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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Adina Pannicke
Alter:
22
aus:
Berlin
Hintergrund:
Kulturwirtschaft-Studentin
Sprachkurs:
2 Wochen
Praktikum:
6
Im Ausland:
2008
Praktikumsort:
London, England
Unternehmen:
Cubaism Ltd
Branche:
Tourismus
Kontakt:
adina.pannicke@gmx.de

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Adina Pannicke:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Cubaism Ltd ist ein Reiseveranstalter, der sich auf Kuba spezialisiert hat. Reisen können ausschließlich online auf einer der 50 Websites gebucht werden. Es gibt ein Büro in London und eins in Havanna und über viele Kontakte und kubanische Partnerunternehmen vermittelt Cubaism alle denkbaren Produkte für eine gelungene Kubareise - internationale und nationale Flüge, Hotels, Mietwagen, Spanisch- und Salsakurse, Bücher, Magazine, Landkarten, Visas, etc etc. Die Kunden kommen aus aller Welt.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

von 9 bis zwischen 17.00 und 18.00h, in Ausnahmefällen mal länger

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Da es sich um eine sehr kleine Firma handelt, war ich ganz alleine für die Bereiche Flüge und Autovermietung verantwortlich. Ich hatte meinen eigenen Computer mit eigener Email-Adresse und fing morgens an, die besonders wichtigen Emails zu beantworten, im Laufe des Tages dann die restlichen. Dazu gehörte, allgemeine Anfragen zu beantworten, Reservierungen in unserem Reservierungssystem vorzunehmen, Beschwerden entgegenzunehmen, sich mit unseren kubanischen Partnerunternehmen in Verbindung zu setzen, um Bestätigungen für Reservierungen einzuholen oder ggf. Unstimmigkeiten zu beseitigen. Wenn ich eine Bestätigung aus Kuba erhalten hatte, berechnete ich den Betrag und buchte ihn vom Konto des Kunden ab. Außerdem war ich allein für die Beantwortung des Telefons zuständig. Ich hatte eine Stunde Mittagspause, die ich meist gegen 13.00h mit den anderen Praktikanten nahm. Meine Zeit konnte ich mir im Prinzip völlig selbst einteilen.


Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Da das Unternehmen sehr international war (die Angestellten und Praktikanten kamen aus allen möglichen Ländern in und außerhalb Europas) war ich als ausländische Praktikantin keine Besonderheit. Dadurch, dass es keine anderen Deutschen gab, war ich (glücklicherweise) auch gezwungen, englisch/ französisch zu reden. Nach einer Eingewöhnungsphase, in der uns das System erklärt wurde, wurden wir mehr oder weniger wie richtige Angestellte behandelt, da wir nicht nur jemandem assistierten, sondern unsere eigenen Bereiche im Unternehmen hatten und völlig eigenständig und unkontrolliert arbeiten konnten. Wenn einer der Praktikanten einen Fehler machte, konnte das dafür erheblich schlimme Auswirkungen für das Unternehmen haben.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Über den Sprachkurs kann ich leider nicht viel Positives berichten. Obwohl ich in der obersten Niveaustufe eingeteilt war, war das Niveau erschreckend niedrig. Die Teilnehmer hatten große Probleme, aber auch die Lehrerin war zwar freundlich, aber unkompetent.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

In der Londoner U-Bahn sind mir und auch meinen Freunden die erstaunlich vielen Menschen mit Anzügen und besonders schicker Arbeitskleidung aufgefallen, woraus ich schließen würde, dass der Desscode in London wesentlich schicker ist als in Deutschland. Dies könnte natürlich auch daran liegen, dass Geschäftsleute in Deutschland häufiger mit dem Auto fahren, was in London verkehrstechnisch zu den Stoßzeiten kaum möglich ist.

In meiner Firma gab es keinen Dresscode, jeder zog normale Kleidung an, außer wenn Geschäftspartner erwartet wurden.

Da ich in einem vergleichbaren Unternehmen vorher noch nicht gearbeitet hatte, kann ich zu Unterschieden im Verhalten ansonsten keine Angaben machen.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Obwohl ich schon recht gut englisch konnte, habe ich auf jeden Fall gemerkt, dass ich vor allem meine mündlichen Fähigkeiten stark verbessert habe. Gute Engischkenntnisse werden mir nun zunächst an der Uni, aber auch später im Beruf und auch in der Freizeit immer von Vorteil sein. Außerdem plane ich noch weitere Praktika und werde die Erfahrungen aus meiner Tätigkeit gut gebrauchen können. Da ich nun Kulturwirtschaft studiere, war gerade der Einblick in einer neue Kultur und in das Wirtschaftsleben sehr wichtig und interessant für mich. Speziell die Arbeit im Tourismus hat sich für mich als sehr interessant bestätigt und ich könnte mir gut verstellen, in diesem Sektor später zu arbeiten.