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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Sarah
Alter:
20
aus:
Berlin
Hintergrund:
Abiturientin mit 4-monatiger Ausbildung in Graphic/Webdesign
Sprachkurs:
4 Wochen
Praktikum:
2 Monate
Im Ausland:
2007
Praktikumsort:
London, England
Unternehmen:
Superchrome Ltd
Branche:
Grafik & Design
Kontakt:
sarah_barke@web.de

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Sarah:

 

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich arbeite in einer Firma die hauptsaechlich grossformatige Printauftraege erhaelt. Es ist ein relativ kleines Unternehmen das mehrere kleine Auftraege im Laufe des Tages erhaelt. Sie drucken zum Beispiel grossformatige Banner, Messestandsplakate und vieles im digitalen Bereich fuer Museen, grosse Firmen oder Privatleute.

Ich bin fuer das Design zustaendig und entwickle ein Corporate Design fuer die Firma (Briefkoepfe, Visitenkarten, Order Forms). Ausserdem habe ich den Auftrag erhalten, den Firmenwagen zu designen. Andere Aufgaben sind zum Beispiel Logos fuer verschiedene Webseiten zu erstellen oder vorgebene Logos zu bearbeiten.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Mein Arbeitstag beginnt um 9 Uhr und endet meist zwischen 16.30 und 17.00 Uhr, je nachdem wie viel Arbeit am Tag ansteht.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Ich komme um 9 Uhr zur Arbeit und wir beginnen den Tag immer mit einer Tasse Tee (natuerlich „the british way“ mit Milch). Dann arbeite ich entweder an einem aktuellen Projekt weiter oder erhalte vom Boss eine neue Aufgabe. Gegen Mittag ist Lunchtime, wobei jeder selbst entscheidet, wann er Pause macht und auch die Laenge der Pause ist nicht festgelegt, doch in etwa eine Stunde. Ich arbeite die meiste Zeit selbststaendig an meinem Computer mit den Grafikprogrammen Photoshop und Freehand, es wurde mir aber ueberlassen mit welchen Programmen ich arbeiten moechte.

Manchmal arbeite ich mit einer anderen Praktikantin zusammen und wir helfen uns gegenseitig bei manchen Programmen. So habe ich zum Beispiel angefangen ein bisschen ueber das Programmieren mit HTML zu lernen (mit dem Programm Dreamweaver) und ich helfe ihr wenn sie Animationen mit Flash fuer Webseiten erstellen moechte.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Ich hatte am Anfang das Gefuehl, dass der Boss mich in eine „faule-Praktikanten-Schubalde“ stecken wollte, aber nachdem wir ein Gespraech hatten und ich mich ein bisschen bewiesen habe, ist das Verhaeltnis sehr gut und ich habe mit der Zeit interessantere Aufgaben erhalten. Mit den anderen Kollegen habe ich mich von Anfang an sehr gut verstanden und ich wurde sehr herzlich empfangen. Die Arbeitsatmosphaere ist sehr entspannt und es macht auf jeden Fall Spass hier zu arbeiten.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Zu Anfang war ich sehr enttauscht von dem Sprachkurs, da ich in eine Gruppe mit angeblich hohem Level an Sprachkenntnissen kam, jedoch das Gefuehl hatte, dass ich sehr unterfordert werde und nichts wirklich Neues lerne.

Nach einer Woche kam ich schliesslich mit ein paar anderen Leuten in eine kleine „upper intermediate“ Gruppe und hatte eine deutlich qualifiziertere und motiviertere Lehrerin, die sehr bedacht auf unseren Fortschritt war. Somit habe ich die naechsten 3 Wochen meines Sprachkurses sehr genossen und hatte das Gefuehl, dass ich immer noch sehr viel mehr lernen konnte und an meinen Schwaechen gearbeitet wurde.

Die Lehrer an der Sprachschule waren immer offen fuer neue Themen und Vorschlaege und waren interessiert daran, einen Fortschritt bei jedem einzelnen zu erreichen. Waehrend des Nachmittagsunterrichts wurde ueber verschiedene Themen diskutiert, wobei das Level im Nachmittagsunterricht gemischt war, was manchmal zu Problemen bei der Kommunikation fuehrte.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Da ich noch nie wirklich in einer deutschen Firma gearbeitet habe, kann ich nicht wirklich etwas ueber Unterschiede sagen. Diese Firma scheint jedoch sehr entspannt zu sein und es existieren keine strengen Do’s and Dont’s. Es ist selbstverstaendlich dass jeder im Team ab und zu mal Kaffee oder Tee kocht oder den Muell rausbringt und auf ein wenig Ordnung achtet. Einen Dresscode gibt es nicht wirklich. Natuerlich achtet jeder darauf, dass er ein gepflegtes Erscheinungsbild hat aber es gibt keine Regeln wie „immer in Anzug und Krawatte“. Jeans sind erlaubt und jeder darf tragen, worin er sich wohl fuehlt. Dadurch dass dies eine relativ kleine Firma ist herrscht auch eine persoenliche Atmosphaere, so nennt sich zum Beispiel jeder beim Vornamen.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Durch die Arbeit hier habe ich erkannt, dass mir Grafikdesign sehr liegt und dass sich meine weitere Ausbildung auf jeden Fall in diese Richtung orientieren wird. Aber ausserdem habe ich auch einen Einblick in die Arbeitswelt erhalten und dieses Praktikum hat mir mehr Selbstvertrauen im Hinblick auf die Arbeit im Team und in einer Firma gegeben.