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Auslandspraktika - Erfahrungsberichte

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von Leuten, die mit GLS ein Auslandspraktikum gemacht haben.

Vorname:
Anja
Alter:
23
aus:
Franken
Hintergrund:
Bachelor of Arts Geistes- u. Sozialwissenschaften
Praktikum:
3 Monate
Im Ausland:
2011
Praktikumsort:
London, England
Unternehmen:
Immobilienvermittlungsagentur
Branche:
Marketing

Nach der ersten Praktikumswoche bitten wir alle interns um Ausfüllen eines Fragebogens - hier die Antworten und Kommentare von Anja:

In welchem Unternehmen arbeiten Sie?

Ich arbeite in einer sehr kleinen Buerovermittlungsagentur.

Wie viele Stunden haben Sie täglich gearbeitet?

8 1/2 Stunden minus 1 Stunde Mittagspause

Bitte beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Der Tag beginnt um 9 Uhr. Zunaechst bearbeite ich meine E-Mails, da mir mein Boss dringende Aufgaben meist zumailt. Dringende Aufgaben ist v.a. die Erneuerung der Datenbank; ich muss neu eingegangene Business-Center eingeben und Fotos bearbeiten und hochladen. Anschliessend widme ich mich meiner Hauptaufgabe, dem Schreiben von Textcontent fuer die Website. Dabei erstelle ich u.A. Landing Pages fuer die jeweilige Stadt oder Region, in der wir Bueros anbieten (z.B. London Soho). Ich muss dabei sowohl inhaltlich viel ueber die jeweilige Region im Internet recherchieren, als auch waehrend des Schreibens gewisse Regeln des Onlinemarketings wie z.B. SEO etc. beachten und implementieren. Zwischendrin beantworte ich Telefonanrufe und erledige kleinere Aufgaben rund um die Optimierung der Datenbank und der Webseite. Zwischen 1 und 2 Uhr ist meine selbst gewaehlte Mittagspause, um halb sechs habe ich dann aus.

Wie war der Umgang mit Ihnen als Praktikant(in) aus Deutschland?

Sehr zuvorkommend und nett. Allerdings wurden meine Kompetenzen anfangs eher unterschaetzt und ich wurde bisweilen behandelt, als haette ich keine Ahnung von nichts. Man muss sich schon permanent beweisen, damit einem auch anspruchsvollere Aufgaben aufgetragen werden.

Wie schätzen Sie die Bedeutung des Sprachkurses ein?

hab keinen gemacht, war auch nicht noetig.

Sind Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag schon Unterschiede zur Berufswelt in Deutschland aufgefallen - im Verhalten am Arbeitsplatz, im Dresscode, bei der Ansprechbarkeit von Vorgesetzten?

Da ich in Deutschland in einer ganz anderen Branche gearbeitet habe, faellt mir ein Vergleich schwer. Einen Dresscode gab es nicht, da unser Unternehmen seine Geschaefte groesstenteils per Telefon und E-Mail abwickelt - alle trugen Jeans und Sneakers oder was auch immer sie wollten. Mein Boss war fuer mich mein Ansprechpartner Nummer eins, und nahm sich auch immer Zeit fuer mich. Es gab dabei nie Probleme. Insgesamt wird sich kaum unterhalten und wenn, dann spricht man weniger ueber politisches Tagesgeschehen als ueber oberflaechliche Dinge wie Plaene fuers Wochenende, Fussball etc. Morgens begruesst man sich mit einem ausfuehrlichen "Wie gehts?", an alle Kollegen einzeln gerichtet. Da ich in einem Businesscenter gearbeitet habe, wo noch zahlreiche andere Unternehmen untergebracht waren, habe ich auch hier einen Einblick in das Miteinander gewonnen: Man ist unheimlich hoeflich, haelt sich Tueren auf, begruesst voellig fremde Menschen und fragt, wie es Ihnen geht, sagt "Sorry" wegen der geringsten Kleinigkeit, z.B. wenn man sich gleichzeitig in der Gemeinschaftskueche aufhaelt... etc.

Wie werden Sie Ihre jetzigen Erfahrungen als Praktikant im Ausland nach Ihrer Rückkehr in Deutschland nutzen ?

Ich weiss, dass ich im Bereich Marketing NICHT arbeiten moechte ;) Dennoch konnte ich sehr viel mitnehmen; beruflich vieles im Bereich IT, was mir komplett neu war, aber ich auch fuer andere Bereiche neben Marketing sehr gut gebrauchen kann, sowie natuerlich die enorme Verbesserung meines Wortschatzes und meines Sprachgefuehls (in meinem fall muendlich und v.a. auch schriftlich, da ich sehr viel geschrieben habe), privat die zahlreichen Eindruecke und Erlebnisse der Grossstadt; sowie die zwischenmenschlichen Dinge wie Kontaktfreudigkeit, interkulturelle Kompetenzen etc. (habe in einem internationalen Studentenwohnheim mit jungen Leuten aus aller Welt zusammen gewohnt).