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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Svenja Borghans
Alter:
24
aus:
Herzogenrath
Hintergrund:
Abgeschlossene Ausbildung zur Staatlich geprüften gestaltungstechnischen Assistentin (GTA) 2008
Sprachkurs:
2 Wochen
Praktikum:
2 Monate
Im Ausland:
2008
Praktikumsort:
London, England
Unternehmen:
Goddard Delaney
Branche:
Grafik & Design

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Svenja Borghans:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Goddard Delaney (Creative Marketing Consultants) ist ein kleines 3-Personen Unternehmen bzw. eine Agentur, die sich mit Marketing und Grafikdesign befasst.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

Mein Arbeitstag begann immer um 9.30 Uhr und endete um 17.00 Uhr. Dazwischen wurde ab 13.00 - 14.00 Uhr Mittagspause gemacht.

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Um 9.30 Uhr fing der Arbeitstag an und sofern ich bereits eine Aufgabe hatte, an der ich arbeiten konnte, setzte ich mich umgehend an den Schreibtisch und fing an. Im Velaufe des Tages sprach ich zwischendurch mit der Kollegin, die mich betreute und die mir Aufgaben zuteilte, meinen Arbeitsfortschritt durch und korrigierte gegebenenfalls etwas nach ihren Vorstellungen. Das letzte Wort hatte dann immer die Chefin. Allgemein gesehen konnte ich sehr frei und selbstständig arbeiten und wurde von 1. Tag an gut mit einbezogen. Ich erstellte zum Beispiel für Juli und August je einen Newsletter für die Firma BNI Runnymede, der sofort nach Fertigstellung gedruckt und verschickt wurde. Für die gleiche Firma habe ich außerdem einen Messebanner erstellt. Gegebenenfalls musste ich auch Telefonate annehmen.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Ich bin auf sehr viel Interesse an meinem Heimatland und Deutschlands Kultur bzw. Esskultur gestoßen und wurde sehr freundlich aufgenommen.

Leider gab es aber später Probleme was meine Beurteilung betraf. Bevor mein Praktikum endete, bat ich um meine Beurteilung und man versicherte mir, sie würde an meinem letzten Tag fertig sein. Leider hatte die Kollegin meine Beurteilung dann aber nicht fertig, versprach mir aber sie mir zuzuschicken. Ich wartete etwa eine Woche ab, erhielt aber weder per Email noch per Post meine Beurteilung. Ich schrieb einige Emails mit der Bitte sie mir zuzusenden, da ich sie für meine Bewerbungsunterlagen benötigte, erhielt aber keine Antwort. Ungern wandte ich mich an meine Betreuerin von der Sprachschule und bat sie um Hilfe. Sie kontaktierte Goddard Delaney für mich und noch am selben Tag erhielt ich eine PDF mit meiner Beurteilung, zunächst aber mit einer weniger freundlichen Nachricht, in der man mir mitteilte man hätte nicht gewusst es sei so dringend, obwohl ich in meinen Emails mehrmals darauf hingewiesen hatte. Das fand ich leider sehr unfair und unprofessionell. Die Gründe, warum ich fast 3 Wochen auf die Beurteilung warten mussten, waren sehr vage und klangen nach Ausreden. Obwohl mir das Praktikum viel Spaß gemacht hat und ich die Kollegen alle sehr mochte, hinterlässt das leider einen bitteren Nachgeschmack.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

Der Sprachkurs hat mir geholfen noch einige sprachliche Feinheiten zu lernen, die mir bisher unbekannt waren, diente, bei mir persönlich, aber hauptsächlich dazu Kontakte mit anderen zu knüpfen, die aus ähnlichen Gründen wie ich in London waren. So war es mir möglich Menschen aus der ganzen Welt kennen zu lernen und auch meine Sprachkenntnisse haben sich überwiegend dadurch verbesert, dass ich gezwungen war mit den anderen auf Englisch zu kommunizieren. Deutsche waren nicht im Kurs, das gefiel mir persönlich auch sehr gut, denn dann ist man nicht versucht seine Muttersprache zu sprechen.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Ein besonders großer Unterschied, der schon beim Bewerbungsgespräch auffiel ist, dass man sich mit jedem duzt. Auch mit der Chefin. Der Nachname spielt nur selten eine Rolle. Auch bei Telefonaten lässt man sich nur den Vornamen geben oder nennt seinen eigenen. Das hat mir sehr gut gefallen und sorgte für eine entspannte Atmosphäre. Obwohl beim Dresscode in meinem Fall 'smart' (schick) und ohne Turnschuhe angegeben war, konnte man durchaus auch mit Jeans erscheinen, solange man gepflegt aussah.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Da ich bisher keine Erfahrungen in einer Agentur machen konnte, war es sehr wichtig zu erfahren wie ich mit dem Arbeitsalltag klarkomme. Das Praktikum hat mir gezeigt, dass ich gut zurecht komme und auch in stressigen Situationen die Nerven nicht verliere. Die gewonnenen, verbesserten Sprachkenntnisse kann ich sicherlich bei jeder zukünftigen Arbeitsstelle gut nutzen und auch meine gestalterischen Fähigkeiten haben sich verbesert, da ich nun mehr Praxiserfahrung habe.