aufgefallen. Eine Freundin aus Polen die ebenfalls im PR Gebiet arbeitet berichtete, sie habe erst nach vier Monaten die erste Einladung auf einen Feierabenddrink bekommen. Das scheint also so üblich zu sein, dennoch fühlt man sich dadurch manchmal ein wenig einsam.

Wie schätzen die Bedeutung des Sprachkurses vor dem Praktikum ein?

Der Sprachkurs war phantastisch um wieder in die Sprache reinzukommen (und in die Grammatik!). Außerdem sind an der Regents School wunderbare Freundschaften entstanden, die man auch während des Praktikums noch genießen kann. Und die Freizeitprogramme sind super!

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

In meiner Agentur (jedoch bestimmt nicht im Zentrum oder Westend) kann jeder anziehen was er will. Meinen Anzug habe ich also umsonst mitgebracht. Durch das „you“ und die Benutzung von Vornamen scheint der Umgang mit Vorgesetzten auf den ersten Eindruck unkomplizierter, aber letztlich ist der Chef eben der Chef, egal wie man ihn anredet.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich hoffe, dass ich mein PR –Praktikum in London in irgendeiner Weise mit meinem exotischen Lateinamerikanistik MA verbinden kann. Falls nicht, ist das auch egal, dann war es zumindest eine super Möglichkeit mein Englisch aufzufrischen und den britischen Arbeitsalltag kennen zu lernen.